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Ziggy Marley And The Melody Makers
"Spirit Of Music"

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Spirit Of Music
Spirit Of Music, Elektra, 1999
Ziggy Marley Vocals, Guitars, Nyabinghi Drums, Bass, Melodica, Percussion
Jim Keltner Drums, Percussion
Taj Mahal Harmonica
Steve Marley Vocals, Nyabinghi Drums, Drum Programming, Rhythm Guitar, Akete Drums
Julian Marley Vocals, Nyabinghi Drums, Bass
Damian Marley Backing Vocals, Drum Programming
Earl "Chinna" Smith Backing Vocals, Guitar
Wilburn "Squidly" Cole Drums
Don Was Melodica, Piano, Bass, Keyboards
Lenny Castro Percussion
Uzziah Thompson Percussion
Cedella Marley Backing Vocals
Sharon Marley Backing Vocals
Erica Newell Backing Vocals
James "Hutch" Hutchinson Bass
Mark Goldenberg Guitar
Benmont Tench Organ
Tyrone Downie Piano, Organ
Abe Laboriel Bass
Aston "Family Man" Barrett Bass
Christopher Meredith Bass
Jamie Muhoberac Keyboards
Mark Isham Trumpet
Lili Haydn Violin
Paul Jackson, Jr. Guitar
Andrew Scheps Loop Programmer
Ian Coleman Guitar
Carol McLaughlin Piano
Dean Fraser Saxophones
Produzent: Don Was & Ziggy Marley And The Melody Makers Länge: 66 Min 39 Sek Medium: CD
1. Keep My Faith (3:41)8. One Good Spliff (3:54)
2. We Are One (3:41)9. Let It Go (5:26)
3. Beautiful Day (4:58)10. 13 Months Of Sunshine (4:30)
4. Gone Away (5:08)11. Many Waters (4:37)
5. All Day All Night (4:14)12. High Tide Or Low Tide (3:59)
6. Higher Vibration (4:12)13. Won't Let You Down (4:16)
7. All I Need Is You (3:33)14. Jah Will Be Done (4:57)

Ich habe mir die aktuelle CD von ZMMM nach dem letztjährigen Chiemsee Reggae Festival zugelegt und eigentlich beim Kauf etwas erwartet, was mehr oder weniger, eher mehr, nach Bob Marley klingt.
Nach dem ersten Lied habe ich dann den CD-Spieler aufgerissen, weil ich glaubte die haben mir die falsche CD ins Cover gepackt. Weshalb meine Verwirrung? 'Keep my faith' ist auf gar keinen Fall Reggae, das ist doch .... ein Blues, noch dazu mit einer knackigen Mundharmonika! Erst beim 2. Anhören fällt mir mit der Percussion und den Nyabinghi drums auf, woher der Song eigentlich kommt. Und genau so geht's dann bei den nächsten Tracks weiter: mal bluesig, mal rockig, schöne Gitarren, total entspannter Sound. Die Marley-Mädels im Background stimmgewaltig, aber vielleicht teilweise etwas zu dominant (wie im richtigen Leben?). (Das ist ja nun nix wirklich neues. So seid Ihr nunmal. Fred der Geknechtete).

Ich fange an das Booklet zu studieren und gewinne die Erkenntnis, was ich da höre kommt nicht von ungefähr. Die Marleys haben sich da ein paar (Ein paar? Ich zähle 29!!) Musiker ins Studio geholt, die auf der CD zweifellos ihre Spuren hinterlassen haben: Bei den meisten Songs an den Drums: Jim Keltner. Die Liste der Künstler, für die er schon getrommelt hat, ist beeindruckend lang. Harmonica: Taj Mahal, die Blueslegende. Und bei Bass lese ich immer wieder James "Hutch" Hutchinson. Achso!!! Und dann mit Don Was auch noch ein namhafte Größe als Produzent. Und an der Produktion gibt's ja auch nichts auszusetzen.

Track 5 endlich, nein endlich stimmt nicht, ich bin schon längst überzeugt, dass Ziggy mehr als nur Reggae kann, der erste reinrassige Reggaesong. Der dafür gleich so klassisch, dass ich zum Heftchen greife. Na klar: written by Bob Marley. Aber schön umgesetzt, auch wenn mir die Stimme von Ziggy besser gefällt als die von Steve Marley, der bei diesem Song den Leadgesang übernimmt. 'High tide or low tide', die 2. Bob Marley Komposition, erscheint mir im direkten Vergleich fast ein bißchen langweilig. Moment mal, wollte ich nicht ursprünglich eine Reggae-CD im Bob Marley Stil?

Was gibt es an Negativem anzumerken: 'One good spliff' wäre so ein schöner ruhiger Song, wenn einen nicht völlig unvermittelt eine Rapeinlage mitten im Lied aufschrecken würde. Und 'Let it go' passt einfach nicht auf dieses Album. Jetzt, wo ich gerade zu 80% entspannt bin, kommt mir das Getrommel direkt hektisch vor.
Den positiven Gesamteindruck stört das aber nur geringfügig. 'The spirit of music' ist eine äußerst angenehme Mischung aus Blues, Rock und Reggae und definitiv die CD, die in meinen Player kommt, wenn ich mir nach einem Sch...-tag ein Glas Rotwein und ein heißes Bad gönne.
Na wenigstens brauche ich mich nicht auch noch an andere Texte und Inhalte gewöhnen und 'One good spliff' ist ja nicht nur dem Reggae vorbehalten!

(Ich vermute mal, Du vergibst als Benotung den goldenen Spliff, also eine Note 1? Fred)

(Na, sagen wir eine 2+, man muß ja für andere schöne Reggae-Scheiben noch steigerungsfähig bleiben. ID)

Heidi Bauer (Impressum, Artikelliste), April 2001

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Adelina hat auch keine Angst vorm schwarzen Mann:

Ich kann mit Reggae und Reggae-artiger Musik nicht viel anfangen. Die Heidi schafft es allerdings immer wieder, Sachen anzubringen, die man sich auch als Reggae-Nichtfan (fast) ganz anhören kann.
Also bei ZM geht das anhören auch problemlos. Da helfen die Rock- & Blueseinflüsse durch die mitwirkenden Musiker etwas nach. Die Stilmischung Reggae, Rock und Blues kommt gut an. Die Marley-Family ist immer für eine Überraschung gut.
Die CD steht bei uns schon im Regal. Ich werde sie mir bestimmt nicht oft anhören, aber ab und zu, auch als Hintergrund bei einer gemütlichen Unterhaltung, kommt die schon in den Player.

Von mir eine 3.

Daniel lebt im Regental und schläft zu wenig:

Konnte ich meinem CD-Player nach Freds angestaubter Jackie-Lynton-Bluesklamotte noch mit einer sofortigen New-Country-Frischzellenkur aus der Patsche helfen, so brachen hier doch alle Dämme.
Reggae ist zwar auch eine Art Countrymusik, aber für Menschen wie mich, die im Jahr rund 200 mal früh aufstehen müssen und ca. 340 mal in einen von Regenwolken getrübten Himmel schauen, sind diese Klänge und Rhythmen scheinbar nicht erschaffen worden.
Auch unter Genuss von unserer legitimierten Volksdroge Nr.1, dem Alkohol, keine anderen Erkenntnisse.

Note 5

Fred wundert sich über sich selbst:

Man(n) ist ja flexibel. Also schiebt man sich nach diversen Beruhigungskräutern auch mal eine Marley-CD in den Player. Jaja, die Stunde geht sicher auch irgendwie vorbei.
Häh? Was'n los? Da kommt ja Blues daher. Und zwar ein ganz erdiger. Und gespielt von weltbekannten Reggae-Künstlern wie Jim Keltner und Taj Mahal.
Genau so geht es eigentlich die ganze CD weiter. Grooviger Crossover aus Blues, Rock, Pop, Reggae. Sehr angenehm, lässig, nicht nervtötend (bis auf ein, zwei Ausnahmen).
Das ist eine klare 2 und bedeutet, dass die CD inzwischen auch in meinem Schrank steht.

(Jetzt hast Du Dich aber endgültig als heimlicher Fan geoutet. Jetzt kann ich es ja sagen: Der geht sogar zu Reggae-Konzerten!! ID)

(Das hätte jetzt nicht sein müssen. Ich bin damit auf alle Zeiten diskreditiert in Rock & Roll-Kreisen. Suizid dürfte somit ein probater Ausweg sein. Fred, am Ende)

Joachim macht's ratz-fatz:

Mein Kommentar kurz und knapp. Track 3 klingt überraschend stark und hat Groove.
Der Rest des Albums plätschert dahin wie ein müdes Rinnsaal in der Lüneburger Heide.
Wenigstens kein nerviges Rasta-Blasta-Basta, was dem Album eine 5 erspart.
Note 4-.

Manni mag auch Heilkräuter:

Überrascht stelle ich fest, dass vieles gar kein "Hardcore-Reggae" ist, sondern Musik, mal akustisch, mal mit Saxophon, die eine erheblich grössere Bandbreite zeigt, als ich das z.B. noch vom seligen Bob gewohnt war.
Allerdings auch viel weniger wütend und kämpferisch.

Für eher ruhigere Stunden (!) bei den man zuhören will und muss.

Note 3

Markus wundert sich ebenfalls über diese "Reggae"-Töne:

Reggae zählt normalerweise nicht zu meinen Lieblingssounds, oft ist mir die Musik zu monoton.
Doch Ziggy Marley hat mit "Spirit of Music" eine wirklich hörenswerte CD eingespielt. Er hat es sehr gut verstanden Reggae mit diversen anderen Musikstilen zu kombinieren. Song 1 "Keep my Faith" ist das absolute Highlight dieser CD und eine exzellente Mischung aus Reggae und Blues, vor allem das Mundharmonika-Spiel von Blues-Legende Taj Mahal ist genial. Das 3. Lied "Beautiful Day" ist auch sehr hörbar und könnte auch aus den Südstaaten der USA stammen, Ziggy singt hier ähnlich wie der gute Willy de Ville. "Gone Away" ist eine sehr groovende Ballade.
"High Vibration" gefällt mir ebenfalls gut und passt zu dem Pitú-Caipirinha-Cocktail, den ich gerade trinke, die Akustikgitarre spielt im relaxten lateinamerikanischen Sound. "Let it Go" lädt vor allem dank des treibenden Bass-Spiels und der Percussion-Soli zum Tanzen ein. Bei "13 Month of Sunshine" schafft es Ziggy Reggae mit Jazz zu fusionieren, sehr reizvoll.

"Spirit of Music" von Ziggy Marley hat mich positiv überrascht und verdient die Note 3+.

Martin hat's versucht:

Von Reggae habe ich so viel Ahnung wie eine Kuh vom Eier legen. Oder so viel wie jemand der gerade mal Smoke on the water, Breaking the law und Enter sandman kennt, von Heavy Metal. Reggae ist einfach nicht mein Ding. Wenn dieser komische Rhythmus nicht wäre, dann vielleicht. Diese übertriebenen Backgroundchöre müssten aber auch noch weg! Gibt es bessere Voraussetzungen für eine seriöse Ziggy Marley-Kritik? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Der Filius von Altmeister Bob überrascht dann doch ein wenig. Er frönt eben nicht den erwarteten locker-flockigen belanglosen Klängen zur Beschallung einer ausgelassenen Strandparty. Stattdessen dominieren die ruhigen, entspannten Klänge, teilweise sehr spartanisch umgesetzt. Die Musik vermittelt den Eindruck einer drückenden Schwüle, die jede Bewegung zur Tortour macht. Auf Tosh, Cliff und den Daddy kann man auch noch abtanzen, wenn die Nacht hereingebrochen ist. Ziggy liefert so lange den Soundtrack zu den exotischen Cocktails, die man sich relaxt an eine Palme gelehnt oder an der Bar gibt.
Zudem wagt er einige verschämte Blicke über den stilistischen Tellerrand. Ein bisschen Blues, etwas Pop, hier ansatzweise eine Rockballade, doch bevor es der Zielgruppe zu obskur und die Verwechslungsgefahr mit Paulchen Simon zu groß wird verfällt er wieder in diesen obskuren Rhythmus...
Für die Rastaszene mag das ein außergewöhnliches Album sein, dem ich seine Klasse auch gar nicht absprechen will. Um aber einen Platz in meinem musikalischen Universum zu finden, müsste er sich deutlich mehr in Richtung DUB WAR bewegen.
Beim besten Willen: Mehr als 5 ist nicht.

Ralf hatte Premiere:

Sorry folks, nicht meine Mucke.
Obwohl dies die erste (und wahrscheinlich auch letzte) Rastascheibe ist, die ich bisher ganz durchgehört habe, und obwohl ich merkwürdigerweise des öfteren an John Mellencamp erinnert wurde (den ich mag), und obwohl ich auch einige (wenige) Klangfarben ganz angenehm fand (u.a. in 13 Month of Sunshine), kann ich rein subjektiv max eine 4 werten (objektiv würde ich mich eher enthalten).

Note 4

Ulli hat kein Visum für München:

Oh Mann, jetzt bekomme ich wahrscheinlich ein Einreiseverbot für München, aber ich sollte meine Meinung kundtun. Ich bin ja wahrlich nicht "der Reggaekenner", habe aber ein paar alte Erinnerungen an tolle Songs dieses Genres (Tosh, Inner Circle, BM).
Mit BM will ich ZM aber nicht vergleichen. Das wäre der Sache und auch dem Sohn nicht gerecht. Aber diese CD begeistert mich nicht.

Es ist auch nicht soo schlimm - kein Grund den Sender zu wechseln wenn die Songs im Radio laufen würden. Mit dem wabernden Sound aus Track 4 und auch mit der darauffolgenden Nummer kann ich mich sogar ganz gut anfreunden. Meine Highlights der Scheibe.
Aber im Gesamten gesehen, ist das für mich kein Reggae (ich habe "für mich" gesagt und gebe zu, kein Kenner der Materie zu sein).
Für mich eine ganz klare persönliche 4-

Nix mit good spliff

Werner macht's wieder andersrum:

1. Keep my faith: 1 Punkt von 5 möglichen
2. We are one: 2 Punkte
3. Beautiful Day: 4 weil Gitarrenreggae und richtiger Gesang, gut
4. Gone away: 3 - is' 'n Blues, nix Reggae
5. All Day all Night: 2 weil's richtig langweiliger Reggae ist
6. Higher Vibration: 2 is ja Latino, aber langweilig
7. All I need is You: 2 langweilig
8. One good Spliff: 2-3 schöne Orgel
9. Let it go: 1 nervt
10. 13 Months of Sunshine: 2-3 geht
11. Many Waters: 2-3 Blues-Reggae
12. High Tide or low Tide: 2-3 beinahe eine Melodie, nette Gitarren-Phrasen
13. I won't let You down: 2-3 Blues-Reggae
14. Jah will be done: 2-3 so hat früher mal Reggae geklungen (in den guten alten Zeiten)
15. Hidden Track/Many Waters Reprise: 2-3 Klingt wie Stevie Wonder kurz vorm Einschlafen

Insgesamt ist die CD zu depressiv. Sie dauert zwar 66 Minuten, aber ist vorbei, ohne dass etwas hängenbleibt. Beautiful Day ist die Ausnahme und bleibt im Ohr. Der Rest ist "slow, slow maaan - no hurry".
Nach Freds äusserst strengen Bewertungskriterien wird es leider nur die Note 4.

(Yah man, slow, so solls sein! Lies nach bei Manni. Der hat verstanden, was ich meine. ID)

(Nach meinem äusserst strengen Maßregelkatalog erhält Primaner Werner hiermit einen verschärften Verweis. Fred, Ober-Primat oder wie das heißt.)

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