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| Tell Tale Signs - The Bootleg Series Vol. 8, Sony BMG/Columbia Records, 2008 |
| Bob Dylan |
Vocals, Guitar, Piano, Harmonica, Organ, Harp |
| Stu Kimball, Donnie Heron, Denny Freeman, Robert Britt, Duke Robillard, Mason Rufner, Brian Stoltz, John Jackson, Charlie Sexton, David Bromberg, Glen Lowe, James Shelton |
Guitars |
| Daniel Lanois |
Guitar & Dobro, Organ |
| Larry Campball |
Guitar & Violin |
| Bucky Baxter |
Steel Guitar, Pedal Steel, Electric Slide Guitar |
| Ralph Stanley |
Guitar, Vocals, Banjo |
| Cindy Cashdollar |
Dobro, Slide Guitar |
| Steve Sparkman |
Banjo |
| Tony Garnier, Tony Hall, Robert Amiot |
Bass |
| Jack Cooke |
Upright Bass |
| George Recile, Brian Blade, Willie Green, Jim Keltner, Richard Crooks |
Drums |
| Tony Mangurian |
Drums, Percussion & Piano |
| Winston Watson, David Kemper |
Drums, Percussion |
| Cyril Neville, Daryl Johnson |
Percussion |
| Malcolm Burn |
Tambourine |
| Jim Dickinson, Benmont Tench |
Organ |
| Augie Meyers |
Organ & Accordion |
| Christopher Cameron |
Keyboards |
| Elena Fremerman |
Violin |
| James Price |
Fiddle |
| Dick Fegy, Jeff Wisor |
Fiddle & Mandolin |
| John Rigsby |
Mandolin |
| Peter Ecklund |
Trumpet |
| John Firmin |
Tenor Sax & Clarinet |
| Curtis Linberg |
Trombone |
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Länge: 137 Min 06 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Mississippi | 8. Can't Wait |
| 2. Most Of The Time | 9. Everything Is Broken |
| 3. Dignity | 10. Dreamin' Of You |
| 4. Someday Baby | 11. Huck's Tune |
| 5. Red River Shore | 12. Marchin' To The City |
| 6. Tell 'ol Bill | 13. High Water |
| 7. Born In Time | |
| CD 2: | |
| 1. Mississippi | 8. Cocaine Blues |
| 2. 32-20 Blues | 9. Ain't Talking |
| 3. Series Of Dreams | 10. The Girl On The Greenbriar Shore |
| 4. God Knows | 11. Lonesome Day Blues |
| 5. Can't Escape From You | 12. Miss The Mississippi |
| 6. Dignity | 13. The Lonesome River |
| 7. Ring Them Bells | 14. 'Cross The Green Mountain |
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Also ich habe in meinem Plattenschrank (ja, ich meine Schallplatten!) unzählige Bootlegs von Mr. Bob Dylan. Nicht nur die paar genehmigten, sondern viele, die von irgendwelchen Leuten heimlich mit dem Tapedeck irgendwo in seinen Konzerten aufgenommen wurden. Viele davon habe ich teurer bezahlt, als eine offizielle Platte, manche sind nicht mal als Bootleg gekennzeichnet, aber die Soundqualität spricht Bände. Ich weiß gar nicht, wie man daraus Platten gemacht hat. Heutzutage, wo das brennen auf CD viel einfacher geworden ist, nimmt die Zahl der Bootlegs ab. Oder ich kriege nicht mehr so viele, weil's mich nicht mehr so interessiert. Selbst Bootlegs aus Italien nenne ich mein Eigen, auf denen Bob Dylan netterweise versucht ein wenig italienisch zu parlieren - auf unnachahmlich amerikanische Art. Das hat er hier in Deutschland nie versucht - wahrscheinlich ist deutsch noch schwerer als italienisch. Oder er geht davon aus, dass hier eh jeder seine Sprache spricht.
Nun ist die Zeit der "offiziellen" Bootlegs angebrochen, die seit Bootleg 1-3 mit dem Segen des Herrn Dylan bei Amazon und anderen Geschäften verkauft wurden. Inzwischen sind die CDs des Volume 8 an der Reihe. Und sie sind sehr schön von Hand beschrieben, wie echte Bootlegs: das richtige Tempo ist angekreuzt (als ob man das beim CD-Player einstellen könnte) und dass es Stereo-Aufnahmen sind. Also mehr, als man von allen meinen früheren Bootleg-Platten sagen kann. Außerdem sind sie im Columbia Recording Studio aufgenommen, und das spricht trotz der Kritzeleien für Qualität. Man kann also beruhigt davon ausgehen, dass Bob Dylan auch an diesen Bootlegs verdient.
Außen auf dem Pappschuber sind auch Fotos, die Dylan zeigen, wie er jetzt aussieht. Er ist immerhin am 24. Mai 1941 in Duluth, Minnesota geboren und hat, wie man so sagt, die Rente durch. Das Leben hat in sein Gesicht die eine oder andere Spur gegraben. Auf Seite 27 des umfassenden Bookletts ist ein zeitgemäßes Foto.
Die Musik auf den beiden CDs stammt aus der Zeit von 1989 bis 2006. Die älteren Songs stammen aus einer Zeit, in der Dylan "Oh Mercy" veröffentlicht hat, die beste CD seit gut 10 Jahren. Man fragt sich, warum die Songs auf den jeweiligen CDs keinen Platz gefunden haben. Die Qualität haben sie. Allerdings war "Oh Mercy" so gut, dass das folgende Album "Under The Red Sky" dagegen abfiel. Trotzdem brachte sich Dylan mit den drei letzten Studioalben von 1997, 2001 und 2006 nicht nur in den Verkaufszahlen sondern auch künstlerisch ganz nach vorn. Allerdings ist Most Of The Time auf "Oh Mercy" ein leises, mit fast gebrochener Stimme gespieltes Liebeslied, während es bei der 'alternate version' viel zu schnell, fast fröhlich gespielt wird - die Beziehung ist wohl in die Brüche gegangen?
Umso gespannter durfte man auf die neuen Outtakes und Liveversionen sein, wusste man doch, dass bei den Bootlegseries 1-3 einige Stücke waren, die den zu ihrer Zeit aufgenommenen CDs verdammt gut getan hätten, als da wären Blind Willie McTell, Foot Of Pride und andere.
Auch hier fragt man sich beim ersten Durchhören, warum die Alternativ-Version von Everything Is Broken nicht als drittes Stück auf "Oh Mercy" gelandet ist, statt der wesentlich langweiligeren Fassung. Außerdem sind sicher die bisher unveröffentlichten Songs wie Red River Shore, Dreamin' Of You und Can't Escape From You die interessanteren dieser Compilation. Zum Glück kriegt man das, was man erhofft, nämlich hervorragende Songs, die bequem den Wert der erstklassigen CDs haben und in einigen Fällen sogar ein Highlight gewesen wären. So hätte Red River Shore selbst noch das Album "Time Out Of Mind" verbessert.
Kritisch sehe ich - neben der überteuerten 3-CD-Edition - dass "Oh Mercy" und "Time Out Of Mind" zwar mit reichlich Songs vertreten sind, während "Love And Theft" von 2001, meine Lieblingsscheibe aus dem Spätwerk, mit nur zwei Stücken, nämlich Lonesome Day Blues und Cross The Green Mountain - ziemlich knapp behandelt werden. Auf der dritten Scheibe, die mir hier nicht vorliegt, soll sich eine weitere befinden.
Lonesome Day Blues ist als Live-Aufnahme mein Lieblingsstück. Nicht allein weil Dylan hier allerliebst krächzt und bluest, sondern weil ich diese Endlos-Stücke schon immer sehr geliebt habe. Lonesome Day Blues dauert allerdings nur reichlich sieben Minuten, zwölf Minuten wie Desolation Row oder sechzehn Minuten-Stücke wie Mr. Tambourine Man in der Langfassung sind heute leider nicht mehr drin.
Anfänger werden mit "Volume 8" gewiss nichts anfangen können. Sie sollen gefälligst mit "Blowin' In The Wind" beginnen oder wenigstens mit Dylans umstrittenster Scheibe "Highway 61 Revisited" (sein Übergang zur E-Gitarre). Vielmehr gehört "Volume 8" als repräsentative Fortsetzung der legendären Bootleg-Series in die Sammlung des Kenners! Die 3-CD-Edition muss man nicht sofort haben - irgendwann gibt's die auch einzeln oder … eben als Bootleg.
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