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Zenith
Zenith, ProgRock Records, 2009
Oliver Wulff Vocals
Boris Stepanow Guitars
Stephan Kruse Keyboards
Burkhart Heberle Bass
Tim Schnabel Drums
Produziert von: AtmOsfear Länge: 71 Min 26 Sek Medium: CD
01. Beginning04. Reawakening
02. Loss Of Hope05. Scum Of Society
03. Generations06. Spiral Of Pain

"Hallo Michelle,
Du lebst doch in Kaiserslautern, dann kennst Du doch sicherlich die Jungs von VANDEN PLAS? Hast Du vielleicht auch direkten Kontakt mit den Jungs? Ich manage eine Prog Metal Kapelle mit dem Namen AtmOsfear und vielleicht kannst Du uns helfen."
So in etwa lautete die Mail, die ich von AtmOsfears Manager bekam und die mich auf die Jungs aus Hamburg neugierig machte. Ich kaufte damals die EP und den Longplayer "Insight The Atmosphere", letzteren hatte die Band gerade veröffentlicht. Das ist nun schon viele Jahre her, denn das alles passierte 2003! Mittlerweile haben AtmOsfear mit VANDEN PLAS (ohne meine Hilfe), EVERGREY und PAIN OF SALVATION die Bühne geteilt und sich eine Fan-Gemeinde erspielt.

Da fällt mir die Aussage eines Veranstalters ein, und zwar, dass sich mit Prog kein Geld verdienen lässt. Tja, diese Erfahrung machten eventuell auch die Jungs von AtmOsfear, denn die Veröffentlichung von "Zenith" wurde des Öfteren verschoben, wobei sicherlich die Finanzierung des Werkes mit eine Rolle spielte. Des Weiteren scheint Olaf Sorgenfrei nicht mehr zum festen Line-Up zu gehören, stattdessen taucht nun Tim Schnabel als der Mann hinter den dicken Fellen auf.

Nun dreht sich nach 6 Jahren des Wartens die 2. LP in meinem Player und ja, das Warten hat sich gelohnt. Wie schon auf "Inside The Atmosphere", das von der Presse mit guten Kritiken bedacht wurde, legt man auch auf "Zenith" großen Wert auf mit Ecken und Kanten versehene Melodie. Ausgiebige Frickelorgien werden hier nicht geboten, wie es z.B. bei DREAM THEATER oftmals der Fall ist, was jedoch nicht heißen soll, dass die Jungs technisch nichts drauf haben.
Sehr gut gefällt das instrumentale Reawakening, bei dem sich die Tasten hervorragend mit den Gitarren und Drums ergänzen und eine ganz besondere Spannung erzeugen. Auch der Bass wummert ordentlich, was sicherlich auch an der guten Abmischung der einzelnen Instrumente liegt. Selbstverständlich gilt dies für das komplette Werk. Eine Steigerung gibt es beim Gesang des Oliver Wulff zu verzeichnen, der sich auf "Zenith" besonders facettenreich zeigt. Mal ist sein Gesang gefühlvoll, an anderer Stelle wie in Generations schreckt er sogar vor Growls-artigen Passagen nicht zurück. Sprechgesang gibt es von ihm bei Scum Of Society.
Was ich besonders an progressiver Musik schätze ist, dass die Texte zumeist gehaltvoll sind und zum Nachdenken anregen und auch diesen Gesichtspunkt erfüllt die Truppe hervorragend.

Einen klitzekleinen Kritikpunkt habe ich allerdings, dieser liegt bei dem grandiosen Longtrack Spiral Of Pain, der übrigens in 4 Untertitel unterteilt ist, denn nach ca. 23 Minuten gibt es eine kleine Pause in der nichts zu hören ist. Huch, aber was ist denn das??? Ein Blick auf die Tracklist gibt auch schon die Erklärung, denn dieses Stück dauert exakt 23 Minuten und 36 Sekunden. Klar, dass dann Stille ist und die kurze Passage mit Gesang zu Pianobegleitung ist ein Hidden-Track, oder ein Outro, das den Hörer sanft entlässt. Haha, somit gibt es absolut nichts zu kritisieren!
Hinter Bands wie IVANHOE, POVERTY'S NO CRIME oder SYMPHONY X brauchen sich AtmOsfear nicht zu verstecken. Daher sollte man "Zenith" unbedingt antesten.

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 12.01.2010


 
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