HoR Logo kl CD-Review:

Logo Yes

Fly From Here

Logo Home-of-Rock
Startseite > Alle Bands von A-Z > Yes > Fly From Here

Link Homepage:
Offizielle Yes Homepage
Link MySpace:
Yes @ MySpace.com
Link Plattenfirma:
Frontiers
Link Kaufen:
www.amazon.de
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Fly From Here
Fly From Here, Frontiers, 2011
Benoit David Vocals
Steve Howe Guitars
Chris Squire Bass
Alan White Drums
Geoff Downes Keyboards
Produziert von: Trevor Horn Länge: 47 Min 28 Sek Medium: CD
1. Fly From Here - Overture7. The Man You Always Wanted Me To Be
2. Fly From Here - pt I - We Can Fly8. Life On A Film Set
3.Fly From Here - pt II - Sad Night At The Airfield9. Hour Of Need
4. Fly From Here - pt III - Madman At The Screens10. Solitaire
5. Fly From Here - pt IV - Bumpy Ride11. Into The Storm
6. Fly From Here - pt V - We Can Fly

Eine neue YES ist yes immer ein Ereignis, ist es nicht? Man liest ja allenthalben, dass der Prog Rock wieder ungeheuren (wie auch sonst) Aufschwung nimmt, oder genommen hat, und also ist eine Veröffentlichung der Urväter des Prog, die ja schon einmal als Dinosaurier beschimpft wurden, mit neuem Material natürlich wichtig. Und so geheim, das den Schreiberlingen noch nicht mal ein Download zugestanden wurde. Also wartet man, bis die CD veröffentlicht wird, und holt sich eben dann den Download.

Genug der unbedeutenden Problemen der schreibenden Zunft angesichts so eines Ereignisses! Wer kann sich da in solchen Kleinlichkeiten austoben, wenn ein Masterwork zu beurteilen ist. Nun, Jon A. ist diesmal nicht dabei, und an den Drums sitzt Alan White. An den Vocals der Sänger einer YES Cover Gruppe (das ist gut, lasst euch das mal auf der Zunge zergehen! - das ist so als würde Mercedes mit Tata kollaborieren) und an den Keys Geoff Downes (also ein bisschen ASIA ist dabei). Ein bisschen BUGGLES - produziert hat Trevor Horn - gibt es auch. Veröffentlicht wurde beim AOR "Home Of The Homeless" Frontiers - muss man das Ergebnis jetzt noch im Einzelnen buchstabieren?

Also dann: gewagt wird … nichts (den sonst hätte man z.B. ja nicht den Sänger der Cover Bad genommen, sondern etwas Anderes - ich sag' ja noch nicht einmal Neues - versucht). Produziert ist das ecken- und kantenlos (ja, schon, Squires Bass brummt wie ehedem, und die Band klingt wie mindestens 10 Leute), weich wie ein Stück Seife nach dem Duschen. Musikalisch spielt Howe was er immer spielt, minus irgendwelcher Extravaganzas, White ist eh' ein effektiver Geradeaus Trommler, Downes fiept und piepst eben wie es seine Pflicht als Keyboarder ist, und jede Menge Chorusse gibt es selbstverständlich auch. Aber Benoit ist definitiv aber nun überhaupt nicht Jon, abgesehen von annähernd derselben Tonlage.

Und so spielen sie sich eben durch ein YES-Coverset. Klingt wie YES, die seit Jahrzehnten bekannten Riffs, Breaks und Melodienfolgen werden natürlich durchgekaut, der Pomp blitzt allenthalben auf, es gibt eine Solo Akustikgitarren Stück (Solitaire), und ansonsten ist das enorm melodisch, YES auf AOR, man verzeihe mir diese Anspielung. Das Problem liegt darin, dass selbst YES es krachen lassen konnten, wenn Krach angesagt war - und wenn hier jetzt etwas heftiger zur Sache gegangen wird, blubbert es vielleicht, bestenfalls. Junge, ist das meilenweit von allem, was ich bisher mit YES an Gutem und Schönen verbunden habe, weg. So wie YES aussen drauf, aber nicht innen drin. Ist schon interessant, wie sehr Anderson den YES Sound prägte.

Der Fairness halber sei gesagt, dass Fly From Here mir seinen vier Teilen natürlich die Ansprüche an das, was man im Prog erwartet, erfüllt - Long Track, viele Themen- und Rhtymuswechsel, dabei melodisch und gut anzuhören. The Man You Always Wanted Me To Be ist der radiotaugliche Hit auf der CD, Life On A Film Set ist angemessen melancholisch, erinnert an die MOODY BLUES, steigert sich zum Ende hin und ist ein Beispiel für Krachen-lassen-ohne-Saft. Hour Of Need ist eine nette Folk Ballade, und Into The Storm der angemessen vertrackte Endtrack, damit man in der richtigen Erinnerung bleibt, einschließlich eines netten, aber unaufregend Solos von Howe - und dabei konnte der Oberfrickler doch so richtig schön nerven.

Ärgerlich? Nein. Ein Glanzstück im YES Portfolio? Nein. Aber auch keine altersschwache Zahnlosoper. Aber YES - die sind anders. Wie man YES meint, aber was Eigenes erschafft, das gänzlich überzeugt und auch Saft und Kraft hat, zeigt Mr Wetton auf seiner neuen CD. Dazu mehr demnächst.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 17.07.2011

Startseite > Alle Bands von A-Z > Yes > Fly From Here

 
© Home of Rock 2001 & ff., Impressum & Kontakt