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| Snakeland, Big Water Records, 2005 |
| Zak Daniels |
Lead Vocals, Rhythm Guitars, Percussion, Harmonica |
| Jim Katsikides |
Lead & Rhythm Guitars, Backing Vocals |
| Doug Lavery |
Drums, Backing Vocals & Harley Davidson Groove |
| Orion Lindemann |
Bass & Digital O.C. Vibe |
| "Guest Snakes": |
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| Alan Okuye |
Hammond B3, Piano, Synthesizer |
| David Neely |
Rhythm Guitar (Pay) |
| Produziert von: Lord Moss |
Länge: 41 Min 17 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Pay | 7. Hearts Break Easy |
| 2. Silicone | 8. Leave It Up To The Rest |
| 3. Cautiously Optimistic | 9. Wheels Of Justice |
| 4. Bar Hoppin' Blues | 10. Southern Belle |
| 5. Hollywood Sleazer | 11. Leg Jam |
| 6. Shy Girl | |
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As time goes by. Im Mai vor 4 Jahren stolperte ich bei CD Baby über die wunderbare erste CD von Zak Daniels und seinen ONE EYED SNAKES. Die war damals bereits 3 Jahre alt und avancierte zu einer meiner Lieblingsplatten, die auch bis heute immer wieder läuft.
Nach sieben Jahren nun also endlich das Zweitwerk dieser höchst begabten Kapelle. Sieben Jahre, in denen Mr. Daniels gute Kritiken bekam und lokale Gigs mit seinen Jungs spielte, aber so richtig vorwärts ging es mit der Karriere nicht.
Das ist bedauerlich und bezeichnend für eine rettungslos kaputte Musikszene, in der in der Zwischenzeit gefühlte 1 ½ Millionen neue Superstars gezüchtet und wieder getötet wurden, in der pseudoreligiöse Vereinigungen wie U2 trotz massivem Stillstand nach wie vor die absoluten Bestseller sind, in der eine Auflage von weniger als 5 Millionen für ein neues Album von Michael Jackson als Flop bewertet wird, gleichzeitig aber die besten Künstler verzweifelt versuchen, endlich an einen halbwegs ernsthaften Deal mit einer vernünftigen Plattenfirma zu gelangen, um so wenigstens ein klein wenig Publicity und Überlebenschance zu erlangen. Klappt fast nie und wenn, steht garantiert irgendwo ein Blödmann im Weg, der alles wieder kaputt macht, weil er nichts kapiert und die Welt deswegen nie von einem geilen Produkt erfahren wird.
Natürlich wissen wir nicht, warum es bei Zak Daniels bis jetzt nicht richtig gefunkt hat, überraschend wäre es aber nicht, wenn tatsächlich die branchenübliche Ignoranz schuld daran ist, dass auch die neue CD "Snakeland" einem kleinen und feinen Kennerpublikum vorbehalten bleiben muss.
Die ONE EYED SNAKES sind bis auf den Bassisten die gleiche Band wie 1998 und Zak singt nach wie vor großartig und unaufgeregt seine Version von Hardrock, beeinflusst von den Siebzigern und Achtzigern, geprägt von nichts außer seinem persönlichen Geschmack, offen für Blues, Pop, Metal und klassischem Gitarrenrock, und vollständig real existent im Jahr 2005, also genau so klingend, dass ein kluger Jungmanager (paradox, wir wissen es) auf die Idee kommen könnte, Zak Daniels hätte diese Musik gerade eben erst erfunden.
Hat er natürlich nicht, aber ein flockiger Sommersong wie Cautiously Optimistic könnte normalerweise jede Hitparade von hinten aufrollen und hat dennoch einen klugen Text-Hintergrund.
Zak Daniels macht Sleaze-Rock. In der Vergangenheit implizierte das oft durchaus dürftige handwerkliche Fähigkeiten. Wenn man den SNAKES lauscht, kommt man allerdings aus dem Staunen nicht heraus. Neben den allzeit gegenwärtigen Melodien mit Ohrwurmcharakter ragt, zusammen mit Zak natürlich, Gitarrist Jim Katsikides aus dem schmierigen Sumpf drittklassiger Saitenzerrer. "Kat" lässt die Soli stapelweise herausfließen, rockt auf der Akustischen, slidet und rifft spektakulär, baut große Gitarrenwände auf und bratzt nie die Songs zu. Da ist keine Effekthascherei, kein Gitarristenegoismus, selbst wenn's mal nach LED ZEPPELIN, wie bei Shy Girl, klingt. Wenn er in Hearts Break Easy den Boogie-Hurensohn gibt, brechen eh alle Dämme. Eine ganz bemerkenswerte Leistung dieses unknown Guitarhero.
Vielleicht hat die CD auch nur so lange gebraucht, weil Zak Daniels so viel Sorgfalt auf sein Songwriting verwendet? "Snakeland" hat keinen Ausfall, kein abdriften ins Banale, keinen Lückenbüßer. Letztlich ist die Scheibe eine ganz große Rock-Show (und dem leckeren Model auf dem Cover dürfte der Leg Jam gewidmet sein - "Legs right up to her eyes").
Replay, replay! Was für ein mächtig drückender Rocker Pay doch ist und wie man unwillkürlich grinsen muss bei den zweistimmigen Gitarrenläufen. Das ist der Stoff aus dem Klassiker gemacht sind.
Stellen wir uns einmal vor, wie ein volles Stadion die Rock & Roll-Hymne Silicone mitsingt: "Skin and bone and silicone, she's just skin and bone and silicone". Vorne stehen die Silikonbomber und schreien "Zak, ich will ein Kind von Dir!", dahinter die knochenharten Kuttenträger und auf der Bühne die Schlangen mit dem unbedingten Willen, der Welt zu beweisen, dass Hardrock mit Hirn und Eiern möglich ist. Schön wär's. Einstweilen müssen wir uns mit der besten Hollywood-Hardrock'n'Groove-CD des Jahres begnügen.
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