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| Voodoo, Eigenvertrieb, 2009 |
| Nick Elmore |
Lead Vocals & Harmonica |
| Sean Quidgeon |
Guitars & Vocals |
| Jon "Big Dawg" Jackson |
Bass & Vocals |
| Ryan Riggs |
Drums & Vocals |
| Gast: |
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| Chris Snider |
Threatening phone call |
| Produziert von: Shain Lloyd & Dust And Bones |
Länge: 44 Min 49 Sek |
Medium: CD |
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| 1. She's On Fire | 8. No More Long Goodbyes |
| 2. Pair-O-Dice | 9. Whiskey Dick |
| 3. Feed My Disease | 10. Shot Down |
| 4. Come Get Some | 11. No More |
| 5. Ready, Willing And Able | 12. Running Free |
| 6. Dear Diary | 13. Come Up Swinging |
| 7. Voodoo | |
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Das Cover sieht vom ersten bis zum dritten Blick seltsam aus. Grün und erdfarben und irgendwie… Aber plötzlich erkennt man den Hintersinn und grinst, die CD heißt schließlich "Voodoo". Das ist bestimmt wieder eine dieser dauerbekifften jungen Psych-Bands, die für ihre hinter der Garage aufgenommene CD keinen Verleger braucht, weil die Knaben so verpeilt sind, dass sie ihr Wunderwerk andauernd selbst irgendwo verlegen und vergessen. Allerdings widersprechen die Bilder von DUST AND BONES dieser These entschieden. Die Musik sowieso.
DUST AND BONES ist eine noch recht neue Band aus Illinois mit einem sympathischen Leitspruch: "We are a fun band and want everyone to have a good time…". Dann bespaßt uns mal.
Dezenter Malcolm Y. Rhythmus, ein satt durchgetretenes Basspedal, Harmonica und dann ein Sänger mit auf den ersten Ton hörbarem Faible für Leute wie Steven Tyler, Tom Keifer (CINDERELLA), Jeff Keith (TESLA) und Kollegen. Hard Rock also. Kann gut sein, kann aber auch furchtbar peinlich sein, wenn jemand so offensichtlich in Zeiten gründelt, die zwar die eine oder andere Superscheibe geboren, aber noch viel mehr Lachnummern und wegen Gehirnverkümmerung gescheiterte Existenzen geschaffen hat.
Sprechen wir zuerst vom Sänger. Die Vorbilder von Nick Elmore sind genannt und er macht seine Sache dann auch prima. Natürlich erreichen weder er noch der Rest der Band die Größe von AEROSMITH, speziell weil es Ähnlichkeiten mit der großen Comebackzeit zwischen "Done With Mirrors" (1985) und "Pump" (1989) gibt, aber blamieren geht anders. Elmore jubiliert, kräht und posiert vokalistisch durchaus auf Augenhöhe mit den anderen Bandana-Trägern des Genres und er nervt dabei nicht wie so mancher Kreischvogel der Vergangenheit.
Der Mann an der Gitarre heißt Sean Quidgeon und im Grunde gilt für ihn das gleiche wie für seinen Vorsänger. Grundsolides Handwerk, klasse Riffing, passend gesetzte Soli, kaum Überflüssigkeiten. Quidgeon hat einen prägnanten und druckvollen Sound und ist lange genug im Geschäft, um wie ein gestandener Rocker aufzutreten und nicht lächerlich hyperaktiv herumzufingern.
Auffällig bei DUST AND BONES ist die Rhythmusabteilung. Optisch durch die mächtige Erscheinung des Bassisten "Big Dawg" Jackson, akustisch durch den mächtigen Background, den er mit seinem Schlagzeugkollegen Ryan Riggs produziert. Das ist spielerisch weit vorne, hat etliche Leckerlis zu bieten, und bietet soundtechnisch deutlich mehr als man von einer kleinen Band aus der Provinz erwarten kann. Dagegen haben Kapellen wie GREAT WHITE im Jahr 2010 keine Chance mehr.
Letztes Kriterium sind die Songs. "Voodoo" hat keinen Rohrkrepierer, vier oder fünf überdurchschnittliche Knacker und ansonsten bestens im Strom mitschwimmende Hardrocker anzubieten. Beispielsweise das leichtgängige Dear Diary hat einen ganz besonders fein zustechenden Haken und ist kaum mehr aus dem Ohr zu bekommen, auch wenn es Nick Elmore zwischendurch beinahe aus der Gesangskurve haut. Whiskey Dick ist schön spannend aufgebaut und entbehrt nicht einer gewissen Ironie, der Opener She's On Fire ist nahezu perfekt und Come Up Swinging stampft so, dass zwar nicht der Song swingt, aber der Fußboden. Das haben TESLA zuletzt auch nicht mehr hinbekommen.
Warum klingt nun diese Besprechung nicht euphorisch, wo doch so gut wie keine Kritik erkennbar ist?
"Voodoo" ist eine zweifellos gute CD und DUST AND BONES eine zweifellos gute Band, aber dennoch beschleicht den Kritiker das Gefühl, dass die Zeit solcher Musik vorbei ist. 80ies Hard Rock wie dieser macht zur richtigen Zeit immer noch Spaß, insofern hat die Band ihr Versprechen voll eingehalten, aber wirklich am Leben ist Poser-Mucke auch nicht mehr, auch wenn man den Vierer von optischen Grausamkeiten freisprechen kann. Die Band hat nichts falsch gemacht, vielleicht nur ein, zwei fragwürdige Vorbilder für den Geschmack des ewig suchenden Schreibers aufs Schild gehoben. Trotzdem: Wer auf die im Verlauf genannten Bands heute noch steht, kommt an DUST AND BONES als Ersatznahrung nicht vorbei, denn von den Alten ist nichts mehr zu erwarten. Außerdem sind $13 (bzw. $10 für den Download) beim derzeitigen Umrechnungskurs ein echtes Schnäppchen. Da kann man CD Baby schon mal besuchen.
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