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No Paradise For The Damned

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Unser Disclaimer
No Paradise For The Damned
No Paradise For The Damned, Rebellion Records, 2010
Dimitri Vocals
Rudo Guitar
Rudy Ross Drums, Percussion
P.G. Henkson Vogeli Double Bass
WesXIII Guitar
Länge: 30 Min 23Sek Medium: CD
1. 1000 Bullets7. Chasing The Dragon
2. Bloodstains8. Lizard King
3. Cold Skin Love 9. Don't Talk To Me
4. Cellar Door10. Cash Flow Chain
5. Final Warning11. Black Metal
6. Devil Domain

No Paradise For The Damned nennt sich das 2010er Album der fünf Rabauken aus den Niederlanden. Ein direkter Punch ins Gesicht soll es sein. Prima, halten wir also mal die Omme hin!

Der Gesamteindruck ist nicht schlecht. No Paradise For The Damnedklingt nach primordialem Heavy Rock, so wie ihn schon die Väter (mittlerweile sogar stellenweise Großväter) des alten New Wave of British Heavy Metal zelebrierten. Soundtechnisch fühlt man sich versetzt die Zeit von DIAMOND HEAD, RAVEN, ANGEL WITCH und TYGERS OF PAN TANG. Was damals als modern erschien, muss heute zwar als retro tituliert werden, nimmt aber keineswegs den Druck aus der Produktion.

Auch das Coverartwork von No Paradise For The Damned könnte durchaus in die Zeit der NWOBHM passen. Eine Art Illustration ziert die Frontseite, mit der man heutzutage allerdings nicht mal mehr Viertklässler beeindrucken könnte. Vielleicht mag dieses Ding in Originalgröße anders wirken - im CD-Format ist es nicht mehr als lächerlich.

Kommen wir also zur Musik. Es geht rauh und erdig zur Sache. Die meist kernigen Riffs entfalten sich besonders dann, wenn sie schnell und mit Dampf aus dem Corpus gequält werden. Peinigt Rudy Ross dazu noch im Affentempo die Felle, ist die Melange geglückt. Gerade die Up-Tempo Nummern wie 1000 Bullets oder Cash Flow Chain brennen sich tief in das retardierende Bewusstsein des nostalgischen Musikfans. Dazu will auch Dimitris Stimme gut passen. Erinnert sein Timbre stellenweise doch tatsächlich an den jungen James Hetfield. Aber auch eine Portion Gerre und Mille sind immer mit dabei. Leider versteigen sich die fünf Burschen viel zu selten in diesen Stil.

Nicht ganz so überzeugend sind die Midtempo-Nummern des Albums. Egal ob sie nun Bloodstains heißen oder beispielsweise Final Warning. Gewiss, sie dampfen recht ordentlich. Aber letztendlich fehlt diesen Songs so eine Art Baryzentrum. Andere Bands benutzen dazu irisierende Gitarrensoli oder sorgfältig terminierte Breaks. CENOBITES verzichten darauf, was den Stücken mehr schadet als hilft, bei allem Verständnis für puristische Musikvorstellungen.

Ziemlich übel wird es mit Chaising The Dragon und Don't Talk To Me. Beide Nummern werden durch ihr erschreckend hüftsteifes Riffing geradezu hingerichtet. Die Melodien bewegen sich auf dem Niveau einer Schülerband, so banal, einfallslos und überflüssig sind sie. Also schnell weiter skippen.

Und dann gibt es da noch Black Metal. Das wird doch nicht etwa… Doch es ist es! CENOBITES haben den alten Tinnitus-Tsunamie der "besten schlechten" Band auf CD geprügelt. VENOM, mein lieber Herr Gesangsverein. Sie nannten sich Mantas, Cronos, Abaddon und haben bis zuletzt nichts von ihrem Dilletantismus eingebüßt. Es macht Spaß, dieses Werk einmal in neuem Gewand zu hören. Und es ist schon erstaunlich, wie "Black Metal" ohne die gewohnten Temposchwankungen beim Drumming klingt. CENOBITES, diesen Song auf die CD zu nehmen, war eine klasse Idee. Kleine Teufelchen werden eure Namen singen!

Wer Typen wie Hotblack Desiato, Cyrus the Virus oder Tullius Destructivus mag, dem wird No Paradise For The Damned sicher auch gefallen. Davon soll es dort draußen bekanntlich eine Menge Leute geben.
Schöngeister, Feuilleton-Fanatiker und Altphilologen lassen aber besser ihre Finger davon, außer sie wollen mit CENOBITES ihren allzu schnöseligen Nachwuchs erschrecken.

Ach ja, das Foto von Beavis auf dem Tonkörper im Booklet rundet das positive Bild gekonnt ab, dass sich von der Band nach dem Konsum von No Paradise For The Damned aufdrängt.

Olli Wirtz, (Artikelliste), 08.05.2010

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