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Tim Beam

Empty Bar

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Empty Bar
Empty Bar, Eigenproduktion, 2001
Tim Beam Vocals, Acoustic & Electric Guitar, Bass
M.C. Ugh Acoustic & Electric Guitar, Backing Vocals
Knipper Acoustic Guitar, Harp, Vocals, Percussion
Gäste:
Philipp Bellinger Drums (Empty Bar)
Holger Bucher Räppelken (??) (You Raised My Children)
Tina & Robin Empty Bar Choir
Länge: 20 Min 53 Sek Medium: CD-Single
1. Empty Bar (2:57)4. Long Blonde Hair (2:45)
2. Gerdundula (3:46)5. Cut My Arm (2:59)
3. You Raised My Children (3:13)6. Help (3:26)

Müsste ich einen Song schreiben, der Empty Bar heißen sollte, es wäre ein Fiasko. Schrecklich depressives Gemurmel, tränenreiches Gitarreninferno (Death Metal Bands hätten keine Chance gegen meine Wut), wüste Beschimpfungen, verbale Entgleisungen gegen den zuständigen Barkeeper, meine sofortige Verhaftung etc. wäre das Ergebnis.
Genau deshalb war ich skeptisch, als mir die 6 Track-Single "Empty Bar" ins Haus flog.

Weit gefehlt. Der Mensch, der mit der düsteren Aussicht einer empty bar, diese Single aufgenommen hat, ist gar nicht depressiv. Ganz im Gegenteil. Das ist erfrischender akustischer Rock & Roll.

Im Hauptberuf ist Tim Beam Sänger der Freiburger (Punk) Band THE DEAD FLOWERS. Krachender, schneller Gitarrenrock ist dort angesagt. Das kann man auch auf etlichen CD's nachhören. Die Toten Hosen mögen als Referenz dienen.

Irgendwann hat Tim beschlossen, eine Platte mit anderer Musik zu machen. Und das ist gut so. Denn auf diesen 6 Songs fliegen uns die akustischen und leicht elektrifizierten Funken grade so um die Ohren.
Zwischen fröhlich beschwingt (Empty Bar), melancholisch schön (You Raised My Children), zynisch/böse (Long Blonde Hair), die Umwelt als Singer/Songwriter betrachtend (Cut My Arm), oder den völlig unbekannten Song Help (Lennon/McCartney ... ??) covernd (ok, den Anfang kenne ich aus Bonanza), treibt sich ein klasse Sänger und Gitarrist herum, der auch noch von 2 tadellosen Mitmusikanten begleitet wird.

Es kommt nie das Fußgängerzonen-wer wirft mir 'ne Mark in den Gitarrenkoffer-Gefühl auf.
Eher könnte man einen Vergleich zu Neil Young (ohne Crazy Horse natürlich), oder Randy Newman (früher) ziehen.

Das Highlight der CD ist ganz sicher Gerdundula. Irgendwann im Jahre 1428 von Status Quo erstmalig veröffentlicht, aber nicht von Parfitt/Rossi geschrieben (wusste ich bis jetzt nicht).
Ich hab's getan und mir die Version von Beam, M.C. Ugh und Knipper zuerst angehört. Anschließend das Original. Und wisst Ihr, wer gewonnen hat? Nein, nicht die alten Herren. Denn Gerdundula klingt auf "Ma Kelly's Greasy Spoon" ungefähr so frisch, wie die Dame von dem zugehörigen Cover blickt.
Und das ist ein großes Kompliment, immerhin sind Quo meine Lieblings-Boogierocker und Gerdundula war immer ein Highlight in ihren Konzerten.

Auf Tim's Homepage wird eine komplette CD angedroht. Mach mal!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 31.10.2001

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