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| III, earMUSIC, 2011 |
| Sammy Hagar |
Lead Vocals |
| Joe Satriani |
Guitars, Keyboards, Vocals |
| Michael Anthony |
Bass, Vocals |
| Chad Smith |
Drums, Percussions |
| Produziert von: Mick Fraser & Chickenfoot |
Länge: 49 Min 36 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Last Temptation | 7. Three And A Half Letters |
| 2. Alright, Alright | 8. Big Foot |
| 3. Different Devil | 9. Dubai Blues |
| 4. Up Next | 10. Something Going Wrong |
| 5. Lighten Up | Hidden Track: |
| 6. Come Closer | 11. No Change |
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Es gibt etwa in der Mitte des zweiten, "III" benannten CHICKENFOOT Albums diesen einen Moment, der alles entscheidet. Der Song heißt Three And A Half Letters, und Sammy Hagar brüllt: I NEED A JOB!
Sicher brauchen Hagar, Anthony, Satriani und Smith keinen neuen Job, aber ein besseres Statement von finanziell mehr als abgesicherten Superstars kann man sich kaum vorstellen. Sammy Hagar, der frühere "Red Rocker" und seit Jahren sozial engagierte Unternehmer, ist natürlich nicht zum Arbeiterführer geworden, aber es gibt zum Glück im von der reaktionären Tea Party verseuchten Amerika auch endlich wieder laute Stimmen, die deutlich sagen, wo die Fehler im System sind. Dylan tut das längst nicht mehr und blamiert sich derzeit ohnehin als Guttenberg der Malerei (von alten Fotos abgemalte Bilder als eigene Ideen zu verkaufen ist wirklich hochnotpeinlich), der Boss kriegt vom Fußvolk nichts mehr mit, Obama kann nicht singen und ist längst mit Volldampf in die Lobbyistenmauer gerast, also muss ein ach so banaler Rock'n'Roller wie Sammy Hagar an die Wahrheitsfindungsfront und fiktive Briefe von sozialen Verlierern verlesen. Und diesen Job erledigen er und seine drei Co-Superstars mit Songs wie Dubai Blues, No Change, Three And A Half Letters oder Something Going Wrong exzellent. Aber keine Angst, weder die BOTS noch Hannes Wader penetrieren mit politisch mehr oder weniger korrekten Betroffenheitsliedern, bei CHICKENFOOT wird einfach nur gerockt.
Auf Anhieb nicht ganz einfach zu klären ist, ob auch gut gerockt wird. Hört man sich "III" nämlich unter dem Kopfhörer an, zeigt sich ein in digitalen Zeiten öfter zu bewunderndes Phänomen: die CD ist so pappvoll mit Musik, dass das direkt beschallte Ohr kaum mitkommt mit Töne sortieren. Mick Fraser hat als Produzent ganze Arbeit geleistet und der Supergroup den vorgeblich adäquaten Sound gebastelt - das hat er als Engineer unter anderem auch schon bei VAN HALEN, Satriani und AIRBOURNE gemacht, leider nicht immer unter der Prämisse "Weniger ist mehr". Zum Glück hat aber auch die Band Produktions-Credits und so womöglich den völligen Sound-Overkill selbst vermieden. In "III" steckt jedenfalls noch deutlich mehr Groove als im Debut.
Kurzer Sprung zurück zur DVD "Get Your Buzz On - Live". Die Band schien vor lauter Kraft und Können kaum mehr atmen zu können, selbst ein Jahrhundertsong wie Bad Motor Scooter erstickte schier an den dargebotenen Kunststücken der vier fraglos über alle Maßen begabten Ausnahmemusiker. Spaß kam beim Zuseher wenig auf, außer er bevorzugt Leistungsschauen fürs Guinness Buch. Im Studio hatten die Herren ein Jahr vorher genau diesen Fehler weitgehend vermieden, bei "III" tun sie es, bis auf die manchmal ausufernde Produktion, noch mehr.
"III" bedient musikalisch punktgenau die Zielkundschaft, bewegt sich durchgehend im Hard-Rock-Bereich klassischer Prägung mit dem einen und anderen Ausflug in den Searching-for-a-Hit-Mainstream (Differnet Devil) plus Zitaten von Hendrix über ZEPPELIN bis hin zu, Überraschung!, Sammy Hagar und VAN HALEN. Der im Sternzeichen des Strahlemann geborene Hagar scheint wirklich in den ewigen Jungbrunnen gefallen zu sein, seine Power und Stimme lassen auch im fünften Karrierejahrzehnt einfach nicht nach, er ist eine für den älteren Fan lebenslange Wohltat und für Neuankömmlinge immer noch eine Entdeckung. Satriani beschränkt sich auf das für ihn Nötigste, er lässt also einige 128tel-Noten einfach weg und brilliert ganz altmodisch und bodenständig, Michael Anthony betätigt sich einmal mehr als Groovemaster, nur mit Chad Smith ist wieder zu hadern. Mensch, der kann doch viel mehr als stumpf zu bollern. Zugegeben, es ist besser als noch auf "Chickenfoot", aber erstens ist Bonham nicht kopierbar und zweitens können flockige Hardrocker wie Alright, Alright eine Extraportion Perkussion prima vertragen.
Trotzdem, "III" ist ein feine CD einer feinen Band mit einer feinen Message. Wer will, kann sich das Ding in der Deluxe Edition zulegen und bekommt zusätzlich das erste Album, zwei DVDs (Making of und Live) plus T-Shirt - dummerweise nur in Größe L - plus 3D-Artwork inklusive benötigter Brille. Das ist schon geil.
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