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| Something's Dripping, Black Lodge Records, 2009 |
| Pontus Snibb |
Lead Vocals & Guitar |
| Mikael Fässberg |
Guitar & Vocals |
| Micke Nilsson |
Bass & Vocals |
| Sticky Bomb |
Drums |
| Gast: |
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| Mia Coldheart |
Vocals (Straight Shooters) |
| Produziert von: Chips Kiesbye |
Länge: 42 Min 31 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Dirt Bound | 7. Dog |
| 2. Hard Livin' Man | 8. Shot Of You |
| 3. No Doubt About It | 9. Butter You Up |
| 4. Straight Shooters | 10. Swan Song |
| 5. Elvis Chapel Blues | 11. Sicker Than I Think |
| 6. Fill Your Head With Rock | |
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Vor zwei Jahren gab es beim Debut Nörgel von uns wegen der halbgaren Produktion. Entweder bin ich inzwischen tauber geworden oder an diesen modernen MP3-Sound gewöhnt, oder - und das ist die ganz bestimmt wahrscheinlichste Version - Pontus Snibb hat erkannt, dass ein externer Produzent wie Chips Kiesbye (u. a. HELLACOPTERS und SAHARA HOTNIGHTS) einfach besser ist als das eigene Händchen, das man schließlich schon beim Songwriting und Einspielen im Spiel hatte. Wie auch immer, "Something's Dripping" klingt um Meilen besser als der Erstling und wird dadurch zu dem Hammeralbum, das "Bonafide" schon hätte werden können. Aber "Something's Dripping" hätte das Zeug zu einem Oberüberhammeralbum gehabt, wenn nicht…
… ein paar Plattitüden zu viel auf "Something's Dripping" wären. Nein, es ist nicht die grundsätzliche AC/DC-Affinität, die wollen wir ja haben, und Pontus und sein Gitarrenkollege Mikael Fässberg geben sie uns auch reichlich und gekonnt, also durchaus auf dem Niveau von AIRBOURNE und den zwei, drei anderen jungen Boogierockern. Es ist auch nicht das Acting der Rhythmusgruppe, die beiden hämmern tadellos. Pontus Snibbs Gesang ist es schon gar nicht, der Typ kräht, röhrt und schreit vorzüglich.
Es ist, man mag es kaum sagen angehörs einer solchen Scheibe, es ist wirklich das Fehlen von noch zwei oder drei solchen Songs wie A Shot Of You, die ANDERS sind. Solchen Gnadenlos-Rock'n'Roll gab es von den QUIREBOYS vor 20 Jahren und davor von Frankie Miller, dem Einzigartigen. A Shot Of You ist göttlich, exzessiv und orgiastisch, Snibb singt das "knock knock" ernsthaft wie weiland Frankie, die Gitarren schrabbeln den Boogie wie die beiden Guys (Griffin & Bailey, das erste Gitarrenduo der QUIREBOYS) plus Ron Wood und Dan Baird - es ist ein Fest. Es ist aber auch schon der achte Song auf "Something's Dripping".
Es darf jetzt bitte niemand meinen, dass die sieben anderen Nummern vorher schwach gewesen wären, ganz im Gegenteil, es ist nur dieses unbeschreibliche Rock'n'Roll-Gemetzel wie eben bei A Shot Of You, das den Unterschied macht. Da ist keine (tolle) AC/DC-Klon-Band am Werk, da wird tiefer geschürft, im Rhythm & Blues, im Pub-Rock, im vierzig Jahre alten Whiskeyfass des britischen Rock.
Als ob es eine Initialzündung gewesen wäre geht Butter You Up mit beinahe gleicher Intensität ab. Fiese kleine Licks, Snibb auf dem Schrei-Höhepunkt, eine halsbrecherisches Solo mit genialer Tempodrosselung und der anschließenden Erkenntnis: So geil war Jimmy Barnes in seinen besten Zeiten mit COLD CHISEL.
BONAFIDE hat sich auf der "B-Seite" der CD von dem ganz GROßEN Vorbild für ein paar Nummern verabschiedet und damit zwölfundsechzigtausend Respektpunkte und massives Headbanging verdient. Dass der Swan Song und vor allem Sicker Than I Think zum Abschluss wieder durchaus und im zweiten Fall sehr nach "Black Ice" klingen… so what. Die Dinger gehen gut rein.
Zu einem Hammeralbum gehört natürlich auch eine "A-Seite". Damit sind wir bei den Plattitüden. So fanatisch und fantastisch "Something's Dripping" auch rockt, die ersten drei Nummern könnten ebenso von einer vorzüglichen Tribute-Band wie SIN/CITY aus der Pfalz stammen.
Ganz nett ist Snibbs Duett mit Mia Coldheart von CRUCIFIED BARBARA bei Straight Shooters, aber erst mit Elvis Chapel Blues wird das Schema aufgerissen und abseits der Gleichstrom/Wechselstrom-Norm heavy gerockt.
Wenn Pontus Snibb noch ein kleines Stückchen mehr Platz für andere Einflüsse als den australischen einräumt, wird die dritte CD das Oberüberhammeralbum. "Something's Dripping" ist 'nur' Hammer und schmeckt zum Bier ungemein gut.
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