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Steve Lauer & Voodoo Chile

Live At Strohhenge

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Live At Strohhenge
Live At Strohhenge, Eigenvertrieb, 2006
Jürgen 'Berches' Bergmann Vocals
Steve Lauer Guitar
Stefan Kratofil Bass
Thorsten 'Groove' Langhammer Drums
Produziert von: Steve Lauer Länge: 73 Min 17 Sek Medium: CD
1. Revolution7. Josephine
2. Message To Love8. Tin Pan Alley
3. I Had A Dream9. Sweet Sugar
4. Couldn't Stand The Weather10. Nitty Gritty
5. Break Me Down11. Day Of The Eagle
6. Bridge Of Sighs

Franken ist ein schönes Ländle. Auch wenn das unser Bayer nicht gern hört [Schmarrn, man soll Gott für alles danken, auch für Ober-, Mittel-, Unterfranken; Fred, Oberbayer]. Franken hat ganz viel Gegend und auch schöne Städte. Zum Beispiel Regensburg. Ist nicht so groß wie Nürnberg, hat aber auch alles [und ist in der Oberpfalz...]. Und der Wein dort ist in so ganz ulkige birnenförmige Flaschen abgefüllt. Die heißen auch noch Bocksbeutel. Nur könnte ein Bock mit so einem unförmigen Ding keine großen Sprünge mehr machen.
Außerdem gibt es in Franken einen Ort Namens Kaibitz. Ich hab keine Ahnung wie groß Kaibitz ist, aber ich denke mal eher eine Kleinstadt, vielleicht sogar ein Dorf? Das ist eigentlich auch egal, denn der Ort interessiert hier weniger. Jedenfalls gibt es in Kaibitz eine Art Veranstaltungshalle, und die heißt Strohhenge.
Strohhenge zu schreiben ist ganz schön gefährlich, denn ehe man sich versieht, haben die Finger Stonehenge daraus gemacht. Es heißt aber Strohhenge. Warum weiß ich auch nicht. Jedenfalls hat dort eine Band gespielt, die scheinbar ebenfalls aus dem Frankenland kommt: STEVE LAUER & VOODOO CHILE. Das ist zwar schon eine Weile her, aber weil wir bisher nicht darüber gesprochen haben, tun wir's jetzt.

Schon vor dem ersten Ton begrüßt das Publikum die Band so frenetisch wie sonst eher am Schluss eines Sets. Dann geht's los mit Revolution. Steve Lauer lässt die Gitarre schreien, die Band setzt ein und dann singt Jürgen "Berches" Bergmann. Die Stimme tief, rau knackig - eine echte Bluesröhre. Revolution ist ein eigenes Stück und mit Message To Love folgt ein Hendrix-Zitat.
"Das nächste Stück ist von uns", kündigt Bergmann an, und los geht's mit I Had A Dream - ein Stück mit einem Break in der Mitte, das Publikum klatsch schon, aber es geht weiter: Der funky Part wird durch ein feines Bass-Slapping eingeleitet und Bergmann hat Pause, denn der "Rest" ist ein Instrumental. Als nächstes folgt eine äußerst emanzipierte Fassung von Couldn't Stand The Weather, die Stevie Ray Vaughan vermutlich die Freudentränen ins Gesicht getrieben hätte.
Für Break Me Down wird das Tempo etwas herausgenommen, aber das Stück ist beileibe noch keine Midtempo-Nummer. Es folgt Bridge Of Sighs von Robin Trower. Ein Stück von fast neun Minuten Länge, in dem man sich so richtig schön treiben lassen kann. Wir haben damit übrigens die Hälfte hinter und - zum Glück - die andere Hälfte noch vor uns. Tschuldigung - aber so was fällt mir ein während ich mit geschlossenen Augen lausche. "Schön zum Kiffen, oder?", sagt Bergmann am Ende.
Es folgt Josefine, von der neuen CD, wie Bergmann sagt. Ziemlich funky aber beileibe nicht schlecht. Nun kommt Tin Pan Alley von Stevie Ray Vaughan. Hey, hey, hey! Eine supergeile Midtempo-Nummer! Und einfach Klasse gebracht. Mit 8:57 Minuten auch einer der längeren Titel auf dieser Scheibe.
My Sweet Sugar ist ein 4:15-Song über eine Beziehungskiste. Lustig und fetzig. "Weißt noch wie mer im Café ware un's gab nur Süßstoff?"- "Jo, hammer den innen Kaffe g'schüddet. Ging aach." - "Jo, s kommt mer lasse!"
Dann mit Nitty Gritty der Überhammer des ganzen Silberlings. Ist ja schon fast ein Traditional und mit 9:20 auch reichlich bemessen. Groove, Groove, Groove. Zwischendurch verstummt Steve Lauers Gitarre fast, dann geht's mit "Hey, let the good times roll" wieder los. Wieder endet das Riff, das Publikum johlt, doch das Riff beginnt von vorn und die Gitarre endet in einem wilden Wirbel. Man hört, dass die Leute total aus dem Häuschen sind.
Das letzte Stück ist Day Of The Eagle, wiederum von Robin Trower. Fetzig und treibend, aber nach Nitty Gritty nur noch ein Abklatsch.

STEVE LAUER & VOODOO CHILE haben uns einen feinen Silberling geliefert, der auch jetzt, fast zwei Jahre nach seinem Erscheinen noch Spaß macht. Bei dem Blues-Rock der Band muss man das Wort Rock in Großbuchstaben schreiben. Nett war es, Teile der Unterhaltung der Jungs zwischen den Songs mitzukriegen. Alles in allem eine schöne Scheibe, die so richtig nach Franken passt. Oder wie man in Franken sagen würde: Die wo so resch zu uns basse dät.
[So sprechen die Franken? Die werden sich bedanken. Red.]

Manfred Hörstmann, (Artikelliste), 26.05.2008

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