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CD-Review:
Kevin Costner & Modern WestTurn It On |
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Was für ein Glück, dass hier nichts über die Filme von Kevin Costner stehen muss, denn von einem ausgewiesenen Nicht-Cineasten und Der-mit-dem-Wolf-Einschläfer gäbe das ein größeres Desaster als es der Schinken "Waterworld" je war. Besser kann man als notorischer Bunte-Leser die öffentliche Person Kevin Costner beurteilen, und da kann man seit vielen Jahren nur sagen: Ein guter Typ. Kein Vordrängler, kein Roter-Teppich-Flaneur, kein Hollywoodegomane, kein Skandalheini, einfach ein sympathischer Mann mit einem leichten Hang zur Schlafmützigkeit. Zuerst muss gesagt werden, dass MODERN WEST eine richtige Band ist, kein zusammengecasteter Haufen für einen gelangweilten und zuletzt nicht mehr besonders erfolgreichen Schauspieler und Regisseur, ein paar der Musiker waren schon in Costners erster Band ROVING BOY in den 80ern aktiv und man darf durchaus glauben, dass MODERN WEST aus bestens befreundeten Kollegen besteht. Costner geht also einen anderen Weg als beispielsweise Bruce Willis bei seinen beiden (guten) Platten "The Return Of Bruno" (1987) und "If It Don't Kill You, It Just Makes You Stronger" (1989), für die eine Heerschar Cracks ins Studio gekarrt wurde, um routiniert Rhythm & Blues zu covern. "Turn It Up" besteht wie schon "Untold Truths" aus eigenen Songs, lässt also keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Vorhabens aufkommen. Americana ist in den seltensten Fällen spektakulär, es ist auch keine Musik für wilde Jungspunde, aber den satten Mittelstandsspießer dürften manche Songs auf "Turn It Up" durchaus ein bisschen erschrecken oder wenigstens aufwecken. Da baut sich ein Ashes Turn To Stone hinter einer sehr angenehm gespielten Geige mit einer ganzen Wand von Gitarren, saftig durchgetretenem Rhythmus und einem röhrenden Costner zu einem herzhaften Rocker auf, Maria Nay wechselt vom anfänglichen Rock'n'Roll zu einem dichten, beinahe modernen Gitarrenrocksound und Red River ist ein Riffgebirge klassischer Bob-Seger-Machart (Charlie Daniels in Verbindung mit einem bekennenden Demokraten wie Costner zu erwähnen wäre pure Dummheit und beleidigend dazu). Mit Saturday Night gibt es noch einen Rock'n'Roll, einen der flockigen Sorte und dem Titel entsprechend, aber mit Herzblut und einer tollen Slidegitarre zur Fiddle. Klar, das alles ist Musik für Erwachsene, aber eben für die Erwachsenen, die neben dem Mainstream noch ein Ohr für ehrliche Musik haben. Im März 2010 hat man übrigens noch etliche Möglichkeiten, MODERN WEST live zu sehen: 03.03., Köln, E-Werk 04.03., Leipzig, Gewandhaus 06.03., Halle, Gerry Weber Event Center 07.03., Jüchen, Polodrom 10.03., Baden-Baden, Festspielhaus 11.03., Düsseldorf, Phillipshalle 12.03., Hamburg CCH1 13.03., Siegburg, Rhein-Sieg-Halle 15.03., Offenbach, Capitol 16.03., Zürich/Schweiz, Kaufleuten 18.03., Berlin, Tempodrom 19.03., Wien/Österreich, Stadthalle 22.03., Dresden, Kulturpalast 23.03., Kempten, Big Box 24.03., Stuttgart, Liederhalle 26.03., Nürnberg, Meistersingerhalle 29.03., Zürich/Schweiz, Volkshaus Die Ticketpreise für die Konzerte sind sehr, sehr hoch, unter € 50 geht außer in Dresden gar nichts, in der Spitze wird es teilweise dreistellig. Das macht die Sache für den gemeinen Rockfan schwierig und hinterlässt die Frage, ob Kevin Costner eigentlich die Zielgruppe für seine Musik kennt. Ausschließlich betuchte Filmfreaks seiner Generation kann er doch wohl nicht bei seinen Konzerten sehen wollen. Hoffentlich. Schade ist das, denn mit moderaten Preisen ließe sich nach der schönen CD "Turn It On" ganz sicher ein breiteres, vielleicht sogar jüngeres Publikum finden. Auf jeden Fall aber ein rockigeres. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 24.02.2010
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