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Ashes And Madness

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Ashes And Madness
Ashes And Madness, Silverwolf Productions/SPV, 2009
Lance King Vocals, Keyboards
Yan Leviathan Guitars
Bill Hudson Lead Guitar
Jerry Babcock Drums
Brian Hollenbeck Bass
Länge: 54 Min 37 Sek Medium: CD
1. Ashes And Madness6. Beyond The Hallowed Gates
2. The Lost And Forsaken7. Thundersoul
3. Into The Other Side8. All The King's Horses
4. Esoteric Lies9. Never Made From Me
5. Fall From The Grace10. Time And Space Part II: Unlock The Mystery

Warum nennt sich ein Band AVIAN? Vielleicht, weil deren CDs dann im Plattenregal ziemlich weit vorne stehen, oder besser noch, weil es sich beim Namensgeber um eine Phantasiegestalt aus einem Sci-Fi-Roman handelt. Wie auch immer, jedenfalls legten die 5 Kerle von AVIAN ihr zweites Werk Ende Februar 2009 vor.
Es trägt den epischen Namen "Ashes And Madness" und entführt den Fan für knapp 55 Minuten in eine Welt, die von den verschiedensten Ausgeburten des Dämonen "Heavy Metal" bevölkert wird.

Zuerst das Positive: "Ashes And Madness" ist ein sauber produziertes Stück Schwermetall geworden. Zu klarem Sound gesellt sich eine wirklich gute Leadguitar-Arbeit. Die Band sucht Inspiration in verschienenden Subgenres, wie beispielsweise dem Classic-Old-School-Metal (früher einfach Heavy Metal genannt), dem Power Metal (früher einfach als Heavy Metal bezeichnet) und dem breit konzipierten Epic-Metal (früher auch als Heavy Metal tituliert).
Nun zum Negativen: Leider wird fast nie so recht klar, was die Jungs von AVIAN denn nun eigentlich wollen (Ausnahme siehe unten). Über weite Strecken bleiern sie sich irgendwie schwerfällig durch neun Lieder. Ab und zu nimmt Trommler Jerry Babcock mit der Bassdrum Speed auf, komischerweise meist, ohne das Tempo des Songs in irgendeiner Weise zu verändern, geschweige denn zu steigern (Ausnahme siehe unten). So wie bei Beyond The Hallowed Gates. Wie ihm das gelingt, ist schon ein Rätsel.
Vielleicht liegt es einfach am trägen Songwriting oder eben an Lance King. Der Sänger von AVIAN nervt am Ende jeder Zeile mit bemühtem, langsam oszillierenden Vibrato - manchmal leider auch noch zwischendurch. So um 1982 wäre er vielleicht sogar zum Sangesgott erkoren worden, heutzutage allerdings sind die Plattenregale mit quäkigem Kopfgesang überfüllt.
Gut, dass die Gitarrenmänner Yan Leviathan und Bill Hudson immer rechtzeitig zur Stelle sind, um das Schlimmste zu verhindern; nämlich, dass sich die Songs im Nichts verlieren. Ihr impulsives Spiel bewahrt den Hörer immer wieder vor latenter Verzweiflung.
Um es nicht in den falschen Hals zu werfen: Songs wie Thundersoul oder Esoteric Lies sind nicht schlecht. Eigentlich sind sie sogar ganz ordentlich. Aber Lance King macht es einem wirklich nicht einfach. Um die Band mit "Ashes And Madness" trotzdem nach vorne zu bringen, reichen die Riffs und feurigen Soli aber nun doch nicht aus (Ausnahme siehe unten).

Letztendlich haben wir es mit einem Output zu tun, den sich sicherlich der eine oder andere Metaller in stiller Vorfreude und mit offener Neugierde zulegen wird. Beim Durchhören wird er vermutlich öfter skeptisch die Stirn in Falten legen als respektvoll nicken. In ein paar Jahren, beim nächsten Umzug oder so, wenn ihm die Scheibe mal wieder in die Hände fällt, wird er sich fragen, was das wohl war. Im günstigsten Fall wird er sich das Ding dann noch einmal rein tun und dabei an den Winter 2009 denken - wenn es schlechter läuft, wird er es einfach zurückstellen und abtransportieren.
Es sei denn, tja, es sei denn, der Metaller erinnert sich an Song Nummer 10: Time And Space Part II: Unlock The Mystery. Und er wird sich erinnern! Voller Spielfreude bolzen sich AVIAN durch 10:14 Minuten Power Metal. Endlich fungiert der Trommler als Nachbrenner. Wieder einmal zeigen die Gitarristen aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Komposition, Songwriting und Arrangement passen absolut zusammen. (Ausgerechnet bei dem Song springt meine CD! - Arrghh!). Die Gesangslinien und Melodien halten selbst uns Lance auf Kurs. Time And Space Part II: Unlock The Mystery ist der eindeutige Höhepunkt auf "Ashes And Madness". Basta!

Olli "Wahn" Wirtz, (Artikelliste), 24.02.2009

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