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| Livin' For The Weekend - The Anthology, Castle Music/Sanctuary Records, 2005 |
| Rik Emmett |
Vocals & Guitars |
| Gil Moore |
Drums & Vocals |
| Mike Levine |
Bass & Keyboards |
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Länge: 139 Min 56 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. 24 Hours A Day | 8. Hold On |
| 2. Street Fighter | 9. I Live For The Weekend |
| 3. Blinding Light Show/Moonchild | 10. I Can Survive |
| 4. Takes Time | 11. Fool For Your Love |
| 5. New York City Streets Part 1 & Part 2 | 12. Allied Forces |
| 6. Rocky Mountain Way | 13. Fight The Good Fight |
| 7. Lay It On The Line | |
| CD 2: | |
| 1. Magic Power | 9. Just One Night |
| 2. Too Much Thinking | 10. Never Say Never |
| 3. When The Lights Go Down | 11. Headed For Nowhere |
| 4. Follow Your Heart | 12. Carry On The Flame |
| 5. Spellbound (live) | 13. Long Time Gone |
| 6. Mind Games | 14. Never Surrender (live) |
| 7. Tears In The Rain | 15. Love Hurts |
| 8. Somebody's Out There | |
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Während Rocky Mountain Way fröhlich aus den Boxen hämmert, liest der Rezensent das beiliegende Booklet und was muss er da sehen: "Triumph was a superstar act in his native North America... The career of Status Quo is comparable...". Bret Adams heißt der gewissenlose Vergleicher, ist ein durchaus anerkannter Musikjournalist und schreibt unter anderem für das Blättchen "Kerrang!". Sowas aber auch, und unsereins kriegt Haue von den Lesern, wenn er mal einen Link zu seinen geliebten STATUS QUO setzt...
Knapp dreißig Jahre ist es nun her, dass ein Schulkollege den sündenteuren Kanada-Import "Triumph" auf Vinyl erstand und mir damit schlaflose Abende bereitete. Einerseits war die LP ein Muss, andererseits standen alle meine anderen Helden mit unendlich wichtigen neuen Scheiben im Laden, und wie soll ein Schüler das bezahlen? "Triumph" wurde also auf C90-Tape kopiert und erst Jahre später gekauft. 1977 mit "Rock & Roll Machine" das gleiche Drama: Zwei Versionen, die kanadische und die weltweite (mit Nummern des ersten Albums), kamen auf den Markt, letztendlich musste man beide haben, um alle Songs zu kennen. Ärgerlich, das. Vor allem, da TRIUMPH auf dem direkten Sprung zum Mega-Act waren und man in mancher Zeitung von geradezu weltbewegenden Konzerten lesen konnte. Das war angesichts der LPs ohne weiteres nachvollziehbar - kaum eine andere zeitgenössische Band, schon gar nicht in Triobesetzung, tobte so erfrischend durch den harten Rock & Roll der Siebziger. Leider wurde uns Festlandeuropäern das Livevergnügen bis heute verwehrt und die 85er Doppel-LP "Stages" war eine eher müde Angelegenheit für den headbangenden "Altfan" (hier sind das feine Spellbound und die überflüssige Studionummer Mind Games nochmals vertreten). Kollege Ruland hat dies in seiner hervorragenden History trefflichst geschildert.
Heute dürften die meisten Rocker jenseits der 40 die alten Scheiben längst auf CD besitzen, für die ist die vorliegende Doppel-CD "Livin' For The Weekend - The Anthology" folgerichtig eher uninteressant, außer man braucht unbedingt die Neuaufnahme von Love Hurts, bekannt als Riesenhit von NAZARETH, oder eine schicke Compilation fürs Auto.
Aber: TRIUMPH sind auch heute noch, 17 Jahre nach dem Abgang von Gitarrist Rik Emmett und dem längst besiegelten Ende der Band, für Neueinsteiger, Konvertiten und Jungrocker ein gefundenes Fressen, und was böte sich mehr an als eine solche Zusammenstellung.
Sämtliche 10 regulären Alben von 1976 bis 1987 sind mit je 2 bis 4 Songs vertreten, nur die schwache "Thunder Seven" (auch hier liegt Jürgen Ruland mit seiner Einschätzung goldrichtig) bekam zu Recht nur einen Startplatz zugewiesen. Zusätzlich gibt es noch Never Surrender in der Livefassung vom 2003 veröffentlichten Album "Live At The US Festival '83".
Auf CD 1 werden die Jahr 1976 bis 1981 abgehandelt und wer sich dem Druck von 24 Hours A Day, Takes Time, Rocky Mountain Way (keine andere Band spielte diese Joe Walsh Nummer so phantastisch) oder I Live For The Weekend entziehen kann, dürfte generell mit Hardrock, Heavyrock und Arena-Boogie nicht viel am Hut haben. Nimmt man dazu die konzertanten Meisterwerke New York City Streets Part 1 & 2, Lay It On The Line oder Blinding Light Show/Moonchild, wird klar, wie überwältigend gut diese Band war. Straighter Dampfhammerrock plus die Prog-verdächtigen technischen Fähigkeiten der drei Ausnahmemusiker bescherten uns ein halbes Jahrzehnt lang grandiose Musik, die, im Gegensatz zu vielen anderen Bands dieser Jahre, auch heute kein bisschen verstaubt klingt.
Die Studiotracks der zweiten CD spiegeln den Niedergang von TRIUMPH wieder. War "Never Surrender" 1981 noch ein hart rockendes Highlight (Too Much Thinking und When The Lights Go Down repräsentieren "Never Surrender" punktgenau), trat man mit "Thunder Seven" und noch mehr mit "The Sport Of Kings" (1986) den Weg in die Liga der austauschbaren Mainstreamacts an. "Surveillance" (1987) zeigte zwar wieder gesteigertes Selbstbewusstsein, doch es war vorbei mit der Herrlichkeit einer der ehemals härtesten "Kopfrockbands". Sicherlich war dies nicht ausschließlich der Band zuzuschreiben, der Zeitgeist hatte sich schlicht in diese bittere Richtung gewandelt, aber Heroen wie Emmett, Levine und Moore sollten sich von Plattenfirmen und Produzenten nicht so verbiegen lassen, dass aus einer Rock & Roll Maschine plötzlich ein FOREIGNER-Weichspülpaket wird.
Heute nennt man diese Musik Melodic Rock und im Vergleich zu vielen dieser (grade wieder) trendigen Kunden schufen TRIUMPH auch in den späteren Achtzigern noch Meisterwerke. Vor allem Headed For Nowhere von "Surveillance" dokumentiert dies auf "Livin' For The Weekend" ausgezeichnet. Der Nummer setzte Steve Morse das I-Tüpfelchen auf.
Rik Emmett hatte mit dem neuen Material ein gesangliches Problem, konnte sich wohl auch mit dem Produktionsdruck nicht anfreunden, schuf aber dennoch nach seinem Ausstieg keine "neuen alten" TRIUMPH Klassiker mehr, sondern wandte sich einer mehr Gitarrenkunst-orientierten Musik zu. Gil Moore und Mike Levine stricken fleißig weiter an der TRIUMPH-Legende und es ist zu erwarten, dass in Bälde nochmals überarbeitete CDs mitsamt Bonus Tracks erscheinen. Dann wird man sich wieder überlegen, ob man Geld investiert. Man wird wohl müssen...
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