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| Take A Bite, Jazzhaus Records, 2010 |
| Michael Vdelli |
Guitar, Vocals, Harp |
| Ric Whittle |
Drums, Percussion |
| Kenji Kitahara |
Bass, Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Salvador Deadly |
Guitar (Movin' On Situation, Catfish & Double Barrel Shot) |
| Produziert von: Vdelli & Achim Lindermeir |
Länge: 42 Min 30 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Into The Zone | 7. Soon As I Get Paid |
| 2. (If I Had An) Evil Mind | 8. Live Well, Play Hard |
| 3. Fire And Rain | 9. It Ain't Me |
| 4. Movin' On Situation | 10. Double Barrel Shot |
| 5. Green Light Girl | 11. Dust Me Down |
| 6. Catfish | 12. Into The Zone (Revisited) |
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In dreieinhalb Wochen, am 8. Oktober 2010, erscheint "Take A Bite", die neue CD von VDELLI. Warum also jetzt schon die Besprechung der Scheibe? Ganz einfach deswegen, weil man das Ding beim Label Jazzhaus Records vorbestellen kann und weil man sich ab sofort überlegen muss, zu welchem VDELLI-Konzert man in diesem Herbst geht:
07.10., München, Garage Deluxe
08.10., AUT - Wien, Reigen
09.10., AUT - Braunau, Gugg Theater
10.10., SUI - Rüthi, Grütli The Club
12.10., Erfurt, Muesumskeller
13.10., Regensburg, Alte Mälzerei
14.10., Berlin, Quasimodo
15.10., Hamburg, Downtown Bluesclub
16.10., Hannover, Blues Garage
19.10., Köln, Yard Club
20.10., Unna, Lindenbrauerei
21.10., Freiburg, Jazzhaus
22.10., Sindelfingen, Pavillion
23.10., Torgau, Kulturbastion
26.10., Ennigerloh, Scotty´s Liveclub
27.10., Cloppenburg, Bebop
28.10., Bremen, Meisenfrei
29.10., Idstein, Scheuer
30.10., Göppingen, EWS (mit Gotthard, Pink Cream 69 u. a.)
31.10., Rhede, Blues
06.11., Viersen, Saal Birgit
07.11., FRA - Ensisheim, Caf'Conc
Wir empfehlen gute Musik immer gerne, in diesem Fall besonders, denn für Michael Vdelli wird es jetzt wirklich Zeit, inzwischen wächst dem Australier sogar schon ein Bart (sieht sogar cool aus), also sollten "Take A Bite" und die zugehörige Tour richtig einschlagen, damit wir bei der nächsten Platte und Tour in eineinhalb oder zwei Jahren endlich wieder einen richtigen Bluesrock'n'Boogie-Superstar auf großen Bühnen bejubeln dürfen.
Michael Vdelli ist auf dem Sprung zur großen Nummer, er ist das seit "Ain't Bringin' Me Down" aus dem letzten Jahr. Die Kritiken und Publikumserfolge der letzten 18 Monate sind beachtlich, aber der letzte kleine Schritt zum Top Act fehlt noch. Dabei würden es verdammt viele Menschen lieben, wenn bei der nächsten Hallentournee von DEEP PURPLE anstatt MARILLION ein echter Heizer im Vorprogramm rocken würde. Das nur als Beispiel, man kann sich VDELLI problemlos auch als Co-Headliner bei Classic-Rock-Festivals vorstellen - und zwar trotzdem es um grundsätzlich 'altbackenen' Bluesrock, Trio-Boogie und urtümlichen Hard Rock geht. Warum? Weil die Band VDELLI diese Steinzeitmusik im Hier und Heute für moderne Menschen ohne Berührungsängste mit der Musikgeschichte spielt. Der Heavyblues von VDELLI ist so frisch, spannend und aufregend, ergo zeitlos, dass die ältere Generation eine kostengünstige Frischzellenkur und die jungen Hörer Geschichtsunterricht und Einführung in die Welt der "real music" erhalten. Und zwar auf einem Niveau, das in den kleinen Clubs nichts mehr verloren hat.
"Take A Bite" besticht wie schon "Ain't Bringin' Me Down" mit einem ausgefallenen und für solche Musik gemeinhin nicht üblichen Coverkunstwerk. Diesmal ist es ein Retro-Foto, das zwar naiv wirkt, aber doch eine laszive Ausstrahlung hat. Da denkt jemand ernsthaft über Darstellungsformen nach. Wenn Vdelli so weitermacht, wird er mit seinen Covergestaltungen noch zum Trendsetter. Die ansonsten üblichen Live-Fotos, Collagen und mehr oder weniger dilettantischen Klischeebildchen hat man zigtausendfach gesehen, da macht ein wenig Exzentrik 25 Jahre nach dem Ende von Hipgnosis Sinn.
Und dann wäre da noch die Musik auf "Take A Bite".
Gut eine halbe Minute lang saust ein verwunderlich moderner Power-Pop-Song ins Ohr, dann wird ein Schalter umgelegt und Michael Vdelli singt plötzlich wie - Achtung! - DOC HOLLIDAYs Bruce Brookshire und Into The Zone wird kurzzeitig zum Highway-Rocker. Ein sehr starker, kraftvoller und einfallsreicher Einstieg. (If I Had An) Evil Mind funktioniert ähnlich, allerdings umgekehrt, die Band bremst diesmal das Tempo herunter, um dem anfänglich druckvollen Bluesrock einen schicken Funk-Mittelteil zu geben. Vdelli, der Langzeit-Schlagzeuger Ric Whittle und der (schon wieder mal) neue Bassist Kenji Kitahara, ein junger Australier mit offensichtlich japanischen Wurzeln, können derlei natürlich, man erinnert sich an ähnliche Tempiwechsel auf den älteren Platten, aber inzwischen ist Vdelli ein so gefestigter Songwriter, dass die Lieder nicht mehr zum Zwecke der Leistungsschau von solchen Spielereien zerlegt werden, sondern man einfach nur über so viel Flexibilität staunt. Das sind Ohrwürmer auf höchstem Level, ohne Aufgeregtheiten und Gitarrenheldenposen, sogar richtig laid-back, wenn man die feine Gitarre in James Taylors Fire And Rain verfolgt. Übrigens mal wieder eine Zweitverwertung, die Nummer war schon vor acht Jahren auf "Out Of The Blues", aber nicht so lecker.
Ric Whittle bekommt seinen Spot beim mächtigen Movin' On Situation. Kaum zu glauben, dass hier nur eine Basstrommel zum Einsatz kommt. Dazu lässt Michael seine Gitarre zum ersten Mal auf diesem Album richtig böse in die Heavy-Abteilung schießen. Zusammen mit Green Light Girl, im Original von Doyle Bramhall II, dürfte dies der neue Headbanger-Teil bei den Konzerten werden.
Grade richtig aufgewärmt kommt mit Catfish DER Boogie der Platte. Dieser ziemlich hässliche Raubfisch ist sicher nicht jedermanns Sache, ich persönlich mag ihn gegrillt mit einer frischen Kräutersoße, Blattspinat und Bratkartoffeln am liebsten, Michael Vdelli beteuert im gefährlichen Ausfallschritt allerdings beharrlich: "I don't want no catfish".
Nach der Hälfte der CD ist man mehr als beeindruckt von der Vielfalt und Leichtigkeit, die die Band an den Tag legt. Es ist nach dem ohnehin schon tollen "Ain't Bringin' Me Down" ein weiterer Entwicklungssprung, den man von einer so exzessiv tourenden Schwerarbeiterkapelle nicht oft erlebt. Vergleichbare Kollegen, keine Namen hier, waren nach der jahrelangen Ochsentour durch die Clubs ausgebrannt, die Band VDELLI ist kreativer denn je.
Die B-Seite von "Take A Bite" fällt nicht ab, das brennende Double Barrel Shot geht wieder in Richtung Southern Rock, landet punktgenau zwischen DOC HOLLIDAY und ZZ TOP, hat aber 30 Jahre Frischevorsprung, Soon As I Get Paid ist der von den Traditionalisten lang erwartete Blues-Shuffle, Live Well, Play Hard der fällige Hochgeschwindigkeits-Rock'n'Roll, auch noch stilecht in Mono, was sich ausgesprochen scharf unter dem Kopfhörer anhört, einzig das von Ben Harper für Taj Mahal geschriebene Dust Me Down fällt nicht weiter auf.
Ein Wort noch zur Produktion. Bei "Ain't Bringin' Me Down" war der zuletzt für IRON MAIDENs "The Final Frontier" tätige Kevin Shirley am Pult, diesmal ging Vdelli noch einen Schritt weiter und hat mit dem so gar nicht für Blues und Boogie bekannten Achim Lindermeir gearbeitet. Der macht ansonsten Alternative-Bands wie DIE HAPPY und viele andere Neutöner. Was vermutlich kein Altrocker im Vorfeld für möglich gehalten hätte, hat ganz besonders gut funktioniert. "Take A Bite" klingt so heutig, dass sich alle Nörgeleien am ach so verstaubten Blues, Rock und Boogie verbieten. Leute, wenn das live auch so verschärft kommt, wird demnächst ein jungdynamischer A&R (falls es so was noch gibt) das Trio VDELLI als sensationelle Weltneuheit anpreisen und wenigstens ins Vorprogramm einer Millionentruppe wie die EAGLES hieven. Die mutmaßlich letzten Club-Termine stehen oben.
PS: In den Credits ist ein gewisser Salvador Deadly als Texter und Co-Gitarrist erwähnt. Wer könnte das sein?
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