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| Time To Tango, Artist Station Records/EMI Music/Soulfood, 2009 |
| Agata |
Vocals |
| Stefan |
Vocals |
| Roman |
Drums |
| Gregor |
Bass |
| Manuel |
Percussions |
| Robert |
Guitar |
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Länge: 50 Min 45 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Dancer In The Sun | 9. Clown Parade |
| 2. Play With Fire | 10. 1K1 |
| 3. On The Run | 11. Lato |
| 4. Personal Rotation | 12. Vodka, Tribe And Dynamite |
| 5. The Smash Song | 13. Zero |
| 6. Sin | 14. Känämänännä |
| 7. We Add The World | 15. Bomba |
| 8. Mainstream Bypass | 16. Face And Filter |
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Schau an, da hat Österreich doch tatsächlich mehr zu bieten als den A1-Ring und umeinander purzelnde Phaetons. Nämlich KONTRUST!
Dabei handelt es sich um eine sympathische Nu-Crossover-, aber vor allem Modern- und Inspiriert-Metal Band, die mit ihrem Album "Time To Tango" zum Tanze bittet. Gleich vorweg: Der KONTRUST-Sound ist härter als Alpen-Granit, die Arrangements cooler als Tiroler Gletschereis, die Ideen reichhaltiger als Wiener Sachertorte und das Songwriting 100.000 mal kreativer als die Offensivabteilungen von Sturm Graz und Rapid Wien zusammen.
Stilistisch bolzen und grooven KONTRUST irgendwo zwischen den GUANO APES, was natürlich insbesondere im Timbre Agatas begründet ist, und den finnischen Elektrometallern WALTARI herum, wobei Stefans Stimme wiederum eher an KORPLIKAANI als an Kärtsy Hatakka erinnert. (Sorry Folks, aber eindeutiger geht es nicht.)
Praktisch jeder Song auf "Time To Tango" ist aus drei bis vier tragenden aber höchst unterschiedlichen Facetten zusammengesetzt. Da hätten wir zunächst die mit leichten Rap-Vibes angereicherten Street-Sprechgesänge; gekonnt intoniert sowohl von Agata als auch von Stefan. Dazu gesellen sich Roberts brachiale und wirkungsvolle Gitarrenriffs, die oft von elektrisierten Melodieparts abgelöst und/oder ergänzt werden. Insbesondere aber die durchdachten und eingängigen Refrains geben allen Stücken die besondere Note. Als besonderes Schmankerl in den Kompositionen ist die Percussionarbeit von Manuel zu nennen. Er schafft es, die Songs mit seinen Trömmelchen, Bongos usw. dort zu bereichern, wo andere seiner Zunft nur noch gehörig nerven.
Zusammengefummelt vereinen sich diese Zutaten zu Songs mit Evergreen-Potenzial in den Nu Metal- und/oder Crossovercharts. Falls es diese Charts noch nicht gibt, sollten sie für KONTRUST erfunden werden.
Als Beispiele dazu seien The Smash Song genannt, oder Play With Fire, oder der Opener Dancer In The Sun, oder On The Run (eine wirkliche Klassenummer). In diesem Zusammenhang auch erwähnt werden müssen Personal Rotation, mit wirklich wunderbarem Agata-Gesang, We Add The World, Mainstream Bypass und vor allem Clown Parade (beginnt saucool mit einer Art traurigen mexikanischen Trompete). Osteuropäisch, slawisch angehaucht ist Lato, das als wunderbares Intro für Vodka, Tribe And Dynamite dient (wen wundert's, ebenfalls osteuropäisch, slawisch angehaucht). Bei solcher Vielfalt ist es wohl kein Wunder, wenn ein Stück mit dem durchgeknallten Namen Känämänännä mit "beats", die klingen "like a jungledrum", unterlegt ist.
Agata und Stefan schaffen mit ihren abwechselnden Einsätzen immer wieder besondere Spannung zu erzeugen. Beide für sich gehört sind bereits gut, zusammen aber sind sie sensationell. Wer seinem Umfeld das Phänomen der Emergenz erläutern will, kann "Time To Tango" somit getrost als Anschauungsobjekt benutzen.
Den besonderen Dialekt der südlichen Bergvölker bemühen Agata und Stefan bei ihren Sangesdarbietungen natürlich auch. So gelingt es ihnen beispielsweise locker so was wie "Eijamajamon derahnn" zu singen, was wahrscheinlich soviel bedeuten soll wie "I am, I am on the run". Herrlich!
Eine kleine Pause vom energiegeladenen Powertango gönnen uns KONTRUST mit der schönen, aber doch etwas hüftsteifen Ballade Sin. Mit diesem Ding machen sie zwar nichts verkehrt, wir wollen trotzdem hoffen, dass sie damit keinen Smash-Hit landen und deshalb in die alte Musikindustriefalle des ewigen Sequels tappen.
Die Producer haben einen verdammt guten Job gemacht. Die Melange aus vielfältigen, farbenprächtigen Arrangements besticht mit einem klaren Hammersound, der über Kopfhörer genossen selbst die mittlerweile in die Jahre gekommenen Sportclips auf DSF in neuem Glanze erstrahlen lässt (letzten Samstag selbst ausprobiert).
Abschließend gesagt animiert "Time To Tango" dazu, sich eine Kopfsocke drüberzustülpen, eine viel zu große Tarnhose anzulegen und freudig erregt um eine brennende Mülltonne zu hüpfen.
PS: Bitte, bitte Ihr lieben südlichen Nachbarn, nun braucht ihr uns nicht mehr süffisant das seltsamen Spiel in Cordoba bei der WM 1978 unter die Nasen zu reiben (es hat in Wahrheit gar nicht stattgefunden, denn bekanntlich wurden die TV-Bilder von Stanley Kubrick für das österreichische Heeresnachrichtenamt inszeniert). Auch ist ab jetzt die irrige Behauptung überflüssig, Jochen Rindt sei Österreicher gewesen und nicht Mainzer. Ihr habt jetzt nämlich KONTRUST! Also sind euch unser Neid und unser Respekt sicher. (Falls die Band nicht doch aus Offenbach ist.)
Nachtrag des Schlussredakteurs: Ja, die Band macht Spaß, das ist mit den Videos auf der Homepage leicht prüfbar, aber der Kernsatz in der obigen CD-Besprechung ist, dass unser Kollege tatsächlich die Sportclips auf DSF guckt. Das haut uns alle dann doch um. Wahnsinn.
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