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| Southern Hospitality, INO Records, 2008 |
| Kevin Young |
Vocals |
| Brad Noah |
Lead Guitars |
| Andrew Welch |
Guitars |
| Micah Sannan |
Guitars |
| Israel Beachy |
Bass |
| Tim Barrett |
Drums |
| Gäste: |
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| Doug Mentzer, Matt Brewster, Jordan Beach, Kenny Springs,Evelyn Jack, Angel Leona Higgs, Morgan Jack, Lester Estelle |
Backing Vocals |
| Produziert von: Travis Wyrick |
Länge: 45 Min 57 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Southern Hospitality | 7. Liar |
| 2. Romance Me | 8. Falling Star |
| 3. 321 | 9. Right There |
| 4. Whisper So Loud | 10. On My Way Down |
| 5. Whatever Reason | 11. Lay My Burdens |
| 6. Phoenix Rising | 12. Savior |
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Die Zeiten, als fromme Menschen zum Musikmachen in dunklen Jugendräumen saßen oder aber auf Freizeiten ums Lagerfeuer zur Gitarre himmlisch entrückt sangen, gehören schon lange der Vergangenheit an. Spätestens mit den schwarz-gelb gestreiften Sleaze-Metallern STRYPER hatte die christliche Musikszene auch den normalen Markt erreicht. Für viele gab es dazu nur ein Kopfschütteln, für andere war es eine Offenbarung (u. a. auch für den Schreiber dieser Zeilen), zeigte es doch, dass Christen zu mehr in der Lage sind, als nur sonntags oder in Gruppenstunden der Kirche Musik zu machen, die keinen mehr hinterm Ofen hervorlockte und für die meisten den Mief der jahrhundertealten Kirche trug. Dass Amerika ein Brunnquell der "White Metal Szene" ist und war, muss ich hier wahrscheinlich nur kurz erwähnen? STRYPER, BLOODGOOD, WHITECROSS, Ken Tamplin, PETRA, P.O.D., CREED und viele andere stammen aus dem Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten und standen bzw. stehen für ihre christliche Grundeinstellung.
Leider bekommt man diesseits des Ozeans nur relativ wenig davon mit, was sich auf diesem Markt für wahre Perlen der hart rockenden Musik finden lassen. Die Szene lebt nach wie vor und jedes Jahr pilgern (in 2009 inzwischen zum 30. Mal) am 2. Adventswochenende bangende, tanzwütige und hartrockende Menschen in das beschauliche Ennepetal zur ChristmasRockNight. Auf dieser kann man sich Jahr für Jahr einen guten Überblick darüber verschaffen, was im christlichen Sektor gerade schwer angesagt ist. Seit Jahren sind DISCIPLE bei diesem kleinen Festival, welches sich über zwei Tage erstreckt, an einem der beiden Tage der Headliner - und dies zu Recht. Die Jungs sind live einfach eine Klasse für sich und das wollen sich viele nicht entgehen lassen. Da es aber zu einer kompletten Tournee finanziell in Europa nicht reicht, lässt man sich halt (leider) nur auf der CRN blicken.
Nun brachte Kevin Young dieses Jahr neben einer neuen CD auch eine fast komplett neue Band mit nach Deutschland. Nach dem Ausstieg des Gitarristen und Bassisten fragten sich viele, wie es mit den Jungs, die seit Jahren für erdbebenartige Erschütterungen im beschaulichen Ennepetal sorgen, weitergeht. Sie haben nicht enttäuscht, eher noch eine Schüppe [Pott-Deutsch! Red.] draufgelegt.
Mit "Southern Hospitality" bringen DISCIPLE ihren achten Rundling auf den Markt und zeigen zum wiederholten Male, wo der Hammer kreist. Der Opener und gleichzeitige Titelsong hätte gut und gerne von SKID ROW zu ihren Glanzzeiten sein können. Weiter geht es mit Romance Me, das weit weg ist von einer ruhigen Nummer, wie der Titel vielleicht suggerieren möchte. Es wird gerockt, geshoutet und mit einem ohrwurmverdächtigen Refrain direkt zur nächsten Nummer übergeleitet. 321 erinnert alleine schon vom Gesang und den Gitarrenriffs an SKID ROW zu "Slave To The Grind"- Zeiten. Das ist Breitbeinrock in bester Manier. Und so rockt sich das Quintett aus Tennesee auf hohem Niveau durch die südliche Gastfreundschaft. Das Pedal steht permanent auf Vollgas, auch wenn eine Nummer wie Whatever Reason anfangs in eine andere Richtung tendiert. Aber für DISCIPLEsche Verhältnisse ist das schon eine Ballade. Was auffällt ist, dass die "new-metallische" Ausrichtung der Band scheinbar immer mehr in den Hintergrund tritt. Das Hüpfpotential ist zwar nach wie vor vorhanden, aber den Anteil an Rap/Crossover hat man merklich runtergeschraubt. So machen sich die Jungs fit für die Zukunft - die ihnen hoffentlich noch lange offen steht und vielleicht auch den ein oder anderen neuen Fan auf dem europäischen Festland beschert.
Zum Schluss werden mit Lay My Burden und Savior dann noch etwas ruhigere Töne angeschlagen, die man so auch von NICKELBACK kennt. Traumhaft, wie Kevin Young sich im Abschlusstrack immer mehr nach oben schraubt und somit seine ganze Verzweiflung und Hoffnung in die Stimme packt. Gänsehaut! Perfektes Album!
Dass man als christliche Band in den Lyrics auf Gott hinweist, ist normal und hatte wahrscheinlich auch jeder erwartet. Ist bei den Jungs auch nicht anders, aber hier wird - im Gegensatz zur Musik - nicht mit dem Hammer gearbeitet, sondern jeder soll sich seine Gedanken selber machen.
Dass man im Line-Up noch sechs Musiker findet, hat damit zu tun, dass der Ex-Gitarrist Brad Noah bei den Aufnahmen dabei war und viele musikalische Ideen abgegeben hat, allerdings aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit der Band auf Tour gehen kann (man munkelt, er wäre auf der CRN 2006 dermaßen auf der Bühne abgegangen, dass ein Rückenleiden ihn immer wieder an diesen denkwürdigen Abend erinnert).
Ich kann nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen, DISCIPLE haben es echt verdient und sind jetzt auch dran, in Deutschland und Umgebung bekannter zu werden.
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