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Jimmy Bowskill Band

Back Number

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Ruf Records
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All Music Guide (englisch)

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Back Number
Back Number, Ruf Records, 2012
Jimmy Bowskill Guitar, Vocals, Piano, Trumpet
Ian McKeown Bass, Trombone Vocals
Dan Reiff Drums, Percussion, Vocals
Gast:
Aaron Hoffmann Wurlitzer, Organ
Produziert von: Brian Moncarz & The Jimmy Bowskill Band Länge: 47 Min 22 Sek Medium: CD
1. Take A Ride7. Sinking Down
2. Linger On The Sweet Time8. Down The Road
3. Salty Dog9. Seasons Change
4. Little Bird10. Broke Down Engine
5. Spirit Of Town11. Least Of My Worries
6. Sin's A God Man's Brother

Bislang war ich ja ein absoluter Freund und Fan von dem, was Mr Bowskill im Alter von noch nicht mal zwanzig a so zu Gehör brachte mit seiner Dreimann Combo. Die hat er nun ausgewechselt, neue Mitspieler gefunden, und ist auf "Back Number" zurückgekehrt. Er hat dem Blues auch zum Teil den Rücken gekehrt, und sich von sauberen Gitarrensounds dem verwaschenen Vintagesound zugewandt. Ich will gar nicht mal behaupten, dass er bewusst auf der Retrowelle surft, da er sich ja schon früher als enger Freund etwa von FREE zu erkennen gegeben hat; und grundsätzlich wäre da auch nichts gegen zu sagen.

Aber es geht vorwärts nach zurück. So klingt denn auch der erste Track, als gehöre er auf HUMBLE PIES "Smokin'" Album; heavy Blues Rock'n'Boogie, und als Intro gar nicht schlecht; das Singen hat er sowieso nicht verlernt, der gute Jimmy.Linger On The Sweet Time ist ein brauchbarer Southern Boogie, und Salty Dog - obgleich es vom Namen her an PROCOL HARUM erinnert - hat das Riff von PIEs I'm Ready - nein, nicht geborgt, es erinnert nicht daran - es ist das Riff des PIE Tracks. Nun ist das nicht so schlimm, denn selbst Uralt-Rocker wie HEEP haben Riffs übernommen und verwurstet - aber wieder einmal sei die Frage gestattet - wäre es denn dann nicht angezeigt, das zu erwähnen?

So, wie man erwähnt, dass Sin's A Good Man's Brother von GRAND FUNK's Mark Farner ist. Warum es von allen FUNK Tracks nun unbedingt der vom frühen Album "Closer To Home" sein muss - tja, wer das FUNK Album kennt, hat eine gute Vorstellung davon, an welche Gitarrensounds Jimmy wohl gedacht hat, als er sein neues Album aufnahm; und welche Art Songs ihm vorschwebten. Nun sind die frühen FUNK Alben revolutionär gewesen - damals. Heute ist das längst Geschichte, und muss ja nun nicht unbedingt aufgewärmt werden. Zumal FUNKs Version eine Urgewalt ausstrahlt, die der BOWSKILL Version genauso urgewaltig abgeht; und wenngleich Jimmy als Gitarrist sicher besser ist als Mark - als Sänger reicht er ihm nicht das Wasser. Und so ist nicht nur die Adaption des PIE Riffs sondern auch die des Farner Tracks nur bedingt geglückt. Little Bird ist ein Shuffle, der eine nette Jimmy Performance zeigt, aber die Band etwas holzschnittartig agieren lässt; da groovt nix. Davon abgesehen ertrinkt der Song in den Vintagesounds - was ein gutes Riff sein könnte, kommt hier nicht zum Tragen. Spirit Of The Town bemüht sich mit Blasinstrumenten um neue Farben der musikalischen Palette, ist aber nichts anderes als ein Blues, und als solcher … ein Blues halt. Und so rockt man vor sich hin, hier ein weiterer Boogie der wie der erste klingt (Sinking Down), und auch die Vokallinien der weiteren Tracks bleiben nicht haften. Auf Seasons Change soll Paul Rodgers vokal dabei sein - außer dass das eine weitere Beleg für 'retro' sein könnte, und in den Gitarrenlinien anfangs wieder sehr an GRAND FUNK erinnert, hört man da nix von. Ist aber vom Aufbau her sicher ein wirkliches Highlight des Albums; hier merkt man sich an, das sich Mühe gegeben wurde. Und Broke Down Engine , ein verschleppter Rock'n'Roll Sing mit schön kontrapunktischen Drums, geht gut durch. Netter Country Rock am Ende, ganz im Non-Vintage Sound und mit nettem Honky-Tonk Klavier, lässt hoffen, dass die nächste CD anders klingt. Aber letztlich und unter Strich macht das das Album nicht zum einem Highlight de JBB, und zeigt auch nicht wirklich eine Weiterentwicklung des Songschreibers Bowskill.

Ich mag den Mann, seit ich ihn bei einem Konzert in Aschaffenburg kennen lernte; und tue mich hier nicht leicht; aber das ist kein Album dieser Band, das öfters in meinem Player stecken wird - es fehlt der Funke Magie. Retro/Vintage Fans sollten sich das aber trotzdem unbedingt anhören.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 29.01.2012


 
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