HoR Logo kl CD-Review:

Logo Factory Of Dreams

Melotronical

Logo Home-of-Rock

Melotronical
Melotronical, ProgRock Records, 2011
Hugo Flores Guitar, Bass, Keyboards, Programming, Vocals
Jessica Lehto Vocals, Vocal Harmonies and Arangements
Produziert von: Hugo Flores Länge: 58 Min 44 Sek Medium: CD
01. Enter Nucleon08. Whispering Eyes
02. Melotronical09. Subatomic Tears
03. A Taste Of Paradise10. Dimension Crusher
04. Protonic Stream11. Echoes From Earth
05. Into Oblivion12. 12. Something Calling Me
06. Obsessical13. Reprogramming
07. Back To Sleep

FACTORY OF DREAMS - In der Traumfabrik werden aufgrund weltweiter Ohrenkrise die Lichter ausgehen. Dieser Satz steht in beiden Rezensionen des Kollegen Friedemann Schmidt zu lesen, der sich nun strikt weigerte, über die dritte Scheibe “Melotronical” zu schreiben. Die Vorlage der neuen Scheibe beweist, dass die weltweite Ohrenkrise nicht eingetreten ist und die Lichter der Traumfabrik noch nicht erloschen sind. Im Gegenteil, bei den Prog Archives haben manche das Album als Meisterwerk des progressiven Rock bewertet. Naja, die Geschmäcker sind halt verschieden, was auch gut so ist. Was mich allerdings den Kopf schütteln lässt ist die Tatsache, das man die Musik der Truppe dort als Neo Prog eingestuft hat, Symphonic Prog/Gothic Metal trifft es doch wohl eher.

Mit der Musik von Hugo Flores habe ich schon bei seinem anderen Project SONIC PULSAR Bekanntschaft gemacht, damals bot er eine Mischung aus Progmetal, Spacerock und Hardrock.
Zur zweiten Person des Projects, Jessica Lehto, habe ich auf Myspace herausgefunden das sie für die schwedische Übersetzung der NIGHTWISH-Webseite verantwortlich ist. Außerdem zählt neben NIGHTWISH noch THE GATHERING, BJÖRK, ENYA, WITHIN TEMPTATION, AFTER FOREVER und AYREON zu ihren Einflüssen.

“Melotronical“ ist ein Konzeptalbum und handelt von einem elektronisches Molekül, welches sich zu etwas Lebendigem entwickelt und Emotionen wie Liebe, Hass, Angst und Glück durchlebt. Naja, ich gebe zu, dass ich nach dem ersten Durchlauf versucht war in das gleiche Horn wie unser Friedemann zu blasen. Ich hielt die darauf enthaltenen Stücke teilweise für überladen und fühlte mich besonders bei den härteren Passagen genervt. Mittlerweile und nach mehreren Durchläufen hat sich das Blatt gewendet und ich kann der Musik doch viel Positives abgewinnen.
Besonders für die Stücke Enter Nucleon und Melotronical, die mit massiven, harten Gitarren, elektronischen Soundsschnipseln und sehr hohem operettenartigen Gesang losdonnern braucht man ein gesundes Nervenkostüm. Erst nach dem zweiten Durchlauf ist mir aufgefallen, dass da zwischen immer wieder schöne ruhige Passagen eingeflochten wurden und eben diese verstehen sehr gut zu gefallen. Hervorzuheben wäre auch der Gesang vom Hugo Flores, der einen tollen Kontrast zu der Stimme von Jessica bildet und ja, mich spricht die Gesangsleistung der Frau Lehto positiv an.
Der Mittelteil des Rundlings gefällt mir sogar richtig gut, gibt es stets ein Wechsel von heavy und ruhigen Parts (Protonic Stream, Into Oblivion) auf die Ohren, in denen die Gitarren und auch die Tasten schöne Akzente setzten. Besonders die Stellen an denen das Piano vorrangig zu hören ist (Back To Sleep, Whispering Eyes) sind fantastisch und lassen mein Herz höher schlagen. Mancher könnte sich eventuell an den programmierten Drums stören, mich stört es allerdings nicht sonderlich, aber hier schreibt eben auch eine nicht Musizierende.

Den Song Something Calling Me gab es schon mal auf einem früheren Werk, und zwar auf der Solo-Scheibe “Atlantis“ (kenne ich nicht), die unter seinem Namen Hugo Flores erschienen ist. Inwieweit sich dieses Stück nun verändert hat weiß ich nicht, jedoch ist der Gesang zur Pianobegleitung sehr ansprechend und atmosphärisch.
Also Leute, für mein Dafürhalten können die Lichter der Traumfabrik ruhig hell erleuchtet bleiben, denn “Melotronical“ ist letztendlich doch ein feines Album geworden.

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 15.06.2011


 
© Home of Rock 2001 & ff., Impressum & Kontakt