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Building An Empire
Building An Empire, InsideOut Music, 2008
Nicolas Chapel All Instruments, Vocals
Produziert von: Nicolas Chapel Länge: 56 Min 43 Sek Medium: CD
1. The Perfect Symmetry6. Temple
2. Shine7. Empire
3. Sapphire8. Sand
4. NaiveBonus Track (Erstauflage):
5. Unspoken9. Earth

Wenn ein Künstler meint sich ganz alleine auf einer CD verwirklichen zu müssen, kann das entweder extrem gruselig nach hinten losgehen und schwer wie Blei in den Regalen liegen, oder es kann etwas daraus werden, was gut ist, aber irgendwie keiner so richtig braucht, oder aber es ist wirklich gut und wird von bekannten Künstlern wohlwollend und lobend zur Kenntnis genommen und somit entsprechend der Welt bekannt gemacht.
Bei DEMIANS ist es irgendwie das letztere. Was wäre, wenn Steven Wilson, Kopf und Denker bei PORCUPINE TREE nicht die Lorbeeren schon zum Kranz geschnürt hätte? Mit Worten wie "verbindlichstes und vielseitiges Debütalbum", "Pflichtprogramm", "epische und ambitionierte Rockmusik des 21. Jahrhunderts" kann man den Kranz auf dem Haupt von Nicolas Chapel aber auch sehr schwer werden lassen.
Was ist denn nun dran an der großen Lobrede? Beginnen wir mit der Produktion: Die kommt sehr druckvoll und klar aus den Boxen, die Instrumente sind gut abgemischt und so richtig drängt sich keines in den Vordergrund. Das ist für ein Debütalbum schon mal nicht zwingend normal. Und der Mann beherrscht die Instrumente, Loops, Samples und seine Stimme wirklich gut. Von daher dürfte hier nicht von einem Rohrkrepierer gesprochen werden. Das haben andere Kollegen schon mit großem Abstand schlechter hinbekommen. Und es macht nicht den Eindruck, als wollte Mr. Chapel zeigen, was er für ein toller Kerl ist. Im Gegenteil, seine Musik entwickelt sich in den Liedern Stück für Stück und es braucht Zeit, um alles zu erfassen und zu entdecken. Sanfte Streicherarrangements wechseln sich mit flächenfüllenden Gitarren ab, mal drücken Bass und Gitarre einen Song nach vorne, mal schwirren akustische Gitarrentöne durch den Raum. Die Musik erfindet er dabei nicht neu, aber zwingend sich nur aus einer Schublade zu bedienen macht er auch nicht. Es sind Anleihen von DREAM THEATER, PORCUPINE TREE, PURE REASON REVOLUTION oder RIVERSIDE zu entdecken. Somit schwimmt er in einem großen Topf, der schon mit leckeren Zutaten gut besetzt ist. Ob er es schafft, darin nicht unterzugehen, muss jeder selbst entscheiden.

Die Stücke pendeln zwischen knackigen 3:05 bis hin zu epischen 16:09 Minuten. Das ist eine große Spanne. Auf den Longtrack Sand ist er dabei besonders stolz, weil er all das verkörpert, was er mit seiner Musik zum Ausdruck bringen will. Dabei schafft er es tatsächlich, die Spanne und Spannung hochzuhalten und nicht in Langeweile abzudriften. Aus einem ruhig beginnenden Stück entwickelt sich nach und nach ein echtes Riff- und Soundmonster. Genial!
Geschwindigkeitsmäßig wandelt das Scheibchen zwischen ruhigen Passagen wie in Unspoken bis hin zu den fetten Groovern Shine (mit coolem Riffing). In dem Lied scheint auch seine ganze Philosophie zu stecken, handelt es doch davon, aufzustehen und sein eigenes Leben zu gestalten. Dabei gibt es keine falsche oder richtige Entscheidung, sondern lediglich den Mut, sich auf etwas festzulegen.

Das musikalische Rad erfindet Nicolas Chapel (übrigens aus Frankreich kommend, was man der englischen Aussprache aber nicht anmerkt) nicht neu. Für ein Erstlingswerk ist es allerdings schwer beeindruckend. Ob er im großen "New-ProgRock-Topf" sein Geschmäckle hinterlässt, kann ich nur hoffen. Dazu müsste er jetzt auch live kräftig aufs Pedal drücken, wozu er sich mit Michael Roponus (Drums), Antoine Pohu (Bass) und Anthony Broggia (Keyboards) eine Band zusammengestellt hat, mit der er sehr zufrieden und glücklich ist.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 10.06.2008

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