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Horseshoes & Handgrenades
Horseshoes & Handgrenades, INO Records, 2010
Israel Beach Bass
Micah Sannan Guitars
Andrew Welch Guitars
Kevin Young Vocals
Gäste:
Tim Barrett Drums on Deafening
Lester Estelle Drums on Dear X, You Don't Own Me, Watch It Burn, Collision, Eternity, Worth The Pain
Brad Noah Guitars on Watch It Burn
Trent Reiff Drums on Invisible, The Ballad Of St. Augustine, Shot Heard 'Round The World, Battle Lines, Revolution: Now
Produziert von: Rob Hawkins Länge: 42 Min 43 Sek Medium: CD
1. Dear X, You Don't Own Me 7. Battle Lines
2. Watch It Burn8. Remedy
3. Invisible9. Eternity
4. The Ballad Of St. Augustine10. Revolution: Now
5. Shot Heard 'Round The World11. Deafening
6. Collision12. Worth The Pain

Mutig, mutig, meine Herren! Als in 2008 "Southern Hospitality" das Licht des CD-Players erblickte waren die Kritiken schon noch gut, aber die vielen Southern-Rock-Elemente in dem ansonsten sehr alternativemetallastigen Sound der Band aus Tennessee wollte nicht so recht jeden überzeugen. Nun liegt "Hufeisen und Handgranaten" im Laserabtaster und startet mit einer Ballade. Cellos eröffnen Dear X, You Don't Own Me und alle Fans der Band werden erstaunt den Kopf schütteln. Sicherlich haben DISCIPLE schon mit einem Akustikgig auf der CRN 2009 überrascht und überzeugt, aber sollten sie wirklich als die derzeitige Speerspitze des christlichen Metals jetzt auf die ruhige Schiene gekommen sein? Kevin Young ist Vater geworden, da wird man ruhiger … - klar, aber muss das sein? Ich kann schon mal vorab alle beruhigen: DISCIPLE sind keineswegs ruhiger geworden. Im Laufe der knapp 45 Minuten laufen sie nach und nach zu alter Härte auf und überzeugen mit dem für sie typischen Sound. Richtig ist aber, dass das Eingangsstück einerseits nicht richtig zu dem Quintett aus den Staaten passen will, andererseits aber nicht typischer für DISCIPLE sein könnte. Dear X> ist ein Lied für die schlechten Schwingungen im Leben, die einen fesseln und vom eigentlichen abhalten wollen und können. Sehr eindrücklich singt Kevin dagegen an und zeigt seelischen Schmerzen, "Wohlfühl-Lügen", Hass und Zorn die rote Karte: ""I was yours but I'm not yours anymore! You don't own me!" Das ganze in eine Hookline gepackt, die nicht mehr loslässt, die sich ohrwurmartig ins Hirn fräst und Dich den ganzen Tag verfolgt. Für mich eins der besten Stücke, die DISCIPLE jemals geschrieben haben. Bin schon lange nicht mehr von einem Song so gefesselt gewesen. Meine Herren, alleine für diesen Song gehört Euch ein Award verliehen!!!

Danach werden wir in das typische DISCIPLE-Universum entführt. Keine Ausfälle sind zu verzeichnen, Kevin Young singt, schreit und brüllt sich mit einer Inbrunst durch die Songs, dass man sich schon auf die anstehenden Konzerte freuen darf (u. a. am ersten Dezember-Wochenende auf der Christmas Rock Night in Ennepetal und Ende Oktober auf einer kleinen Tour durch Deutschland). Herausragend noch The Ballad Of St. Augustine, welches mit seinen Breaks, Riffs und Soli fast schon progressiv wird und alles andere als eine Ballade ist. Der Rest ist Alternative, Metal, Thrash (Battle Lines), Rock und immer mit der geballten Portion Aggressivität in der Stimme. Textlich dreht es sich mehr oder weniger offensiv um Gott ohne aufdringlich zu werden, aber doch mit einer klaren Message. Auch das ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Freunde der härteren Gangart sollten dringend die MySpace-Seite anchecken, sich einen Höreindruck machen und dann dringend diese Scheibe bestellen. DISCIPLE sind back obwohl sie nie weg waren!!!

By the way: eigentlich wollte Kevin Young die Band vor ein paar Jahren auf Eis legen und sich um andere Dinge kümmern. Die Hufeisen mit den Handgranaten sind ein weiterer Beweis dafür, dass es gut war, dass er das nicht getan hat. Bleibt noch die Frage zu klären, was uns der Albumtitel sagen soll und warum so viele Drummer bei den Aufnahmen beteiligt waren. Fragen, die wir vielleicht geklärt bekommen. Bleibt gespannt …

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 26.10.2010

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