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CD-Review:
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Auch wenn die Band bereits mit ihrem Debüt "Torcha" gewaltig für Wirbel in der Rock- und Crossover-Szene sorgte, so war erst ihr Geniestreich "Yeah! Yeah! Die! Die! - Death Metal Symphony in deep c" 1996 meine erste akustische Begegnung mit den durchgeknallten Finnen. So nachhaltig, dass ich dem Folgewerk "Space avenue", bei dem sich WALTARI wieder ihrem typischen Crossover-Sound widmeten, überhaupt nicht viel abgewinnen konnte. Irgendwie wurde es dann eh ruhiger um die Band. Hier noch eine "Best of...", da noch eine Studioscheibe, die niemand so recht interessieren wollte... ... und ehe wir uns versehen schreiben wir das Jahr Sieben nach "Space Avenue", und WALTARI starten mit "Rare Species" einen Comeback-Versuch. Aber was für einen! Um ehrlich zu sein, 1996 als "Yeah! Yeah! Die! Die!"-Nachfolger hätte auch "Rare Species" relativ schlechte Karten gehabt, aber heute höre ich natürlich andere Musik und ich höre heute Musik anders als Mitte der Neunziger. Irgendwie erwischen mich WALTARI jetzt auf dem richtigen Fuß. Schwäbisch für Fischköpf' Lektion 1: Von ällem ebbes. Wörtlich übersetzt: Von allem ein wenig. Findet vor allem in der Gastronomie Anwendung und beschreibt eine kulinarische Zusammenstellung, die Kostproben aller Spezialitäten des Hauses umfasst. Erstaunlicherweise sind es zwei Coverversionen, die die Essenz des kompletten Albums prägnant auf den Punkt bringen: No limit von 2 UNLIMITED, das verknüpft durch einige eigene Takte mit dem programmatischen Titel Your funky rhythm in MEGADETHs Symphony of destruction übergeht. Disco-Inferno meets Thrash-Apokalypse, aber auf keinen Fall setzen wir uns irgendwelche Grenzen oder unterwerfen uns irgendwelchen Konventionen. Ob bei einem modernen, straighten Rocker, wie One day oder einer Nummer wie Dream, mit seiner unüberhörbaren Affinität zur New Romantics-Szene der Achtziger, die große Stärke von WALTARI ist das untrügliche Gespür für eingängige Melodien mit unwiderstehlichem Ohrwurmcharakter. Das zieht sich als roter Faden durch "Rare Species" und die darauf vertretenen Crossover-Perlen. Die Singleauskoppelung Life without love verfügt genau so über echte Hitqualitäten, wie Live This!, das durch harte, hypnotische Dancebeats auf gegenwärtige Clubtauglichkeit getrimmt wird. Bei den Bonustracks von "Back to Persepolis" wildern WALTARI dann ungeniert in punkigen Gefilden. Das ultramelodische Guardian angel entpuppt sich als kostenlose Lehrstunde in Punkto Songwriting für alle C&A- und H&M-Kommerzpunks. WALTARI haben keinerlei Berührungsängste vor Elementen wie Loops, Samples, Scratches, Tekknobeats und ähnlichem, die dem gestandenen Rock'n'Roller bei bloßer Erwähnung den puren Angstschweiß auf die Stirn treiben, vergessen dabei jedoch nie, dass sie in erster Linie eine Rockband mit harten Gitarren als stilprägendes Merkmal sind. Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 30.03.2004
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