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Wolfe

Delaware Crossing

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Delaware Crossing
Delaware Crossing, UlfTone Music, 2003
Todd Wolfe Electric & Acoustic Guitars, Vocals, National Resonator Guitar, Lap Steel, Mandolin
Chuck Hearne Bass, Backing Vocals
David Hollingsworth Drums
John Cree Percussion
John Popper Harmonica
Barb Walker Backing Vocals
Karl Frick Piano, Organ
Produziert von: Ben Elliott, Todd Wolfe & Scooter Weintraub Länge: 67 Min 56 Sek Medium: CD
1. Stranger Blues7. Black Hearted Woman
2. No Returns, No Exchanges8. Beg Forgiveness
3. See What Love Can Do9. Love Gone Bad
4. Tumblin' Down10. Crowded In My Soul
5. One Lost Love11. Wolfe Jam
6. Things Get Better12. Gates Of Heaven

Es gibt wenige Labels wie UlfTone Music, bei denen annähernd 100 Prozent der Veröffentlichungen den Weg ins Home of Rock finden. Der gute Ulf Zick und seine Mädels und Buben haben einen Musikgeschmack, der sich mit unserem Redaktionsgusto deckt. WOLFE ist eines dieser Sahnestückchen und es ist schön, bei einer solchen Band eine konsequente Weiterentwicklung auf einem Label beobachten zu können.
Die erste CD war noch mehr oder weniger purer Bluesrock, CD Nummer 2 hatte einen verstärkten Drang in Richtung Rock und "Delaware Crossing" ist sozusagen "the arrival" im Jahr 2003, ohne aber die Vergangenheit zu verleugnen.

Wirklich verstehen kann man diese Platte, wenn man Todd Wolfe und seine Band bereits live gesehen hat und weiß, wann und wie sie ihre Qualitäten am besten ausspielen können. Immer dann nämlich, wenn sie nicht nur den Delaware überqueren, sondern einen großen Schritt über Blues, Rock und Jam-Musik mit Southern- und Folk-Einflüssen machen.
Genau unter diesem Aspekt muss man diese CD betrachten. Über eine Stunde lang hört man keinen herkömmlichen Blues, keinen 08/15-Rock & Roll und kein sinnentleertes Gedudel. Man hört 12 Songs, die rocken UND rollen UND grooven UND bluesen UND ganz einfach toll anzuhören sind.

Wie schon auf "Wolfe" ist auch hier wieder Harp-Legende John Popper zu hören. Außerdem gibt es verstärkt Piano- und Hammond-Einsätze und zur Abrundung immer wieder schöne Percussionarbeit.
Schwer, einzelne Songs herauszuheben. Zu kompakt klingt die gesamte CD. Aber wenn schon, dann muss man Tumblin' Down erwähnen. Knapp 5 Minuten STONES-basierter High-Energy-Rock, der sich zu einem furiosen Jam ausweitet.
Und das traumhaft schöne See What Love Can Do darf man nicht vergessen. Es ist eine Coverversion eines Songs von Jerry Williams, der erstmalig auf der LP "Behind The Sun" von Eric Clapton (1984) zu finden ist. Ich kannte die Platte nicht, hab sie mir aber sofort geholt und bin erschüttert, was Clapton NICHT aus diesem Song gemacht hat. Das hat Todd Wolfe nachgeholt und zwar in einer Art und Weise, die nachdenklich macht. Denn eigentlich hat E.C. keinerlei Daseinsberechtigung mehr.

Wo wir grade bei Höhepunkten sind. Noch eine Coverversion, Things Get Better, die alte Stax-Nummer von Eddie Floyd und Steve Crooper. Clapton hat auch diesen Song bereits gespielt, in der DELANIE & BONNIE & FRIENDS-Besetzung Ende der 60er Jahre. Muss ich sagen, welche Version mir besser gefällt?
Grollender Heavy-Blues bei No Returns, No Exchanges, noch eine wunderbare Nummer bei der Todd die Akustische, eine Steel und seine Resonator spielt, One Lost Love, ein bisschen Hendrix-Feeling bei Beg Forgiveness, locker rockender Swing bei Crowded In My Soul und dann, fast am Ende, der absolute Überflieger: Wolfe Jam heißt er und seit langem habe ich eine solche Nummer nicht mehr gehört. Um genau zu sein, seitdem die ALLMAN BROTHERS jegliche Kreativität eingestellt haben. Live aufgenommen und 7 Minuten lang. Über der Orgel und dem Percussionteppich schwebt die Gitarre und dann hebt sie ab und fliegt und fliegt und fliegt. Wie wäre es, wenn Warren Haynes mal wieder solche Nummern machen würde?

Ein Spitzenalbum! Und schön gestaltet ist es noch dazu. Todds Sohn sorgte für das stimmungsvolle Cover, passend zur stimmungsvollen Musik.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 22.02.2003

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