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Widesprad Panic

Don't Tell The Band

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Don't Tell The Band
Don't Tell The Band, Sanctuary Records/Widespread Records, 2001
John Bell Guitar, Vocals
John Hermann Keyboards, Vocals
Michael Houser Guitar, Vocals
Todd Nance Drums, Vocals
David Schools Bass, Vocals
Domingo S. Ortiz Percussion
Produziert von: John Keane Länge: 56 Min 05 Sek Medium: CD
1. Little Lilly7. Down
2. Give8. Big Wooly Mammoth/Tears Of A Woman
3. Imitation Leather Shoes9. Casa Del Grillo
4. This Part Of Town10. Old Joe
5. Sometimes11. Action Man
6. Tought Sausage12. Don't Tell The Band

Wieder eine gewohnte WSP Scheibe nach "Another Joyous Occasion". Mit dem letzten Werk, der auch in Deutschland immer bekannter werdenden US-Jamrockband, konnte ich mich bisher noch nicht so recht anfreunden. Zu viele Brass-Elemente, den die DIRTY DOZEN BRASS BAND beigesteuert hatte. Aber egal, es geht ja nun um "Don't Tell The Band", und stilistisch wird da eher an "Til The Medicine Takes" angeknüpft. Ziemlich eingängige Melodien und keine ellenlange Jams und Improvisationen, obwohl gerade da die Stärken der Band liegen. Hier kann ich nur jedem "Light Fuse, Get Away" empfehlen. Aber da mir dankenswerterweise ein Exemplar der ersten Auflage vorliegt, komme ich in den Genuss der beiliegenden Live-CD mit 5 Aufnahmen einer Liveshow vom Frühjahr 2000 aus Athens, Georgia. Kurz erwähnen möchte ich die Tracklist dieses Goddies:
Action Man - 4:25
Chilly Water Part 1 - 4:03
Pleas - 9:34
Chilly Water Part 2 - 2:29
C. Brown - 5:55

Los geht es mit Little Lilly, einem typischen WSP Song. Dieser unbeschreiblich entspannende Rhythmus der einen sofort gefangen nimmt. Mein Lieblingstrack dieser CD.
Hard und heavy geht es weiter mit Give. Gitarren all over, aber was die Harmonie angeht immer wieder auf den Punkt kommend. Bass und Keyboard steigen gekonnt in den Frequenzkeller. Und mit Bass wird auch in den dritten Track eingestiegen. John Bell, ein Meister der Tonleitern gibt den Vortrieb an und die Bassgitarre grummelt gekonnt mit, aufgelockert durch spärische Gitarrenriffs.
Balladesk, aber durchaus mit jammigem Rhythmus dann This Part Of Town. Schade, dass dem ansonsten schönen Pappklappcover keine Lyrics beiliegen. Denn diese würden den traurigen Text vom Leben auf der Schattenseite zeigen.
Korrektur: Nicht mehr balladesk der Mittelteil des Songs, Keyboard und Gitarre brechen brachial in die ansonsten eher ruhige Nummer ein. Was für eine Choreografie. Und dieser Text:
"Tell me Brother, can you see the sun
From where you're standin' now?
I've been up and I've been down,
But I've never been here before."
Sometimes ist dann eine Nummer für die Spinners und Bouncers vor der Bühne. Abtanzen bis der Arzt kommt. Toll. Hardcore Jam gibt es im nächsten Titel - mit sehr abstrusem Text. Nicht-Amerikanern bleibt der Sinn desselben wohl für immer unverständlich.
Mit Down kommt mein zweiter Lieblingssong. Wieder dieser entspannende Drive. Das sind die Songs, die mich dieses Genre so lieben lassen.
Bei Track 7 könnte man sagen: Country meets Jam meets gekonnt dargebotene Bassläufe, die voll ins Schwarze treffen. Part 2 des Songs driftet dann allerdings in eine Richtung die eigentlich eine neue Tracknummer auf der Playeranzeige begründen würde.
"Musikalische Bandbreite" ist das Verlassen des Tellerrandes und das geschieht in Casa Del Grillo. Wie der Titel erahnen lässt, wird es hier spanisch. Ich verstehe kein Wort, erfreue mich aber an der schönen Musik. Bell geht total durch als Caballero. Dazu wieder diese schönen Gitarrenriffs.
Für die ruhigen Momente des Lebens taugt Old Joe mit John Bell an der Akustikgitarre. Weiß noch jemand etwas mit dem Begriff "Stehblues" anzufangen? Ja? Dann wisst Ihr, was ich meine.
Soweit ich weiß, ist diese Aufnahme von Action Man die erste Aufnahme mit Text.
Ach ja, die meisten Songs wurden schon lange vor Veröffentlichung auf diesem offiziellen Album live gespielt. Beispielsweise Big Woolly Mammoth am 10.10.1995 im Township Auditorium in Columbia, SC. Man weiß also, was man für sein Geld bekommt und außerdem ist es gängige Praxis im Jambereich. Erspart so nebenbei teure Promotionaktivitäten.
Jetzt kommt der Titelsong, der einzige der mich etwas enttäuscht. Ich finde nichts was mich begeistert. Aber dem messe ich erst mal keine Bedeutung zu, denn nicht selten passiert es, dass gerade solche Aussagen irgendwann ins Gegenteil umschlagen, obwohl ich es momentan nicht glauben kann. Rhythmus usw. stimmen, aber in mir regt sich nichts. Wenn es nach mir gegangen wäre, hieße diese CD "Littly Lilly".

Mein Fazit: Diese CD reiht sich gekonnt zu den Studioalben der letzten Jahre. Viele charttaugliche Songs (im positiven Sinn) und trotzdem wird das jammige Element nicht ganz vernachlässigt. Für mich liegen die wahren Stärken der Band aber eindeutig bei den Liveshows.

Ulli Heiser, (Artikelliste), 13.08.2001


 
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