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Hartmann

Handmade

Live In Concert
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Handmade - Live In Concert
Handmade - Live In Concert, Green Roof Records, 2008
Oliver Hartmann Vocals, Guitars
Mario Reck Guitars
Armin Donderer Bass
Dario Ciccioni Drums
Jürgen Wüst Keyboards, Vocals
Ina Morgan, Kolinda Brozovic, Tiffany Kirkland Backing Vocals
Produziert von: Oliver Hartmann Länge: 79 Min 32 Sek Medium: CD
1. Coming Home To You9. Why Do I
2. The Journey10. I Will Carry On
3. Somewhere Someday11. Is It You
4. Alive Again12. Out In The Cold
5. What If I13. Listen To Your Heart
6. Nightblind14. Into The Light
7. Crying15. Music
8. Millionaire

Eric Clapton hat es getan. BONFIRE haben es getan. Bruce Springsteen hat es nicht getan, dafür aber Herbert Grönemeyer genauso wie DIE TOTEN HOSEN. Sogar DIE ÄRZTE kamen nicht drum herum. MR. BIG haben es auch mal getan und selbst Billy Idol konnte sich nicht dagegen wehren. Tja, und HARTMANN hat es auch schon getan. Ich rede davon, mal die Stöpsel aus den Verstärkern zu ziehen oder besser die Effekte zwischen den Instrumenten und den Stimmen wegzulassen und lediglich die Musik und die Lyrics als solches stehen zu lassen. Nackt. Unverfälscht. Ohne Effekte - eben unplugged!

Am 03. und 04. September 2007 hatte Oliver Hartmann es sich mit seiner Band und drei nett anzuschauenden Damen (die dazu auch noch singen können) [Anm. Jogi: Friedemann ist der Meinung, dass dies ein Widerspruch ist] im Pegasus Theater zu Bensheim gemütlich gemacht und einen Querschnitt seines Schaffens unplugged zur Show gestellt. Das Ganze gab es bereits schon auf DVD, scheinbar hat man sich dabei aber zu sehr von den Backgroundsängerinnen ablenken lassen und das Augenmerk auf dieses Trio im Hintergrund gerichtet, als sich den Tönen zu widmen. Damit das nicht so weitergeht, gibt es nun das formidable Konzert auch als CD.
Da ich die DVD nicht kenne, konnte ich also die optischen Vorteile nur auf den kleinen Bildchen des Booklets genießen und musste mich somit zwangsläufig auf die Musik konzentrieren. Da ich Oliver Hartmann noch aus seiner Zeit als Sänger bei AT VANCE im Ohr habe, seine beiden Soloalben aber nicht besitze, war ich entsprechend gespannt, als dieser Rundling im Briefkasten das Licht meiner Wohnung erblickte. Es ist immer wieder ein schmaler Grat, auf dem sich die Künstler bewegen, wenn sie sich nicht mehr auf ihre Effekte verlassen, die im Bandkontext für den entsprechenden Dampf sorgen, und stattdessen die Songs in rohem Gewand daherkommen lassen. Bei manchen Künstlern geht so etwas grausigst in die Hose, andere zeigen, dass sie ihr Handwerk an den Instrumenten wirklich beherrschen und bei den meisten Bands zeigen sich die Songs durch die abgespeckte Variante in erstaunlichem Licht. So auch Hartmann und seine Jungs.
Zwar kenne ich die Originalversionen nicht, aber das klingt hier nicht, als hätte man einfach mal die akustische statt der E-Gitarre genommen und ansonsten die Songs so stehengelassen, wie sie sind. Hier erscheint mir vieles auf den unplugged Charakter umarrangiert zu sein und das klingt richtig gut.

Nachdem ich mich durch 14 sehr schöne Songs gewühlt hatte, war ich sehr gespannt, wie man sich des Überhits Music von John Miles annimmt - nur mit Gitarren und ein bisschen Keyboard, Bass und Drums, aber ohne den pompösen Bombast des Orchesters. Das ist doch eigentlich zum Scheitern verurteilt. Aber … meine Herren, ich ziehe den Hut! Das ist eine der schönsten Versionen, die ich jemals von diesem Lied gehört habe. Genial, wie man dieses Stück so relaxt und entspannt mit den Gitarren zelebriert, als wäre es dafür geschrieben worden. Einzig die stimmlichen Grenzen werfen hier einen kleinen Schatten, der aber so verschwindend gering ist, dass man locker darüber hinwegsehen kann.

Wer also noch nach lauschiger aber nicht kitschiger, nach beruhigender aber nicht einschläfernder, nach reduzierter aber nicht verarmter Musik sucht, sollte sich schnellstens auf den Weg machen und sich diese Scheibe zulegen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 04.05.2008

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