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| Chinatown, Three Roads / Edel Records, 2002 (VÖ: November 2002) |
| Vonda Shepard |
vocals & Piano, background vocals |
| Val McCallum |
electric, acustic & lap steel guitar, dobro, background vocals |
| Pete Thomas |
drums & percussion |
| Jerry Marotta |
drums & percussion |
| Davey Farragher |
bass |
| Tony Levin |
bass, bass banjo, stick |
| Mitchel Froom |
gem organ, Hammond B3, minimoog, Wurlitzer, pipe organ, orchestron, Marxophone, harmonium, chord organ, clavinet, Vox organ, Glockenspiel, Chamberlin |
| Charlie Bisharat, Mario de Leon |
violin |
| Matt Funes, Maria Newman |
viola |
| Larry Corbett |
lead cello |
| Dan Smith |
cello |
| Produzenten: Mitchell Froom & Vonda Shepard |
Länge: 39 Min 23 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Rainy Days (3:49) | 7. Gyroscope (4:07) |
| 2. Chinatown [McCallum/Shepard, Shepard] (2:39) | 8. In July (4:12) |
| 3. My Whole World (3:53) | 9. The Sunset Marquis (3:44) |
| 4. Lose My Way (3:09) | 10. Days (3:28) |
| 5. Rain Or Shine [Froom/Shepard, Shepard] (3:27) | 11. Promising Grey Day (2:51) |
| 6. Downtime (4:01) | |
| Alle anderen Songs, Text und Musik Vonda Shepard |
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"Chinatown" ist Vonda Shepards fünftes Album seit 1989, dazu kommen drei CDs mit Songs aus der TV-Serie Ally
McBeal. die ihr sehr großen kommerziellen Erfolg gebracht haben. Sie setzt ihre Zusammenarbeit mit Mitchell Froom
fort, der auch "7:30" für sie produziert hat und "alles was Tasten hat" beherrscht (siehe oben).
Die Fans wissen, dass sie auf Vondas eigenen CDs nicht unbedingt die gleiche Musik erwarten dürfen, wie
sie sie als Sängerin in der Bar vorträgt. Übereinstimmungen finden sich ab und an bei Balladen, die nach
ihrer Entstehung in eine der Ally-Folgen gepasst haben.
Elf Songs finden wir auf Chinatown, ganze drei davon sind schneller oder leicht funky (Rainy Days, My
Whole World und Gyroscope), die anderen acht sind Balladen, bei denen Vonda Shepards Stimme
hervorragend zur Geltung kommt.
Und da wird es für mich schwer. Ob Lose My Way oder Rain Or Shine, ob Downtime oder
In July, The Sweet Marquis, Seven Days oder Promising Grey Day, alle Song haben ihre
Vorzüge, schöne Melodien und Stimmung. Lose My Way ist um Haaresbreite ganz vorne wegen der
Intensität der Stimme, Promising Grey Day, nur Piano und und Vondas Stimme, ist ein schöner
Abschluss.
Die Streicher bei Rain Or Shine und The Sunset Marquis sind nicht so ganz mein Fall. Nicht dass die
Songs zu süß würden, aber bei Letzterem fehlt nicht mehr viel. Die Streicher sind im Refrain sehr
präsent, mir fast zu sehr. Da gefällt mir das Harmonium bei Seven Days um Einiges besser. Aber das
ist Geschmackssache.
Ansonsten bietet "Chinatown" keine Überraschungen. Vonda Shepard spielt ihr Piano, Mitchell Froom sorgt mit
seinen diversen Tasteninstrumenten für Abwechslung (wobei man über den simplen Minimoog sehr wohl
geteilter Meinung sein kann), Val McCallum ist für die Saiteninstrumente zuständig, leider nur begleitend, nur
wenig Solo beisteuernd. Drums und Percussion klingen so einige Male nach Computer oder Samples, was zwar im
Booklet nicht erwähnt ist, aber beim Hören sich aufdrängt.
Die Spielzeit von 39 Minuten ist allerdings für heutige Zeiten etwas wenig, zum Vergleich "By 7:30" hat 52
Minuten.
Das Booklet ist wunderschön gemacht und zeigt einige wirklich schöne Bilder, wie auch unsere
Bildergalerie von einem Konzert in Zürich.
Unser Dank geht an Edel Records für die Überlassung einer Rezensions-CD.

Segen oder Fluch? Belastung oder Befreiung? Vonda Shepards jahrelanges Engagement als Songlieferantin für die immens erfolgreiche Fernsehserie "Ally McBeal" ist für ihre zukünftige musikalische Karriere schwer einzuschätzen.
12.000.000 Einheiten hat sie weltweit von ihren jeweiligen "Ally-Soundtracks" abgesetzt. Finanziell sollte sie nun unabhängig sein. Doch ob ihr die Huldigungen der Fans nach Einstellen der äußerst beliebten TV-Reihe weiterhin nur so zufliegen, bleibt ungewiss.
Betrachtet man ihre nun auch schon knapp 20 Jahre währende Musik-Karriere, ist ihr jedenfalls eine gewisse Unbeirrtheit nicht abzusprechen. Diverse Engagements, Anfang bis Mitte der 80er, bei namhaften Kollegen wie Al Jarreau, Jackson Browne oder Julia Fordham, brachten ihr die durchaus verdiente Reputation, zumindest in Insiderkreisen.
Nach relativer Erfolglosigkeit wurde ihr 1992 der Deal mit Reprise Records nach Erscheinen des zweiten Solo-Albums aufgekündigt. Auch das Erstlingswerk (1989) hatte die Erwartungen der Company schon nicht erfüllt. Unbeeindruckt davon, von sich und ihrer Musik überzeugt, lieh sie sich das notwendige Geld für ihre dritte Veröffentlichung zusammen und traf dann eines Tages (wie das Leben so spielt) auf den Produzenten der bereits erwähnten TV-Serie. Anerkennung und Geld flossen nun üppig.
Waren ihre "Ally-Soundtracks" meist absolut stromlinienförmig, gespickt auch mit durchaus charmanten Cover-Versionen bewährter Gassenhauer, so versuchte Vonda sich insbesondere auf ihrem letzten Solo-Album "By 7:30" (von '99) in einem etwas anderem Licht darzustellen. Das Fahrwasser des Mainstreams wurde zugunsten eines etwas interessanteren Klangbildes hie und da verlassen. Mit absolut respektablem Ergebnis.
Das vorliegende Album mit 11 Eigenkompositionen und gelegentlicher Co-Autoren-Hilfe von Produzent und Keyboarder Mitchell Froom bzw. Gitarrist Val McCallum, liegt nun irgendwo in der Mitte.
Die Songstrukturen sind zwar allesamt in traditionellen Mustern gehalten, doch gelingt es Vonda, gerade bei ihren Balladen, eine Stimmung zu vermitteln, die sehr unmittelbar und authentisch rüberkommt.
Piano, Stimme, Streicher-Quintett, ein paar geschmackvolle Keyboard- oder Gitarrenfiguren und schon macht man es sich gemütlich im heimischen Sessel. Vondas Stimme ist ja nun wahrlich in der Lage dich zu betören.
Stimmungsvolle Balladen wie Lose my way, In July oder The Sunset Marquis können eigentlich nur einen völlig unromantischen Zeitgenossen kaltlassen.
Die einzige Gitarrennummer Chinatown (mit McCallum als Co-Autor) hebt sich wohltuend von den übrigen, doch recht schwermütig veranlagten, pianolastigen Nummern ab. Vortreffliche Percussion-Arbeit von Jerry Marotta nehmen wir anerkennend zur Kenntnis.
Auch der Opener Rainy Days durchbricht mit seinem einnehmenden Chorus und elegantem Gitarreneinsatz McCallums das balladeske Konzept des Albums. Doch lieben Vondas Fans sie nicht gerade wegen ihrer fragilen Balladen? Das beherrscht sie zweifellos am Besten.
Denn schickt man die beiden, na ja, Funky-Songs My whole world und Gyroscope ins Rennen, ziehen diese eindeutig den Kürzeren. Das überzeugt einfach nicht.
Doch Mrs. Shepard besinnt sich postwendend eines Besseren und zieht den Hörer mit dem schwebendem 7 Days und dezenten Akkordeonklängen zurück in ihren Bann. Um schlussendlich mit Promising Grey Day einen versöhnlichen Ausklang zu finden. Und für einen Moment steht Rickie Lee Jones neben dem Piano.
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