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Craig Erickson

Big Highway

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Big Highway
Big Highway, Grooveyard Records, 2007
Craig Erickson Guitar & Vocals
Fred "Fingers" Benson Bass
Al Robinson Bass (Stratus)
Jeremy Auckley Drums
David Morgan Drums (Midnight Light & Stratus)
Jason Leroy Second Lead Guitar (For Your Love), Background Vocals (Matter Of Time & Driverless Train)
Produziert von: Craig Erickson Länge: 59 Min 20 Sek Medium: CD
1. River Keeps On Rollin'7. For Your Love
2. Take Me Home8. Miracle
3. Big Highway9. Midnight Light
4. Matter Of Time10. Driverless Train
5. In The Sky11. Stratus
6. Through With You

Puh, das hätte auch schlimmer ausgehen können. Craig Erickson ist schließlich einer dieser notorischen Power-Blueser, denen niemals eine eventuell noch spielbare Note entgeht. Wenn so einem nicht versehentlich 50 Minuten brauchbare Songs gelingen, hat man flugs einen unerträglichen Auswurf klassischer Gitarrenangeberei im CD-Player und wird von Soli in Kokosnussgröße beworfen. Klar, auch dafür gibt es Kundschaft, aber der Kultur, dem Gehör und dem Wohlbefinden tun all diese Bonamassas, Travers', Trowers und wie sie alle heißen schon lange nicht mehr gut. Männer, ihr könnt ja alle ganz extraordinär gut spielen, aber versucht es doch bitte zur Abwechslung mal mit Liedern und nicht mit Stahlsaitenoverkill.
Und schau, der schlaue Craig hat schon an vierter Stelle eine beinahe akustische Nummer eingebaut, die den bis dahin aufgebauten Elektrosmog mit sanftem Fahrtwind dezent aus dem Cabrio fegt und für klaren Kopf, wippende Beine und gesteigerte Lebensqualität sorgt. Überhaupt fällt nach einiger Zeit auf, dass Erickson mitnichten auf den adrenalinhaltigen Dauerdruck anderer Gitarrenhelden baut, sondern sich und uns zwischendurch gerne ein Päuschen vergönnt. Es fetzt ja trotzdem, bloß wird einem eben keine Prellung ins Ohr soliert. Danke.
Seine Vorliebe und Verehrung für Jimi Hendrix darf unser Freund natürlich behalten, auch hierbei übertreibt er es nicht mit Fudelhudeldudelverbeugungen, dezente und schön gespielte Anleihen genügen, um dem Zuhörer alles nötige zu erläutern. Den Rausschmeißer Stratus mal nicht mitgezählt, der gehört in die Kategorie "Zuchtbullenleistungsschau".

Wir kennen Erickson schon lange genug, um zu wissen, dass er sich durchaus songdienlich zurücknehmen kann, diesmal ist es ihm eben ganz vorzüglich gelungen. So manches Vaughan- oder Hendrix-Zitat wird hier so laid back vorgetragen, dass die Imagination an die Vorbilder im ersten Moment beinahe versagt. Dafür kommen etliche Boogie-Attacken umso prägnanter ans Tageslicht. Und wenn er zwischendurch auf Dauerbetrieb umschaltet, bleibt immer noch genügend Freiraum für die Songs und ein paar clevere Rock'n'Roll-Läufe zwischen den Saitenquälereien. So werden Klassesongs wie Big Highway oder Take Me Home in (beinahe) keinem Moment zur Prüfung für die Nerven, bleiben auf dem Boden und damit im positiven Sinn massenkompatibel.
Speziell der zweite Teil der CD entfernt sich noch mehr vom gängigen Protzgehabe, bewegt sich dafür stärker in die angesprochene SRV-Ecke. Aber immer mit Grandezza. Hört mal Driverless Train, dann wisst ihr was gemeint ist.

Der Rock & Roll Doktor bescheinigt Craig Erickson flinke Finger und ein flinkes Hirn. Das ist deutlich mehr als bei vielen seiner Artgenossen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 22.04.2007

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