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Cooper

The Pyramid Principle

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The Pyramid Principle
The Pyramid Principle, Coopermusic, 2010
Paul Cooper Drums, Piano, Hammond Organ, Percussion
Sean Gregory Bass, Rhythm Guitar, Backing Vocals
John Stitt Guitar, Classical Guitar
Michael David Wolf Vocals
Produziert von: Paul Cooper & Sean Gregory Länge: 58 Min 46 Sek Medium: CD
1. Snake Charmer9. Time Will Tell
2. It's You10. Long Long Road
3. Flirt11. Your Side
4. The Storm12. The A List
5. Good As Gone13. Lightning In A Bottle
6. Walk Away14. Come Into The Light
7. The 7:1515. Freestylin'
8. Right In Front Of Me

In meiner Review der ersten COOPER-CD "Magic Rocks" war ich ja voll des Lobes über diese Band, die da mit Versatzstücken spielte ohne zu kopieren und die Originale links und rechts überholte. Als nun neulich die zweite CD "The Pyramid Principle" direkt von der Band in mein Haus kam, hoffte ich natürlich auf ein ähnlich spektakuläres Ding, ohne recht sagen zu können, wie das aussehen sollte.

Und dasselbe Problem hatten die Mannen um Paul Cooper wohl auch (er hat die Band auch komplett ausgetauscht). Und folglich sind sie vom kabarettistischen Ansatz weg, hin zum Hard Rock. Und so gesehen ist das erst mal eine Enttäuschung, weil der Spaß, den die erste CD verbreitete, nun einem Ernst gewichen ist, der - tja, gewöhnungsbedürftig ist.
Als BAD COMPANY damals die ersten LPs veröffentlichten, wurden sie für ihre ökonomische Spielweise, die klang als ob man sie für jeden Ton zu viel bestrafen würde, gelobt. Hätte man damals schon "The Pyramid Principle" gekannt, hätte man BAD CO bestenfalls Amateurstatus zuerkennen können - und planloses Herumgeholper. Bei Cooper & Co. klingt jeder einzelne Ton wie auf dem Reißbrett geplant und - und das kommt noch hinzu - ausgeführt. Nichts dem Zufall überlassen und insofern eigentlich mehr dem Prog zugewandt als dem Hard Rock - ist aber ohne jeglichen Zweifel Hard Rock (bis auf Freestylin', wo die Herren andeuten, wozu sie in der Lage wären); klinisch-mathematischer Hard Rock, Clin-Math Hard Rock, wenn man will, und schon haben wir einen neuen Begriff geprägt.

Doch, sie haben sich auch diesmal umgeschaut und die geliebten Versatzstücke eingebaut; fast unmerklich allerdings diesmal. Die meisten Stücke sind sehr offen konzipiert und auch so produziert - die Riffs, Drums, der Gesang - alles klar und deutlich zu differenzieren; kein Powerriff-Gematsche, und insofern sehr ehrlich - what you hear is what you get - es wird nicht der Eindruck erweckt, da sei mehr da als wirklich vorhanden ist.
Es gibt mehrere Kapitel aus dem 'Concise Guide To Writing A Hard Rock Piece' - etwa Snake Charmer, Good As Gone, Walk Away und The A List. Es gibt Ansätze von extremen Funk in It's You, einen Shuffle mit Prog-Rock-Anspielungen (Flirt), einen Longtrack á la DOORS, der in in einem feuerzeugseeligen Stadionschunkler endet - Your Side, PINK FLOYDsches Gitarrenspiel in Good As Gone und natürlich die große Ballade Right In Front Of Me und ein an die 60er erinnerndes Pop-Stück mit SHARKS-Keyboard-Geklimper (Time Will Tell), ja sogar den archetypischen keyboardseligen Popsong The 7:15 mit wildem Gitarrengetriller im Mittelteil - alles, alles da.

Und trotz all dem muss man sich einfinden, denn per Verfremdungseffekt, der durch die genaue Berechnung der Stücke erreicht wird, wird eine schnelle Identifikation mit der Musik auf emotionaler Ebene verhindert. Und das, obwohl sie in Michael David Wolf einen guten Sänger mit leicht hysterischem Touch haben, der die Musik in ihrer Strenge konterkariert und für etwas Leben sorgt - dürfte spannend sein, das auf der Bühne zu erleben. Also, wer Interesse an BAD CO. Second Generation - oder ist es gar die dritte? - hat, an sehr gutem Songwriting und perfekter Darbietung - und wer hat das nicht? - höre sich das an.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 26.01.2011

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