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| Live In Armenia, Frontiers Records, 2011 |
| Bernie Shaw |
Vocals |
| Mick Box |
Guitars |
| Trevor Bolder |
Bass |
| Phil Lanzon |
Keyboards |
| Russell Gilbrook |
Drums |
| Produziert von: Mike Paxman |
Länge: 98 Min 27 Sek |
Medium: DoCD |
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| CD 1: | |
| 1. Wake The Sleeper | 7. Gypsy |
| 2. Overload | 8. Look At Yourself |
| 3. Tears Of The World | 9. What Kind Of God |
| 4. Stealin' | 10. Angels Walk With You |
| 5. Book Of Lies | 11. Shadow |
| CD 2: | |
| 1. July Morning | 4. Sympathy |
| 2. Easy Livin' | 5. Lady In Black |
| 3. Sunrise | |
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Es ist das gefühlt 128. Live-Album von URIAH HEEP, aber genau wie einst 1987 "Live In Moscow" ist "Live In Armenia" ein besonderes Album. In Moskau war HEEP die erste westliche Hard-Rock-Band überhaupt, diesmal ist es für die Band eine Premiere, in Armenien waren Mick Box und seine treuen Kämpfer noch nie, was eigentlich überraschend ist, denn U.H. spielen außer auf dem Mond so gut wie überall ständig. Armenien ist allerdings rockmusikalisch dem Mond näher als der westlichen Welt, dem kleinen Land im Kaukasus ist zwar Charles Aznavour zu verdanken und auch die sympathische Boxerin Susianne (Susi) Kentikian, aber für Rock & Roll ist Armenien wahrlich nicht berühmt. Das ist nun anders, denn HEEP hat Jerewan (bei uns eher als Eriwan bekannt) auf die Rock-Landkarte gesetzt. Genau wie damals in Moskau werden bald andere Bands folgen, die ein enthusiastisches und auf Rockmusik geiles Publikum genießen wollen. Zum Genuss gleich mehr, vorher noch ein alter Radio-Eriwan-Witz:
Frage an Radio Eriwan: "Stimmt es, dass sich in der Sowjetunion Stereoanlagen erübrigen?"
"Im Prinzip ja. Man hört sowieso von allen Seiten das gleiche."
URIAH HEEP ist seit "Wake The Sleeper" wieder eine Band der Gegenwart, alt zwar, aber kraftstrotzend wie kaum eine andere Veteranencombo; außer QUO. Im Herbst 2009 lief die "Wake The Sleeper"-Tour, und entgegen den Gepflogenheiten anderer Classic-Rocker baute Mick Box gleich sieben Songs des aktuellen Albums in die üppige Setlist ein. Beinahe ist man versucht zu sagen, dass das Konzert in Jerewan zu früh stattfand, nach dem grandiosen "Into The Wild" aus dem Frühjahr 2011 hätte man gut und gerne eine Dreifach-CD anbieten können. Aber das "Into…"-Programm kommt sicher auch noch auf Konserve, vielleicht als "Live From Nepal". Jerewan hat die Band auf jeden Fall in beinahe beängstigender Weise motiviert. Eine Viertelstunde lang toben die drei "… Sleeper"-Eröffnungsnummern so saftig daher, dass man kaum an alte Herren glauben mag. Und dann kommt eine Version von Stealin', die einem ganze Geschwader von Gänsehäuten bereitet. Bernie Shaw, das Sympathiemonster, bittet zuerst um Verzicht auf Handyvideos und schreit dann los wie ein von ein paar tausend Wahnsinnigen verfolgter Hard-Rock-Gott. Und Box, der alte Box mit den grauen Haaren, er spielt einen Heavyboogie aus dem Alten Testament der Heavyboogiegitarristen. Lanzon, Bolder, Gilbrook, alle geraten in schiere Raserei; das Publikum auch. Nur gut, dass danach mit einem der schwächeren Songs von "Wake The Sleeper", Book Of Lies, die Temperatur ein klein wenig heruntergefahren wird.
Aber was passiert da eigentlich? Eine seit 25 Jahren eingespielte Band, nur Russell Gilbrook ist erst seit 2007 dabei, interagiert plötzlich geradezu magisch und rockt wie kaum jemals vorher gehört. Es muss am exotischen Ort Jerewan und den jubelnden Fans gelegen haben, dass aus dem verlässlichen Tour-Pferd URIAH HEEP im hohen Alter nochmals ein wild galoppierender Rock'n'Roll-Hengst wurde. Neun Minuten Look At Yourself beweisen, dass guter Hafer wirklich sticht. Man leidet nicht am Tourette-Syndrom, wenn man sagt, dass "Live In Armenia" verfickt geil abgeht.
Zugegeben, den "Indianersong" What Kind Of God könnte man sich auch mit etwas weniger Lautstärke und etwas mehr Tribalismus vorstellen, aber das ist Jammern auf unerlaubten Niveau, Engländer sind nun mal keine Comanches.
Naturgemäß richtet sich das Hauptohrenmerk auf die Klassiker, die natürlich zuhauf vertreten sind, man kennt sie, man liebt sie, und man genießt sie in dieser frischen Form ganz besonders, beispielsweise geht Look At Yourself neun Minuten lang sämtliche Wände hoch, aber mit der Spiellaune ist jeder Song, ob alt oder neu, ein Genuss. Sogar über die Jahrzehnte abgenudelte Nummern wie July Morning oder Lady In Black machen in diesem Ambiente wieder Laune. Jerewan hat den alten Herren Spaß gemacht, das hört man, und deswegen macht "Live In Armenia" uns Spaß. Und wäre diese CD vor 35 Jahren entstanden, hätten wir heute einen Live-Klassiker.
Die Doppel-CD wird mit einer DVD identischer Tracklist geliefert. Uns liegt das Filmmaterial nicht vor, es kann aber nur gut sein.
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