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| For What It's Worth, Eigenvertrieb, 2008 |
| Adam Rutledge |
Guitar, Vocals |
| Jason Weeks |
Guitar |
| Jay Gladden |
Bass |
| Brett Fulghum |
Drums |
| Roger Rutledge |
Piano, Organ, Vocals |
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Länge: 62 Min 17 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Angel In My Arms | 7. This Time |
| 2. She Don't Need Anything | 8. Shake It Loose |
| 3. Peace Of Mind | 9. That's Why I'm Here |
| 4. I Can't | 10. So High |
| 5. For What It's Worth | 11. The Plateau Of Rip Hawk |
| 6. Walk Your Line | |
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Der Reigen der wunderbaren CD-Veröffentlichungen geht unverdrossen weiter; es ist ein Traum, was in der Rockmusik derzeit passiert. Nach dem Heulen und Zähneklappern, das der Untergang der Plattenindustrie bei den etablierten Rock-Acts verursacht hat, ist längst eine neue Generation Musiker herangewachsen, die ihre Belange selbst in die Hand nimmt und den Begriff 'Independent' endlich aus der Ecke der dilettierenden Gitarrenschrabbler in die Welt der gestandenen Rocker transportiert. Im vorliegenden Fall handelt es sich um traumschönen südstaatlichen Jam Rock der Band CROBAR CANE aus Virginia.
Bevor nun jemand Dinge wie "abgestandene Altmännermucke aus der Provinz" murmelt, sei gesagt, dass "For What It's Worth" zwar durchaus gehörige Anleihen bei den Altmeistern nimmt, aber im Ergebnis so funkelnagelneu klingt, dass man auch unvorbelastete Kids begeistern kann. Echte Kunst erfindet sich eben immer wieder neu.
Zuerst zum etwas eigentümlichen Bandnamen. CROBAR ist das verkürzte 'Crowbar', also ein Stemmeisen, CANE ist der Gehstock. Egal ob die Geschichte stimmt oder nicht, es ist auf jeden Fall eine hübsche Story, dass des Sängers Opa so ein Gerät als Gehilfe benutzt hat und den guten Adam Rutledge damit auf den Namen seiner neuen Band brachte. In den sieben Jahren seither entstand vor "For What It's Worth" nur eine CD im Jahr 2005, die aber optisch eher wie ein Demo aussieht. Dafür spielt die Band nach eigenen Angaben bis zu 150 Gigs pro Jahr, was einer vernünftigen Entwicklung sicher nicht abträglich ist. Außerdem gibt oder gab es noch eine Zweitband namens SOUTHBOUND, die sich allerdings als Coverband verdingt(e). Auch das ist nicht verdammenswert, junge Musiker können unheimlich viel von den Klassikern lernen. Noch besser ist es allerdings, wenn diesen Jungspunden die Nachspielerei zu langweilig wird und sie eigene Songs an den Start bringen. So geschehen bei CROBAR CANE.
Wer es unbedingt braucht, hier sind die vielleicht wichtigsten Referenzen aus der Vergangenheit: THE ALLMAN BROTHERS BAND/Dickey Betts, THE BLACK CROWES, GOV'T MULE. Einzig Warren Haynes hat mit GOV'T MULE heute noch Relevanz, die anderen sind Relikte von früher, mit denen man seine Kinder nicht mehr von der Spielekonsole weglocken kann. Da muss man ihnen schon etwas wie die fünf Männer von CROBAR CANE anbieten - auch wenn die zu ihren Vorbildern felsenfest stehen.
"For What It's Worth" ist eine durchgehend großartige CD, selten erlebt man eine so perfekte Symbiose aus Gelassenheit, Zaubergitarren, Groove und Rock'n'Roll-Feeling, daher seien hier nur ein paar Highlights erwähnt.
Der Titelsong und That's Why I'm Here sind von der Sorte jener Südstaaten-Balladen, wegen denen beispielsweise die beiden LPs von Dickey Betts' GREAT SOUTHERN unsterblich wurden. Dezente Gitarren, dezente Orgel, viel Melodie - und, im Falle von For What It's Worth, ein entspanntes zweistimmiges Solo, das einem die Tränen in die Augen schießen lässt. Man sitzt unter dem Kopfhörer und hört sich sagen: Gott, ist das schön. Anders wirkt I Can't. Zu einem Maximal-Bass gibt es einen funky Groover und wilde Gitarren und ein leider viel zu schnelles Ende. Das Tanzbein schmerzt danach trotzdem. Der Opener Angel In My Arms zeigt den längst flügellahmen BLACK CROWES, wie man Jam, Slideguitar und Shuffle vereinen kann, ohne in völliger Belanglosigkeit zu versinken.
She Don't Need Anything hat den Soul. Zwar nicht in der Stimme Adam Rutledges, aber aus der Orgel des älteren Rutledge (Bruder, Onkel, Cousin, Dad?) und den Gitarren. Das schwitzt. Wie Adam die Titelzeile von Walk Your Line singt, erinnert das natürlich wieder an die jungen Krähen, aber der Song selbst ist ein abwechslungsreiches Stück zeitgemäßer Rockmusik. Genau wie Shake It Loose, das vor Kraft strotzt und Jason Weeks und Rutledge an den Gitarren richtig Platz einräumt. Die beiden können auch holzen. Nochmals schwitzigen Funk'n'Soul und eisenharten Groove gibt es mit So High. Warren Haynes ist nicht mehr unangefochten in dieser Disziplin! Ein Schelm übrigens, der behauptet, dass die Orgel irgendwie nach Steve Winwood klingen könnte…
Den famosen Endpunkt setzt The Plateau Of Rip Hawk mit einer wahren Jam-Orgie und Gitarrensoli aus dem Bilderbuch.
Die oben angekündigten "paar Highlights" sind neun an der Zahl, insgesamt gibt es 11 Songs auf "For What It's Worth". Was könnte man besseres über die Band CROBAR CANE sagen?
Wenn diese Kerle kreativ und businesstechnisch durchhalten, sind sie über kurz oder lang so groß wie die CROWES, WIDESPREAD PANIC und MULE. Die erstgenannte dieser drei Bands haben sie künstlerisch schon überholt, die zweite ist auf Augenhöhe, hat aber natürlich die eindrucksvollere Historie, einzig GOV'T MULE scheint einstweilen noch eine andere Liga zu sein.
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