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| On This Perfect Day, Mascot Records, 2009 |
| Jasper Steverlinck |
Vocals |
| Lori Linstroth |
Lead Guitar |
| Chris Maitland |
Drums |
| Arjen Lucassen |
Vocals, Guitars, Mandolin, Bass, Keyboards |
| Ben Mathor |
Violin |
| David Faber |
Cello |
| Produziert von: Arjen Lucassen |
Länge: 57 Min 41 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Twisted Coil | 4. Season Of Denial |
| 2. Leland Street | 5. Over |
| 3. Green And Cream | 6. Perfection? |
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Fleetcommander Arjen Lucassen hat für sein funkelnagelneues Schiff namens GUILT MACHINE eine erstaunlich kleine Crew angeheuert. Neben ihm besetzt Subcommander Lori Linstruth die Kommandobrücke und kümmert sich um die Leadgitarren-Generatoren. Daneben ist sie für die Logbuch-Prosa zuständig. Im Maschinenraum donnert derweilen munter und beständig Chris Maitland (PORCUPINE TREE, BLACKFIELD, no-man) vor sich hin. Die Funkzentrale hingegen bevölkert ein gewisser Jasper Steverlinck, der an den Kommunikationseinrichtungen mit seiner Stimme einen hervorragenden Job abliefert.
Doch kümmern wir uns zunächst um das Schiff: Auf Kiel gelegt wurde die GUILT MACHINE natürlich in den "The Electric Castel"-Werften auf dem Planeten Niederlande. Ingenieur Arjen Lucassen verwendete ähnliche Blaupausen wie für seinen früheren Flagschiffe "Actual Fantasy" und "The Dream Sequencer". Die Komponenten des Hauptantriebs werden wieder von den Lucassen-typischen, also sehr spacigen (mit spacig ist spacig im Sinne von spacig gemeint und nicht spacig im Sinne von breit) Keyboardsounds dominiert. Wichtige weitere Bestandteile des Aggregats bilden die Rhythmusgitarre und natürlich das souverän eingespielte Schlagzeug.
Der erste Einsatz des neuen Schiffs findet unter dem Tarnnamen "On This Perfect Day" statt. Im Unterschied zu den beiden oben genannten Referenzen ("Actual Fantasy"; "The Dream Sequencer") strömt diesmal jedoch ein ziemliches Quantum Melancholie durch den FTL-Antrieb. Besuchte Commander Lucassen bisher in allen Farben des Regenbogens leuchtende Emissionsnebel und wunderbare schimmernde Ringplaneten in den äußeren Bereichen des Sonnensystems, setzt er nun den Kurs auf traurig durch den Raum torkelnde Braune Zwerge* und unterkühlte HI-Wasserstoffregionen, irgendwo im interstellaren Raum zwischen Antares und Beteigeuze.
Insgesamt scheint das Songwriting beim ersten Ortungskontakt nicht ganz so zwingend ausgefallen zu sein. Allerdings gewinnt "On This Perfect Day" bei jedem Umlauf. Die Kompositionen sind breiter und epischer angelegt, ohne sich jedoch in den Randbereichen der Galaxis zu verlieren.
Gleichberechtigt stehen sich in den Songs die leisen, fast schon sentimentalen Parts - getragen durch Jaspers einfühlsamen Gesang - und die nicht so häufigen aber deswegen umso willkommeneren rüderen Starbursts von Schlagzeug, Gitarre und lauten Keyboards gegenüber.
Sie geben den Stücken mit ihren Gezeitenkräften ein Gleichgewicht im Strudel der Gegensätzlichkeit.
Green And Cream stellt den absoluten Hinhörer dar. Dieses Stück ist eine Symphonie an sich. Durch die ergreifenden Gesangsmelodien und die zwingende Klimax fühlt sich der Hörer in eine Position gebeamt, von der er verträumt auf die langsam rotierende Scheibe unserer heimatlichen Balkenspirale hinunterblicken kann. Sehr viel Schöneres kann es kaum geben.
Interessant sind die Hyperfunkbotschaften aus allen Gegenden des Heimatplaneten, die der Commander ins Logbuch übernommen hat. Weil unser Translator ausgefallen ist, können wir nur den Beitrag aus der Region Deutschland wiedergeben: "Wenn man lange genug in den Spiegel schaut, blickt man in die Augen des Teufels!"
Nun ja, wir wissen nicht, wer diesen Spruch fabriziert hat; denken aber, dass er sich dringend nach einem neuen Therapeuten umsehen sollte.
Bleibt als Fazit festzuhalten: "On This Perfect Day" von GUILT MACHINE ist wieder eine lupenreine Arjen Lucassen-Veröffentlichung geworden, die sich stilistisch irgendwo zwischen "Actual Fantasy" und
"The Universal Migrator" bewegt, mit einer Prise STAR ONE Project aufwartet und Anleihen an "01011001" (Disk 2) nimmt. Arjen hat diesmal dankenswerterweise die dunkle Seite der klingonischen Oper ausgeblendet und ein schönes Stück stellarer Materie geschmiedet.
Für alle Astronauten, Kosmonauten, Taikonauten, Ayreonauten und natürlich Melanchonauten ist in den Kälteschlafkammen der GUILT MACHINE ein hübsches Plätzchen frei. Da weisse Bescheid!
PS 1: Wir haben lange überlegt, den nächsten Aspekt in den Haupttext unterzubringen, uns wegen der ihm innewohnenden Subjektivität allerdings dagegen entschieden.
Manchmal, insbesondere bei den verhaltenen aber hohen Gesangparts, meint man in Jaspers Stimme ein wenig vom Timbre Freddie Mercurys zu erkennen. Nicht vordergründig und auch nicht aufdringlich, eher ganz zart und im Ansatz. Trotzdem lassen diese Stellen die Nervenbahnen erzittern und Tränen in die Augen schießen.
PS 2: Einer unserer Redakteure äußerte sich im Vorfeld doch irgendwie zweifelnd über diese Platte. Mittlerweile wird er beschimpft und verunglimpft. Im Übrigen werden alle seine weiteren Äußerungen zum Thema Arjen Lucassen mit Spott verfolgt.
* Brauner Zwerg: Wikipedia sagt, dass ein Brauner Zwerg massereicher als planetare Gasriesen und masseärmer als stellare Rote Zwerge ist und außerdem, dass er ein kompaktes astronomisches Objekt mit einer Masse zwischen 13 und 75 Jupitermassen sei und eine Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnimmt. Mein lieber (Sch)Olli, mit was für Fachwissen unsere Rock und Roll Autoren um sich werfen ist schon bedenklich, nein, beachtlich. Falls jemand keinen Ton von diesen seltsamen Zwergen, Riesen und Massen verstanden hat: Mir geht das auch so, ich hielt den Braunen Zwerg bisher für ein Eis am Stiel, aber ich würde niemals über Arjen Lucassen spotten. Und über Mork vom Ork auch nicht. Long live Alf!
F.S. aus M.
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