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Fear Not The Obvious

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Fear Not The Obvious
Fear Not The Obvious, Bloodshot Records, 2001
Keith Christopher Bass, Vocals, Guitar, Drums
Dan Baird Guitars, Vocals, Bass
Terry Anderson Drums, Vocals, Guitar
Eric "Roscoe" Ambel Guitars, Vocals
Produziert von: Eric "Roscoe" Ambel Länge: 46 Min 36 Sek Medium: CD
1. What Are We Waiting For7. Oh! Chicago
2. Get Right With Jesus8. Wicked World
3. Monkey With A Gun9. Baby I Love You
4. I Can Give You Everything10. Hunt You Down
5. Bottle And A Bible11. Hankerin'
6. For Cryin' Out Loud12. Dancing Queen

Meine Güte, was ist denn in diesem Jahr nur los? Eine phantastische CD nach der anderen.
Noch dreht sich die Ober-Rock & Roll-Spaß-Platte von Terry Anderson im Player, ich krieg das Ding seit 2 Wochen nicht mehr raus, und jetzt kommt schon die nächste Granate.

Was erwartet man von einer Besetzung, bestehend aus Keith Christopher (THE GEORGIA SATELLITES), Dan Baird (wer weiß es?), Eric Ambel (ROSCOE'S GANG, THE BOTTLE ROCKETS und und und) und eben Terry Anderson? Ganz sicher auf keinen Fall irgendwelchen Düstersound.
Ich war aufgrund der kurzen Soundschnipsel im Internet noch etwas skeptisch. Das klang mir etwas zu schrammelig. Aber der Eindruck war falsch. Es wird nämlich ganz straight gerockt. Und wie.
Die Songs sind alle von der Band selbst geschrieben, außer einer Zusammenarbeit von Terry Anderson mit ex-NRBQ Gitarrist Al Anderson und der alten ABBA Nummer Dancing Queen, die ja schon auf Bairds letztem Livealbum mit seinen SOFA KINGS drauf ist. Bekanntlich verfaßt von S. Anderson, B. Andersson und B. Ulvaeus. Damit sind also 4 Andersons auf der Platte vereint.

Die Nummern 1 bis 4 gehen ganz heftig ab, wobei nicht geholzt wird, sondern durchaus eingängige Melodien gezaubert werden. Kein Hochgeschwindigkeits-Rock & Roll, sondern richtige Songs, wie man es eben von Baird, Anderson und Ambel kennt (in ihren guten Momenten und die sind bekanntlich fast immer).
Mit Bottle And A Bible und For Cryin' Out Loud kommen zwei leicht countryfizierte bzw. rootsige Titel zwischendurch, bevor Oh! Chicago, wieder ein typischer Baird-Shuffle, das Ohr erfreut. Mit einigen STONES-Anleihen. Ich bezweifle allerdings, dass Wood jemals so eine Rhythmusgitarre hinkriegen würde.
6 der 12 Songs singt Baird, der Rest wird brüderlich geteilt. Überhaupt, mir gefällt Bairds Gesang immer besser. Er kräht wie gewohnt, baut aber (wie schon bei den SOFA KINGS) immer wieder mal einen hübschen Hook ein und klingt irgendwie frischer als bei den SATELLITES.
Wicked World ist eine ganz interessante Nummer. Erstens ist da ein ganz berühmtes Riff aus den 70ern, sorry 60ern, drin (welchen sag ich nicht, kauft Euch die Scheibe gefälligst selber) und zweitens groovt der Song ganz böse. Zwei Leadgitarren, relaxter Gesang und 5 Minuten richtiger Swamp-Voodoo Rock.
Die Songmischung macht's auf dieser Platte aus. Eric Ambel bringt immer wieder den swingenden Roots-Teil ein (und klingt bei Monkey With A Gun verdammt wie ein junger Mick Jagger), Baird gibt den Rocker, Keith Christopher macht was er immer macht, soliden Groove, und Anderson ist einfach der Fun-Rocker. Das Polter-Schlagzeug auf Baby I Love You ist preisverdächtig. Phil Collins würden zwar schlagartig die letzten 3 Haare ausfallen, das ist mir aber reichlich wurst. Der war schließlich nie Rocker.

Lieblingstitel: What Are We Waiting For (Ohrwurm!), Hankerin', Oh! Chicago, Monkey With Gun, Bottle And A Bible, Wicked World. Und der Rest ist nicht schlechter.
Auffallend ist, dass einige Nummern mit christlichen Texten vertreten sind. Tut aber der CD keinen Abbruch, denn es wird nicht gepredigt.
Dancing Queen ist nicht ganz so schräg wie bei den SOFA KINGS, dafür hört man, dass ABBA wirklich tolle Popmusik gemacht haben. Die sollten eine Schule für die Bohlens dieser Welt eröffnen.

Fazit: Wieder eine Platte, die nichts für den Liebhaber großer Kunst ist. Dafür eine große Platte für Freunde der handgemachten Southern Roots Rock-Kunst. 4 Musiker, keine Plastiktöne, alles 100% aus Gitarrenholz. So muß das sein, so ist das gut.
Produziert hat übrigens Ambel. Wobei er da nicht so viel zu tun hatte. Vermutlich hat er dafür gesorgt, dass die Kabel ordentlich eingesteckt waren und immer genug Bier im Studio vorrätig war. Und Spaß hatten die 4 bei den Aufnahmen ganz sicher.

Meine Herren, wo bleibt die Tour? Das gäbe dem guten Jahrgang 2001 noch den passenden Abschluß.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.08.2001

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