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CD-Review:
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20 Jahre nach dem absoluten Meilenstein "Eliminator" stellt sich die Frage, an welchem Punkt die Band mittlerweile angelangt ist. Nachdem man sich 1994 mit "Antenna" aus einer musikalischen Sackgasse befreit hatte und auf neue Wege (... oder back to the roots, das ist gewiss Ansichtssache) begab, folgte zwei Jahre später mit "Rhythmeen" und eben jetzt in Form von "Mescalero" die konsequente Fortsetzung der eingeschlagenen Linie (das unsägliche "XXX"-Album mal außen vor gelassen). Man kann ZZ TOP ja einiges vorwerfen, aber auf die Charts hat man mit diesem Werk garantiert nicht geschaut. Sperrig und verschroben daherkommend, verzerrte und verschwommene Gitarren und Vocals, wenig Ohrwurmcharakter, die 80er vollkommen vergessen lassend. Waren auf "Rhythmeen" noch 5 der 12 Tracks Gibbons/Hill/Beard-Kompositionen, so ist das Verhältnis hier 1 zu 16. Ob Gelbsucht und Blinddarmoperation der Kreativität solche Grenzen gesetzt haben oder ob es sich schlichtweg um ein verdecktes Billy Gibbons Soloalbum handelt, darüber lässt sich diskutieren. Schunkelnummern wie What Would You Do, Goin' So Good oder Que Lastima könnten einen solche Vermutungen anstellen lassen, und auch der "hidden-track" wäre besser in seinem Versteck geblieben. Das führt zu Abzügen in der B-Note, reicht aber aufgrund der vielen positiven Aspekte zu einer schwachen 2. Jürgen Ruland, (Artikelliste), 18.09.2003
Jetzt fällt der bärtigen Hälfte unseres texanisch-japanischen Lieblingsquartetts gar nix mehr ein. Frank Beard ist sowieso nur ein einarmiger Schlagzeuger und unser Freund aus Japan, Sony Takataka, ist eine dummdusselige Maschine, die immer nur Takataka macht und unseren Informationen zufolge gar keinen Bartwuchs hat. Zur Ehrenrettung von "Mescalero" sei gesagt, dass die Qualität der, na ja, Songs durchwegs besser ist als auf der unglücklichen "XXX" von vor 4 Jahren. Liegt aber ausschließlich an der vollkommenen Ideenlosigkeit des Songschreibers Billy F. Gibbons. Immer wenn's nämlich mal gut klingt, bedient er sich in seiner eigenen Vergangenheit (Buck Nekkid, Goin' So Good, Dusted, ach, eigentlich in fast jeder Nummer) oder klaut bei irgendwelchen Blues-Urvätern. Leicht und beschwingt ist bei ZZ TOP schon länger ein Fremdwort. Gut, immer nur happy go lucky muss ja auch nicht sein. Aber gleich so zwanghaft? Am nächsten an frühere Spaß-Attitüde kommt noch Me So Stupid ran. Lustiges Liedchen (natürlich Marke Eigenzitat) und netter Text. Daran waren aber auch Aufnahmeingenieur Joe Hardy und Soundmaster G.L. Moon beteiligt. Ansonsten dominieren schräge Krawallattacken, fragwürdige Soundtüfteleien und sonstige Experimente. Ach ja, gesungen wird auf "Mescalero" auch. Entweder Gibbons hat eine schlimme Kehlkopferkrankung, oder das Mikro im Studio stammt aus einem Linienbus. Ganz grauslig wird es, wenn zu allem Überfluss Effektchen eingesetzt werden, die einem schon bei Silikon-Cher den Magen umgedreht haben. Ein echter Lichtblick ist vertreten. What Would You Do möchte ich bitte von einem wie Sonny Landreth gecovert hören. Der hat nämlich das Feeling für solche Lieder. Ich habe lange geschwankt, ob ich diese CD nun mögen oder hassen soll. Hassen tu ich sie nicht. Zu unwichtig und, wie gesagt, besser als "XXX". Aber mögen kann ich sie auch nicht. Dafür ist zu viel Billy Gibbons Soloprojekt und zu wenig ZZ TOP drin. Ich meine die ZZ TOP, die ich mal geliebt habe. Damals, als man noch analog aufnahm und Texas-Boogie spielte. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 02.10.2003
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