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| People Have Demons, Chorus Of One Records, 2010 |
| Anderas Loba |
Vocals |
| Patrick Dirkes |
Guitar |
| Alexander Auch |
Guitar |
| Toby Richter |
Bass |
| Thomas Schepers |
Drums |
| Gast: |
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| Peter Moeves |
Hammond |
| Produziert von: Toni Maloni |
Länge: 42 Min 36 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Bad Company | 8. Over And Over |
| 2. The Devil You Know | 9. Saints And Sinners |
| 3. Electric | 10. Prisoner |
| 4. Best Of Luck | 11. Capital Cowboys |
| 5. Let Go | 12. Slow Beat |
| 6. Hypoxia | 13. Got Taste |
| 7. People Have Demons | |
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Weil das Home of Rock nicht wie jedes andere Musikmagazin ist, werdet ihr den Bandnamen, der sich bei Verkostung von "People Have Demons" in zweiter Linie geradezu aufdrängt, in diesem Artikel nicht finden. Nennen wir diese gewisse Band deswegen einfach "Brian 2 Young" (gesprochen: Brian to Young, aber das ist nur ein Nebenprodukt, ehrlich).
Aber nicht nur "Brian 2 Young" werden von den läutenden Winterfreunden verwurstet. In der dreckigen, natürlich nicht sonderlich innovativen aber herrlich lauten, direkt aus dem wahren Leben kommenden Hard Rock Melange findet sich in erster Linie auch eine gute Portion dänisches Disney-bei-Nacht Gebolze wider. Was wohl an Andy Lobas Shouting-Stil und den Backing-Vocal Arrangements liegen mag. "Brian 2 Young" werden übrigens immer dann bemüht, wenn der weich bratende, hart rockende Gitarrensound Einzug hält.
Als Synonyme für diese Art des tief in der Tradition verwurzelten rüden Rocks mögen Begriffe wie "Schweinerock" oder "Kick-Ass Rock'n'Roll" herhalten. Die DECEMBER PEALS interpretieren unbekümmert die Musik, mit denen ihnen wohl schon im Laufstall der erste Tinnitus ins Ohr gepulst wurde. Was kümmert es diese Kerle schon, dass in jeder vernünftigen Plattensammlung die Blaupausen von "Brian 2 Young", KROKUS, ROSE TATTOO und D:A:D zuhauf rumstehen und darauf warten, endlich durch CD ersetzt oder als MP3 aufs Apfelfon geladen zu werden? Erraten: Nichts. Warum auch?
DECEMBER PEALS klingen frisch, rocken gewaltig und sind laut. In der Musik ist Herz, Muskel und Stein! Wenig will man mehr. Um sich allerdings nachhaltig in die Oberliga ihres Genres einzuzecken, müsste die Combo bei der nächsten Produktion ein paar Details verändern:
Wie dreckig und brachial die Riffs im Proberaum auch immer klingen mögen; der Tonträger hat bisher stets die Wirkung verwässert. Das Riffing von beispielsweise The Devil You Know oder auch Bad Company ist ein Quäntchen zu eindimensional um wie eine Bombe einzuschlagen und den Song dann munter zu steigern. So, wie es sich dem Grunde nach gehört.
Natürlich müssen nicht alle Hard Rock Gitarristen über die technischen Fähigkeiten eines Magnus Karlsson verfügen. Doch gerade bei den Fill-Ins wäre etwas mehr Fingerfertigkeit ein Segen gewesen. Ab und zu sind die Kompositionen so dramatisiert, dass an der gewissen Stelle einfach ein derbes Fill-In kommen muss. Es soll dort eigentlich die perfekte Kernschmelze vertonen. Es soll entweder die Wut anstacheln oder den Zorn verrauchen lassen. Es soll befreien oder beklemmen - je nachdem, was der Song gerade braucht - aber am besten beides gleichzeitig. Allerdings machen es sich Patti und Ali damit nicht einfach. Die Fill-Ins sind zwar da, aber manchmal verkümmern die Töne gerade dann, wenn sie vitalisieren sollten. Aber das ist nichts, was den Käufer abhalten sollte. Im Gegenteil; vielleicht sind es genau solche vermeintlichen Schwächen, die den Dämon in uns Leutchen zum bangen bringt.
Gewisse Abstriche müssen auch beim Songwriting gemacht werden. Um ehrlich zu sein, verfügt keiner der Songs über genug Eindringtiefe, um auch Jahre nach seinem Erscheinen ein Jungendheim in Brand zu setzten oder in einer Rockdisco Panik zu verbreiten. Dafür sind die Ideen nicht zwingend genug. Aber das Potenzial ist zweifellos vorhanden. Besonders die Titelmelodie schwirrt verdammt nah an der Messlatte herum.
Eine gute Arbeit liefert Tonmann Toni Meloni (siehe das PS) ab. Er schafft es locker, der Produktion die Schärfe und die Friktionen zu verleihen, die man beispielsweise bei Platten von "Brian 2 Young" seit 25 Jahren vergeblich sucht.
Insgesamt ist "People Have Demons" ein gelungenes Album. O.K., das Cover ist zugegebenermaßen ziemlich dämlich, aber trotzdem: Wenn euch aufgesetztes Prog-Gefrickel zu steril, verrosteter Heavy Metal zu plump und "Brian 2 Young" zu öde geworden sind, beschwört doch mal den Hard Rock Dämon in euch allen. In der vorliegenden Form ist er jedenfalls immer noch in der Lage eure Eltern zu erschrecken oder eben eure Kinder, was beim Durchschnittsalter unseres Leserkreises wahrscheinlicher ist.
PS: Toni Maloni - den gibt's es wirklich!
Gegrüßt seien an dieser Stelle: Dieter Bieter und Helmut Selmut aus Altenessen - die gibt es auch, selbst wenn wir die Namen aus Datenschutzgründen ein wenig verfremdet haben.
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