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| House Of A Thousand Guitars, Blue Rose Records, 2009 |
| Willie Nile |
Vocals, Guitars, Piano, Pump Organ |
| Andy York |
Guitar, Vocals, Shaker |
| Steuart Smith |
Guitar, Bass, Piano, Keyboards Pump Organ |
| Stewart Lerman |
Guitar, Bass |
| Brad Albetta |
Bass |
| Charlie Elgart |
Organ |
| Frankie Lee & Richard Pagano |
Drums, Percussion, Background Vocals |
| Brian John Mitchell |
Organ, Piano |
| Rob Morsberger |
Strings |
| Christopher Hoffmann |
Cello |
| Hirsh & Tracie Gardner |
Background Vocals |
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Länge: 52 Min 33 Sek |
Medium: CD |
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| 1. House Of A Thousand Guitars | 7. Give Me Tomorrow |
| 2. Run | 8. Magdalena |
| 3. Doomsday Dance | 9. Little Light |
| 4. Love Is A Train | 10. Touch Me |
| 5. Her Love Falls Like Rain | 11. The Midnight Rose |
| 6. Now That The War Is Over | 12. When The Last Light Goes Out On Broadway |
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Es ist anzunehmen, dass Willie Nile nicht der pflegeleichteste Bub zwischen Harlem River, Hudson River und East River ist, aber er ist so was von New York, nein, so was von Manhattan, oder noch genauer: Greenwich Village tagsüber und CBGB abends - irgendwann zwischen 1973 und 1978.
Das war eine Zeit, als noch große Rockmusik in kleinen Clubs gemacht wurde, als ziemlich freakige Photographen ziemlich abgefahrene Bilder von ziemlich drogensüchtigen Musikern machten (gerne in schwarzweiß), als Uptown-Manhattan noch wirklich gefährlich und Warhols Factory ein mythischer Ort war.
Willie Nile ist 60 Jahre alt und sein musikalischer Output von 1980 bis heute ist überschaubar. Wenn die Quellen nicht lügen sind es sieben Studio- und ein paar Live-CDs plus dem einen und anderen Gastbeitrag auf Compilations wie dem Springsteen-Tribut "Light Of Day" oder als Backgroundsänger auf Ian Hunters "Rant" von 2001. Dazwischen hat sich Nile dem Vernehmen nach mit diversen Plattenfirmen gestritten und jahrelang überhaupt keine Musik gemacht. Das ist zwar irgendwie traurig, aber: der Typ ist im Gegensatz zu so vielen anderen nicht mehr ganz jungen Musikern nicht ausgebrannt und kreativ am Ende, im Gegenteil, "House Of A Thousand Guitars" versprüht Frische und Rock'n'Roll-Attitüde wie kaum ein Songwriter-Album seit langem. Und das trotz aller Zitate…
… "Jimi Hendrix plays all night long in the house of the thousand guitars, through a purple haze you can hear the song in the house of…", und so weiter. Gnadenloses "name dropping" im Eröffnungs- und Titelsong, da tauchen alle Helden Niles auf. Na und? Willie Nile ist noch Fan genug, seinen Einflüssen Dank zu sagen, er benimmt sich im Haus der 1.000 Gitarren wie ein Museumsbesucher, lässt aber trotzdem die Sau raus - und seinen eigenen Rock'n'Roll-Lifestyle erkennbar werden.
Im anschließenden Run ist Powerpop, wie man ihn von den großen NYC-Bands kennt, angesagt. Perfekte Drums (siehe auch THE KNACK oder BLONDIE), eine messerscharfe Gitarre (die auch mal geschmeidig surft) und Niles cooler Gesang beamen einen gefühlsmäßig ins Jahr 1978. Tatsache ist aber, dass Willie Nile vollkommen 2009 ist. Genau so muss Rockmusik sein: wertkonservativ und schön, aber wild. Ergo folgt mit Doomsday Dance ein Rocker, wie ihn Kollege Lou Reed möglicherweise gerne geschrieben hätte. Grandios intensiver Stomper.
Und dann wird's springsteenesk. Leider hat der Boss seit heiligen Zeiten keinen solchen Song wie Love Is A Train mehr geschrieben. Was für eine Wortwucht, was für eine Wahrheit, was für eine Heartland-Musik, nach der sich alle Springsteen-Epigonen inklusive Mellencamp die Finger lecken.
John Lennon und die BEATLES winken bei Her Love Falls Like Rain, dann kommt erstmals der Einfluss des altersgleichen Billy Joel zutage. Ein Song, Worte, gesträubte Haare. Das ist Songwriterkunst. Die stimmliche Magie Joels kann Nile nicht erreichen, aber wenigstens drei Songs aus der zweiten Hälfte von "House Of A Thousand Guitars" stehen der Intensität des "Piano Man" nicht nach. Und vor allem rockt Willie Nile dazu. Siehe bitte The Midnight Rose.
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass alle in dieser CD-Kritik genannten Namen, außer Springsteen und Mellencamp, einen Bezug zu New York haben. Es ist einerseits Zufall, andererseits passt es exakt, denn New York hat immer große Künstler erzeugt, andere angezogen und ausgebildet und noch viele mehr aus der Ferne beeinflusst. Willie Nile ist ein großer Heartland-Rocker dieser Stadt.
PS: Der Name Dylan ist nicht gefallen. Aber keine Bange, den kennt Wiilie Nile auch sehr gut. Greenwich Village…
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