|
|
| House Of Insanity, AFM Records, 2009 |
| Chris Caffery |
Guitar, Vocals |
| Nick Douglas |
Bass |
| Paul LaPlaca |
Keyboards, Guitar |
| John Macaluso |
Drums |
| Produziert von: Chris Caffery |
Länge: 67 Min 37 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Seasons Change | 8. Solitaire |
| 2. House Of Insanity | 9. I'm Sorry |
| 3. I Won't Know | 10. Shame |
| 4. The Fleas | 11. Winter In Hamburg |
| 5. Madonna | 12. No Matter What |
| 6. Big Brother | 13. Get Up, Stand Up! |
| 7. Back's To The Wall | |
 |
Chris' sechste Solo-CD, und bekannt wurde er natürlich als Gitarrist bei DOCTOR BUTCHER und SAVATAGE, wo er auf "Dead Winter Dead", "The Wake Of Magellan" und "Poets And Madmen" gespielt hat - auf letzterer als alleiniger Gitarrist. Außerdem war er noch beim Sava-Off-Spin TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA dabei.
Here goes: Seasons Change - ne, komm, lass stecken. Man bemüht sich zwar im Mittelteil das Riff zu wechseln und so die Spannung zu halten, aber nachher ist das leider genauso wenig spannend wie vorher. Der übliche Albumanfänger - ruckzuck runtergespielt, bewusst wohl nicht zu nahe an SAVATAGE dran, aber deren Muster folgend, das Album mit einem schnellen Track zu beginnen.
House Of Insanity - ein schnellerer Rocker mit schön schrägem Build zum Refrain, der dann aber nur so death-growl-mäßig durchgebrüllt wird. Trotzdem: abwechslungsreich - ok.
I Won't Know. Standardriff, Caffery ist sangesmäßig stellenweise überfordert. Wie singen sie: hohoho. Das Solo ist auch eher Standard. Na gut, uns Sava-Fans… stört der Song nicht weiter.
Fleas. Etwas schnellerer Rocker, zuerst einmal kaum bemerkenswert, im Refrain wird es leicht atonal-schräg, man bemüht sich um Abwechslung, und das Solo mündet dann in wohlgezähmte Kakophonie, die Gitarre taumelt durch die Gegend, fängt sich aber wieder. Vielleicht etwas langatmig, aber doch noch gut.
Ballade Madonna. Gott, Chris, die hätteste mal früher anrufen sollen. "I believe that destiny replaces the wall of sadness", heißt es. Yo, heavy, man, some philosophy! Und dabei meint er nicht DIE Madonna, und auch nicht unsere 50-jährige Seidenstrumpfhupfdohle, sondern einfach sein Girl. "Every day that I am alone my bleeding heart that touch the stone … Ohoho live's too short for pain". Und die Töne gaaaaanz lang ziehen; Solo aus dem Baukasten, Schublade 23. Nein, geht kaum, obwohl der Refrain dann irgendwann doch ins Ohr geht, in my bleeding ear.
Big Brother, Himmel und Hölle noch mal ... wie? Ja, genau, ein typischer Dio Albumplatz 1 Track. Schnell, erbarmungslos, H&H finster. OK.
Das mit SAVATAGE hört man dann auch wieder deutlich bei Backs To The Wall: das beginnt mit einem Akustikgitarrenintro, aber sofort meldet sich die elektrifizierte Lead Gitarre, dann wird zu einem Midtempo-Beat schön langsam geschunkelt, um schließlich über einem Riffteppich in einen Chorus zu münden. Das ganze für 2nd verse von vorne, um dann schließlich in den hochdramatischen Mittelteil zu münden: kurz Atem holen, die Leadgitarre etwas kreischen lassen, dann die üblichen der klassischen Musik nachempfundenen Mulitlayer Instrumental- und Chorpassagen, kurze gesprochene Einlage; und dann zieht die Lead ab und jubiliert und tiriliert, aber auch nur kurz, und wir sind wieder beim Refrain. Zeit für ein Akustik-Schnipselchen, das an griechische Bouzouki-Musik erinnert, und dann darf Chris wieder. So lang, so Sava in Kurzform für den eiligen Hörer.
Solitaire - ein Sava-Keyboard, Sava-Vocals, Sava-Chorus, Sava-Riffing, Sava-Solo - 'nuff said. Passt. Aber dann wird's wieder H&H-'lavamäßig': I'm Sorry. Nix groovt, nix swingt, nix zum anhören.
Shame ist fast kein weiterer Aufreger, eher finster, Stadion-Refrain, Bon Jovi auf Red Hot Chili Sauce. Bon Jovi rockt aber nicht. Aber der Track hier bekrabbelt sich in der Mitte, man hat einen richtig rockenden Mittelteil eingebaut - so geht, das, Jon. Aber der Refrain...
Winter In Hamburg - ein weihnachtlich angehauchtes Balladchen, ich werf mich weg. Klingt wie Müller-Westernguccis Freiheit, diese entsetzliche Schmonzelbratze, und geht gar nicht. Du liebe Güte! Ganz entsetzlich. Grauenhaft. Und dann noch, tja, was soll das sein? Osteuropäische Folklore? Zu allem Überfluss wird anstatt wenigstens bei dem Schunkelschmunkel zu bleiben wieder schnell noch ein Standardriff reingeballert, wirsinjarocker, nichwa? Das Ding hat Chancen auf einen guten Platz bei der Sauren Zitrone 2009.
Bob Marleys Get Up, Stand Up! - mhm. Rocker dürfen Reggae spielen, kein Zweifel, aber dem hier geht der Groove ab, und der Humor, der etwa Sammy Hagars 24365-Annäherung an James Brown auszeichnet. Schön bratzig aber die Gitarre, die Doublebass ballert auch schön dazwischen, die beiden betonen den Song immer an den richtigen Stellen - daher mag ich das. Die Anforderung, ein Remake muss dem Song etwas hinzufügen, kann als erreicht angesehen werden.
No Matter What, aha, auch nett. Asiatische Anklänge, die Gitarre zersplittert deine Gehörgänge, schön finsterer Bass. Mehr als gut. Bis sie dann wieder ins Einerlei wechseln, heavy riffen, ohne jeglichen Einfallsreichtum, wenn man von dem Chor absieht, der leicht schräg daherkommt. Gute Idee, aber verspielt. Mehr Mut, Chris, das hätte richtig gut werden können. So ist's Mittelklasse. Und immer dieser Text: "No matter what, no matter when, you life will end."
Fazit: Irgendwo konnte man lesen, dass das hier SAVATAGE für Arme ist, dass die Tracks wohl auf kein Sava-Album mehr gepasst hätten. Soweit würde ich keinesfalls gehen; die Handschrift Cafferys ist schon deutlich lesbar, und er bemüht sich auch, Dinge in die Musik einzuarbeiten, die diese aus dem Heavy Einerlei herausheben. Hätte er das konsequenter getan, wäre das hier richtig gut geworden. So muss man ihm den Respekt zollen, aber auch ein herzliches "Beim nächsten Mal gibst Du dir aber noch ein bisschen mehr Mühe, dann wird's richtig gut, gelle, Chris, dann gibt's 'ne Eins! Und immer schön die Mundwinkel hochziehen und dabei ein Haha rufen - Humor hilft!" zurufen.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|