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| Fire In The Field, Eigenvertrieb, 2009 |
| James Bagshaw |
Vocals |
| Mike Moore |
Guitar |
| Jeff Badolato |
Bass |
| John Santarelli |
Drums |
| Gäste: |
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| Andrew Blowen |
Keyboards |
| Amy Santarelli |
Backing Vocals |
| Produziert von: Geoff Taylor |
Länge: 31 Min 41 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Magic Man | 5. Restless |
| 2. Out | 6. My Time Has Come |
| 3. Soledad | 7. Sweet Mother |
| 4. Goatskin | 8. The Stomp |
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Ich liebe den Satz "Einige Gestörte werden vielleicht auf die Idee kommen, diese Scheibe mit 'Retro' oder ähnlichem Mist zu diskreditieren" aus der Besprechung von THE ANSWERs "Everyday Demons", weil Oliver Wirtz messerscharf erkannt hat, dass gute Musik mitnichten vom Erscheinungsjahr abhängig ist, sondern ausschließlich von der Kreativität der Erzeuger.
Unserer ziemlich maßgebenden Meinung nach sind THE BLACK CROWES nach "nur" 20 Jahren Existenz (inklusive Unterbrechung) von Kreativität weit entfernt. Warren Haynes war mit seinen GOV'T MULE hingegen bisher (fast) immer ein Quell der Überraschungen, auch wenn man beileibe nicht alles aus Haynes' Veröffentlichungsflut bejubeln muss.
FIRE IN THE FIELD ist eine Band, die Erinnerungen an die drei genannten Bands und deren Vorbilder weckt. Und schon sind wir wieder beim leidigen Begriff 'Retro'. Wer sich heute Beethoven oder die BEATLES anhört, müsste demzufolge ein Ewiggestriger sein. Oder besser: Wer sich lieber die Originale als die Epigonen gibt (im Falle der BEATLES zum Beispiel OASIS und Konsorten), hat im Hier und Jetzt nichts verloren!? Muss man jeder Klon-Kapelle folgen, oder darf man neben seinen längst zu Gammelfleisch gewordenen Jugendhelden auch Frischware zu sich nehmen? Frischware im Sinne von "Aus alt mach neu - und ab die Party".
Die Meinung der Fans ist gespalten, denn die einen gehen zu LYNYRD SKYNYRD wann immer und in welcher bizarren Besetzung sie auch erscheinen, während die anderen schon bei der Erwähnung von "Comebacks" wie dem von FLEETWOOD MAC oder der EAGLES Brechdurchfall bekommen. Über diesem Glaubensstreit wird leider allzu oft vergessen, dass es in den letzten Jahren eine Menge glaubwürdiger junger Bands gibt, die zwar keine neue Musik machen, was de facto auch nicht möglich ist, aber dennoch einen so herzlichen Rock spielen, der eigentlich Eltern und Kinder begeistern müsste. Das Problem: Eltern sind ignorant und Kinder wissen von nichts. Wir ändern das!
FIRE IN THE FIELD sind vier junge und verdammt gut aussehende Kerle aus dem reichlich unglamourösen Klein-Bundesstaat New Hampshire, der neben einem winzigen Zugang zum Atlantischen Ozean noch eine Mehrheit von weiblichen Abgeordneten im Senat vorzuweisen hat. Prompt dürfen Schwule und Lesben in diesem eigentlich erzkonservativen Staat heiraten. Manchmal macht Lokalpolitik richtig Spaß.
Damit haben FIRE IN THE FIELD vermutlich wenig zu tun, aber es ist ein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass man als Schwuler/Langhaariger/Rocker/Sozialist nicht zwangsläufig von der örtlichen Christlich-Asozialen Lügenunion oder dem KKK ans nächste brennende Kreuz geheftet wird. Entsprechend entspannt spielen FITF auf, lassen es dabei dennoch gehörig krachen und kommen phasenweise nahe an eine bisher nicht genannte Einfluss-Band heran: CLUTCH. Zu denen gibt es demnächst mehr zu lesen, das "Nebenprojekt" THE BAKERTON GROUP sollte zur Überbrückung aber reichen. Oder ein Groover wie Magic Man vom "Fire In The Field"-Album. Deep 'n stony, psychedelisch hardrockig, mit einem Hauch MOUNTAIN und dem hohen Gesang eines Nicht-Shouters. Pluspunkt!
James Bagshaw ist kein Röhrerich wie weiland Steve Marriott, aber er intoniert seelenvoll im Sinne von "Soul in der Stimme", schraubt sich dabei bisweilen in beachtliche Höhen und lässt sich von einer ziemlich guten Backgroundsängerin namens Amy Santarelli bisweilen glänzend unterstützen (die Schwester vom Drummer?). Auch der Organist Andrew Blowen gehört nicht zur Band, gibt aber deutlich mehr als schmückendes Beiwerk von sich. Die beiden sind mehr wert als nur als "Additional Musicians" genannt zu werden.
Kern der Band ist neben Bagshaw Gitarrist Mike Moore. Der ist ein seltenes Exemplar der Spezies "Klassegitarrist mit eingebauter Egobremse" und begeistert mit markanten Riffs und gefühlvollen Soli gleichermaßen ohne sich penetrant in den Gitarristenhimmel spielen zu wollen. Die Rhythmusabteilung an Bass und Trommeln geht nicht immer mutig vor, vor allem im ersten Teil der CD, lässt aber nichts anbrennen. Spätestens ab My Time Has Come ist die Sache gebongt, denn mit ein wenig mehr Produktions-Bumms wäre am Schlagzeug ein junger "Bonzo" und am Bass ein noch jüngerer J.P. Jones zu vermuten. Dass James Bagshaw noch ein paar gekonnte Plant-Schreie absondert, edelt das Debut von FIRE IN THE FIELD zusätzlich.
Das Highlight des Albums ist der Rausschmeißer und heißt bezeichnenderweise The Stomp. Da sind zum grandiosen Groove/Stomp sämtliche Vorbilder vereint, und FIRE IN THE FIELD rocken sie alle - nicht in Grund und Boden, aber in Ehrfurcht gebietender Manier.
An die Intensität von THE ANSWER kommen FIRE IN THE FIELD noch nicht heran, aber das ist nicht überraschend und ehrenrührig schon gar nicht. Die BLACK CROWES stecken die Jungmänner locker in die Tasche, und außerdem ist Zeitlos-Rock gerade angesagt. Haut rein, Jungs, es fehlt nur wenig zum Superalbum (das gerne ein wenig länger ausfallen darf als die halbe Stunde hier).
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