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| Lose Control, Lion Music, 2008 |
| Monia Rossi |
Vocals |
| Francesco Federici |
Guitars |
| Thomas Bianchi |
Bass |
| Luca Prima |
Drums |
| Gabriele Manocchi |
Keyboards |
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Länge: 42 Min 45 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Lose Control | 5. Illusion In My Hands |
| 2. Hold Me | 6. Anger |
| 3. No One Is Around Me | 7. Inside The Cage |
| 4. Chains | 8. My Noise |
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Gewagt, gewagt, kann man da nur sagen. Nicht immer klappt es im progressiven und metallischen Bereich so gut wie bei HIDDEN TIMBRE. Nun, Frontfrau Monia Rossi sieht gut aus und kann auch singen (leider oftmals viel zu leise), wie man sehr schnell merkt. Dennoch kommt man zu dem Schluss, dass hier Perlen vor die Säue geworfen sind. Die Frau bitte aus dem Kader herausnehmen und den Rest der Band einsperren. Und zwar so lange, bis die Jungs gelernt haben, dass es nicht einfach damit getan ist, verquere Melodieläufe fast ohne jeglichen Geschmack aneinander zu reihen und so zu tun, als sei man des Frickelns mächtig. Letzteres bewegt sich ja ohnehin immer auf einem ganz schmalen Grat, und die Gefahr, sich dabei die Finger zu verbrennen, ist sehr groß, wie man weiß.
Hier ging es in die Hose, denn fast alles klingt auf "Lose Control" schlecht. Dazu kommt, dass der Sound einfach nicht gelungen ist. Die Tasten kommen gut, klar, wahrscheinlich direkt mit dem Stecker ins Pult gemeißelt. Der Rest hat wenig Dynamik, vorzugsweise die Drums keinen Punch und der Bass mulmt fast unerträglich. Man sollte den Bandmitgliedern nicht das Beherrschen der Instrumente absprechen, wirklich nicht, aber ich neige fast zu der Annahme, dass hier mehr Homerecording als professionelle Studioarbeit geleistet wurde. Also das muss zukünftig besser werden, sonst sehe ich für FARTHER PAINT schwarz.
Dabei geht es ja noch einigermaßen verheißungsvoll los. Und man merkt erfreut, dass die Italiener nicht auf die Klonkarte in Richtung DREAM THEATER setzen. Und der Beginn des an den Anfang gesetzten Titelstücks Lose Control (welches mehr als Intro zu verstehen sein dürfte) birgt sogar noch eine Portion Spannung in sich, die auf das Weitere neugierig macht. Und hat man die gelieferten Begleitpapiere gelesen, dann nimmt man anfangs noch an, dass die Band tatsächlich, bei aller technischen Raffinesse, Wert auf den Song legt. Doch schon das folgende Hold On ist weitestgehend eine Katastrophe. Einerseits zwar eingängig und straight, verursacht zum einen der Mix in verschiedenen Vocal-Parts (grausame Effekte) absolutes Unbehagen und die Synthies verwurschteln letztlich jede brauchbare Melodie.
Hin und wieder blitzt etwas Gutes auf. Beispielsweise entwickelt sich No One Is Around Me, vor allen Dingen wegen den netten Pianos, stellenweise zu einer atmosphärischen Nummer. Und das folgende Chains lässt jede Menge Platz für die gut klingende Sängerin Monia Rossi. Doch anschließend reißen dann die Mitstreiter alles Aufgebaute in Grund und Boden. Illusion In My Hands, erneut sicherlich technisch gut aufbereitet, ist zu verquer, die musikalischen Abläufe werden dem Anschein nach, auch nach einigen Umläufen, einfach nicht zu Ende gesponnen. Mehr Sorgfalt und mehr gekonntes Songwriting hätten insgesamt besseres herausgeholt. So manche jazz-fusionartige Erscheinung gibt es zum Überfluss in Anger.
Letztlich ist dies kein Fall für unsere HoR-Mülltonne, doch FARTHER PAINT haben sich selbst die Messlatte so hoch aufgehängt, dass sie nun selbst nicht mehr dran kommen. Es darf im Prog absolut kopflastig sein, ohne Frage. Doch außerhalb der Avantgarde sollte sich irgendwann einmal ein Album dem Hörer erschließen. Dem ist hier leider nicht so, deswegen hoffen wir auf einen etwaigen Nachfolger.
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