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Dominoe

The Story Is Far From Told…

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All Music Guide (englisch)

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The Story Is Far From Told…
The Story Is Far From Told…, NL Distribution, 2008
Jörg Sieber Lead Vocals, Keyboards, Guitars, Backing Vocals
Robert Papst Guitar, Keyboards, Bass, Backing Vocals
Christian Birawsky Drums, Percussion, Bass, Backing Vocals
Jane Bogart Vocals, Backing Vocals
Gäste:
Henner Malecha Bass (Yesterday Was Yesterday, Falling)
Franz Weyerer Trumpet (Yesterday Was Yesterday, Missing You, Down & Dirty)
Hugo Siegmeth Baritone Sax (Don't Touch Me I Like It)
Guiseppe Solera Flute (The Force)
Hans-Peter Besig Cello (Falling)
Länge: 52 Min 00 Sek Medium: CD
1. Yesterday Was Yesterday9. Falling
2. Don't Touch Me - I Like It10. Down And Dirty
3. Irresistible11. Breakin' Out
4. Missing You12. One More Sugar
5. Song for Nothing13. Let's Talk About Life
6. Raining14. Just About My Face
7. Here I Am15. It's All About Love
8. The Force

DOMINOE? Da klingelt irgendwas im Hinterkopf … Richtig! Da war doch mal was. Es ging um Werbung und um einen kleinen Freund. (Nein, nicht DEN kleinen Freund!!!) Genau, es ging um das Auto, was auch mein erstes war. Und es ging darum, dass man Freunde für immer wird, wenn man dieses Auto hat. Man will es gar nicht mehr hergeben und wenn man mit DER Karosse vorgerollt kommt, kann man nur laut sagen: "Here I Am! - More Than Ever - Back Again - Friends Forever!" Tja, die Band DOMINOE und der Renault 5 waren 1988 echte Hitgranaten in den Charts. Wochenlang stand der Song Here I Am ganz oben und der R5 sorgte ebenso für klingelnde Kassen.
20 Jahre hat man von DOMINOE dann nichts mehr gehört und nun sind sie wieder da. Here I Am wird wahrscheinlich auf ewig der Song sein, mit dem man die Band verbindet. Es gibt Schlimmeres. Sie sind wieder da und man hat den Eindruck, dass sich in den 20 Jahren musikalisch nix verändert hat. Die musikalische Schnittmenge liegt irgendwo bei MAD MAX, WHITE LION, BAP, GEORGIA SATELLITES [Höh? Red., ratlos], BONFIRE, SCORPIONS, ein bisschen QUEEN, besonders in It's All About Love und anderen zartrockenden Kollegen. (Ich weiß, dass jetzt wieder Einsprüche kommen, von wegen, dass die GEORGIA SATELLITES keine zartrockenden Kollegen sind. Ist ja gut, sie tauchen auch nur in einem Lied auf) [Aaah! Red., beruhigt].

Ich weiß nicht, ob es Absicht ist, dass die Scheibe so klingt, aber zeitgemäß ist das nicht wirklich. Und trotzdem ist es nicht schlecht. Nein, das ist von der ersten bis zur letzten Sekunde Wohlfühlmusik, die man locker nebenbei hören kann, die sich mit ihren leichtgängigen Melodien und Hooks geradezu im Ohr festklebt. Da gibt es neben knackig stampfenden Rockern wie Song For Nothing, Here I Am oder One More Sugar auch die Momente für die Kerze auf dem Tisch und die Herzensdame im Arm.
Bei One More Sugar orgelt es wie in den guten 80er Jahren und ich kann die Band vor meinem inneren Auge förmlich auf dem Red Rock Mountain stehen sehen. Dabei wehen die langen Haare im Wind (wenn sie denn noch welche hätten), während der Gitarrist mit vorgestelltem rechten Bein, leicht in die Hocke gehend, die Gitarre nach links oben reißt und ein astreines Rocksolo hinlegt, welches auch AEROSMITH nicht besser hinbekommen hätten. Jörg Sieber und Jane Bogart (die Frau hat eine Powerröhre, bei der selbst Robin Beck die Cola stehen lässt) liefern sich dazu das Gesangsduell - während der Hubschrauber mit der Kamera untermontiert fröhlich den Red Rock Mountain umkreist und das ganze auf Zelluloid bannt (wahlweise darf der Red Rock Mountain auch durch die Kohlenhalde der Zeche "Burgund" in Castrop-Rauxel getauscht werden). Das ist sowas von altbacken, dass es schon wieder cool ist. Lieder von diesem Format hätten sie auf "The Story Is Far From Told…" mehr verwurschteln sollen, denn das bockt, äh, rockt richtig.

Nein, DOMINOE erfinden das Musikgenre keinesfalls neu, aber sie bleiben so beharrlich an dem Punkt stehen, an dem sie am erfolgreichsten waren, dass es eine wahre Freude ist. Sicherlich gehen einem Refrains wie "Let's talk about life, let's talk about my kind of life, let's talk about life, get out of control" ziemlich schnell auf den "Schalalalala-Fernsehgarten-Sender", aber das kommt glücklicherweise nicht zu häufig vor.
Mit Down And Dirty greift man ganz tief in die alte Rockkiste. Eine Gitarre wie bei Industrial Desease von den DIRE STRAITS, dazu eine Bläsersektion, eine Gesangsspur wie von MAD MAX höchstpersönlich geschrieben, ein bisschen angebluest und ab geht's.
The Force hätte mit deutschem Text auch super auf das "Wolfgang Niedecken & Komplizen"-Album gepasst, und das ist von 1987. Das sagt doch eigentlich alles, oder? Wenn man die CD-Hülle öffnet, erblickt man eine im Vinyl-Style gehaltene CD. Noch Fragen? "Uhh yeah - yesterday was yesterday. I say uhh yeah - today's another day - yeah"... Sicher Jungs? [Lieber Leser, an dieser Stelle möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass der Redakteur Friedemann Schmidt am Rande des Ruhrpotts lebt und wahrscheinlich deswegen so seltsame emotionale Ausbrüche bekommt; Red.].
Die Schmusefraktion wird ausreichend bedient, so dass dem geneigten Durchschnittsradiohörer hier fantastische Kost geboten wird. Wie singen BAP auf "Radio Pandora" so schön? "Das ist Musik, die nicht stört" - stimmt, tut keinem weh, nervt aber auch nicht. Irgendwie kommen einem die 15 Stücke schon fast wie alte Bekannte vor, aber das geht ja nicht, weil bis auf den Überhit und die darauf folgende, aber nicht mehr so erfolgreiche, Single Let's Talk About Life hier nur Neukompositionen veröffentlicht wurden.
Wer musikalisch gerne in der Mottenkiste stöbert, sollte an dieser Scheibe nicht vorbeikommen. Wer radiokompatible Musik eher als störend empfindet, sollte hier entweder schmerzfrei sein oder eben nicht zugreifen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 18.12.2008

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