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Elation

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Elation
Elation, Frontiers, 18.5.2012
Mark Kendall Guitar
Michael Lardie Guitar, Keyboards
Audie Desbrow Drums
Terry Ilous Lead Vocals
Scott Snyder Bass
Medium: CD
1. (I've Got) Something For You 7. Shotgun Willie's
2. Feelin' So Much Better8. Promise Land
3. Love Train9. Lowdown (Bonus Track)
4. Heart Of A Man 10. Just For Tonight
5. Hard To Say Goodbye 11. Love Is Enough
6. Resolution12. Complicated

Der Hai hat neue Zähne, und das alte Gebiss firmiert jetzt unter JACK RUSSELL'S GW, und der hat tatsächlich seine alten Kumpels verklagt. Auf Herausgabe des Namens. Die nehmen's gelassen, erinnern sich an Russell als einen, der zuletzt auf der Bühne nur noch sitzen konnte, und machen weiter. "Elation" heißt dann auch die Begeisterung, das Hochgefühl, und ein Track ganz programmatisch Feelin' So Much Better.
Es geht hier nicht darum, ob GW etwas Neues bietet und neue Fans gewinnt. Tun sie nicht. Es kann nur darum gehen, ob das ein gutes GW Album ist (etwa wie vor einiger Zeit "Can't Get There From Here"), oder ein schlechtes, wie zuletzt "Rising". Und während wir beim HoR erfreut sind, dass Mark Kendall uns in unserer Auffassung, dass das letzte Album schlecht produziert war, in einem Interview in "Rocks" bestätigt, schreiten wir zur Tat.

Neuer Sänger also - das heißt, positiv gesehen, das die Russell Manierismen, dieses "ich bin ein großartiger Sänger und brauche Balladen" Getue und Geknödel der Vergangenheit angehört. Der Neue ist gut und phrasiert sicher, erinnert Gott sei Dank nur von Ferne an Russell, und das führt zu einem verschlankten Sound mit weniger Balladen. Andersrum - Tracks wie Heart Of Man oder insbesondere das großartige Promise Land sind Russell auf den Leib geschrieben, und er hätte daraus großes Theater gemacht - so sind es eben nur einfach gute Songs mit Feeling dargebracht. Dafür fällt dann Hard To Say Goodbye, was Russell zu Tode geknödelt hätte, nicht weiter auf, was gut ist, da das mangels Qualität auch so sein sollte.

Kendalls Solos sind auch nicht mehr die von "Psycho Hotel". Nicht so lang, nicht so scharf - alles eine Nummer kleiner. Kurz, auf den Punkt. Wem das damals oft zu lang war, der ist hier besser bedient; wer das geliebt hat (und das war ja, zugegeben, etwas, was GW ausmachte), der hat hier gelitten. GW 2012 bescheidet sich.
Die Songs rocken, die drei Balladen (zwei davon wie gesagt gut) kann man lieben, was fehlt, ist Input von Außen - frisches Songwriter Blut. Das hier ist GW auf Normalmaß. Da hätte etwas Hilfe gut getan (so wie auf "Can't Get There From Here"). Aber es ist 100% GW. Nichts Neues, aber das Alte brauchbar dargebracht.

Wird GW noch einmal ein großartiges Album machen, so wie seinerzeit die EAGLES mit "Long Road To Eden", EXTREME mit den "Saudades De Rock", TULL jetzt mit "TAAB2"? Wer weiß - besser als das Alterswerk etwa der WHO ist das allemal.

Und so genießen wir also mit Kennermiene diese Werk hier, als GW Fans wissend, dass die es besser können, erinnern uns an ihre Großtaten, und kommen dann doch zu dem Schluß: "Naja, rockt eigentlich ganz ordentlich. Geht doch.", und wippen dazu geriatrisch mit dem Fuß.

Denn: Resolution, Shotgun Willie's und (I've Got) Something For You sind wirklich gute Rocker, und Lowdown (wo ein Stück des Textes von Melissa Etheridge's Similar Features aus ihrem ersten Album zitiert wird, warum auch immer) ist ein etwas finsterer Zähflüssling, der den Hintern nicht ganz hoch bekommt - aber alles in allem ist das nett. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass die alten GW noch mal zum Zahnarzt gegangen wären, um sich diese Zähne noch etwas polieren zu lassen. Die Songs sind nicht schlechter als frühere - GW sind halt nur im Augenblick nicht mehr die GW.

Kann man durchaus kaufen, muss man allerdings nicht haben.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 10.05.2012


 
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