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| Time To Turn The Key, Flamingcheese Records, 2008 |
| Rob "Bango" Urquhart |
Lead Vocals & Harmonica |
| Dave The Cat |
Guitar & Vocals |
| Kris "K.K." Walsh |
Rubboard |
| Les Graham |
Bass & Vocals |
| Mike Menheere |
Drums & Percussion |
| "Sameday" Ray Walsh |
Accordion & Vocals |
| Produziert von: Ray Walsh |
Länge: 59 Min 47 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Feelin' Fine | 10. Shoot You Down |
| 2. Face Down In Plaisance | 11. Hey Ma Hey Pa |
| 3. Hair Of The Dog | 12. Wrongway Jack |
| 4. Next Time | 13. Hey Now |
| 5. Boom Boom | 14. The Two Step |
| 6. Christine Lamour | 15. Rollin' Wheels |
| 7. Cloud 9 | 16. Merry Go Round |
| 8. Honey Bee | 17. Shine |
| 9. Once Upon A Time | |
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Sie hatten ihn erwischt! 22 Jahre lang war er ihnen entwischt.
War jeden Morgen aufgestanden, hatte seinen fetten Körper in schwarze Jeans und ein Shirt mit dem Aufdruck 'I am The Rock' gezwängt, seine Jeansjacke übergeworfen und war zur Arbeit gestiefelt.
Auf den Bühnen dieser Welt hatte Karl The Roadie den AUFBAU für echte Rock Bands geleitet und war stolz darauf, dass auf seinen Stages nie jemand durch einen Stromschlag umgekommen war. Er kannte sie alle, AC/DC, TESLA, Sammy Hagar, MOTÖRHEAD - nenn mir eine Rockband und du kannst sicher sein: Karl hatte den Aufbau geleitet. Sein Motto war 'Rock is my life, and this is my stage!'
Doch jetzt war er auf diesem Stuhl festgeschnallt, mit Kopfhörern auf dem massiven Schädel, und vor ihm stand eine Gruppe schmaler Männer mit Kapuzen auf dem Kopf und in T-Shirts mit dem Aufdruck 'He-Whimp Roadie Haters' gekleidet. Der Kopfhörer war mit einem Mischpult verbunden und der Hater, der offensichtlich die Gruppe leitete, deutete mit einer Zigarette, die glimmend in einer Perlmuttspitze steckte, auf den, der das Mischpult bedient: "Los! Erste Stufe!"
Aus dem Kopfhörer drang plötzlich im ganzen Raum gut zu hörende, laute Reggae Musik. Karls Körper spannte sich an, er stöhnte leise und versuchte, sich in dem Stuhl zu bewegen - vergebens. Trotzig lachte er laut auf: "Damit schafft ihr mich nicht, ihr Wichser!" Unbeeindruckt deutete der Leader auf den am Mischpult Sitzenden: "Stufe Zwei!". Oh ja, sie wollten ihn fertig machen. So lange waren sie hinter ihm her gewesen - jetzt würde er bezahlen. Der Reggae verstummte, ein POLICE-Song ertönte. Karl zerrte an seinen Fesseln, Schweiß trat ihm auf die Stirn. Er bekam Angst - was würden sie sich noch einfallen lassen? Hoffentlich keine…
"Stufe Drei - Schlager!"
Karl schrie auf - das war mehr, als ein einzelner Mensch ertragen konnte - Schlager, so sein Credo, nur bei Parties und wenn ganz viele zuhörten: "Schlager nur in Masse!"
"Was wollt ihr? Sagt's mir. Nur nehmt die Musik weg!" "Wir machen dich fertig, du Schmierlappen! Jahrelang hast du uns mit deinem blöden Rumgemache auf der Bühne, dem selbstgefälligen Kabelstrippengefummel und Soundchecks one… two… one… two vor den Shows genervt - du wirst jetzt zahlen! Stufe Vier: Zydeco!"
"Nei…", doch bevor Karl etwas sagen konnte, erklang die Musik LOCO ZYDECOs aus dem Kopfhörer.
Plötzlich fing Karl an, zu strahlen. Er wurde von Sekunde zu Sekunde jünger, seine Haare wuchsen, sein Wampe wurde kleiner, schließlich sprengte er mit einem Aufbäumen die Fesseln und…
Verlassen wir den Ort des Grauens, um kurz zu erklären, was passiert ist. Laut Wikipedia ist "der Zydeco eine schnelle, tanzbare Musikform aus dem Süden und Südwesten des US-amerikanischen Bundesstaates Louisiana. Charakteristische Instrumente sind Akkordeon und Waschbrett (Frottoir), die Texte sind überwiegend in englischer Sprache, manchmal auch in Cajun-Französisch."
LOCO ZYDECOs drittes Album ist aber mehr als das. Als ich die Promo auf den Tisch bekam, hoffte ich inständig, dass der Nomen nicht Omen ist, den trotz dem wundervollen Film 'The Big Easy' (ja, ich weiß, da kommt Cajun Musik vor - aber Waschbretter sind allemal dabei, und von Cajun zu Zydeco ist nicht weit) kam ich bisher kaum an diese Musik heran, war mir ein Waschbrett und Hoppel-Poppel Tanzrhythmen doch zu wenig, um mich dem Ganzen nahe zu bringen.
Die LZ Jungs (und ein Mädel) verquicken allerdings typische Zydecomusik mit einer Rockgitarre und Rock und Bluesrhythmen, und diese Art Crossover-Weltmusik ist außergewöhnlich tanzbar und hat - siehe oben - ganz offensichtlich Karls System und auch meins passiert!
Auf dem entsprechend der Definition von Akkordeon und Waschbrett gebauten Grundgerüst - und das gibt es nun wirklich in jedem Song, das muss man mögen - tummeln sich dann die Sänger und Lead-Instrumente in einer Art, dass es neben reinem Zydeco auch Zydeco-Rock, Zydeco-Blues und Zydeco-Country gibt, und ordentliche Gitarren- und Harmonikasoli zuhauf.
Ähnlichkeiten etwa zu Willy DeVille (Boom Boom) und LITTLE FEAT (Face Down...) sind erwünscht, Honey Bee ist eben eines der besagten Blues-Stücke, Shoot You Down ist textlich gesehen ein Reprise von Hey Joe (was die textliche Idee trotzdem nicht besser macht). Der Wrongway Jack ist ein Reggae und hieß bei Jim Croce Bad Leroy Brown, Two Step ist ein Z-Shuffle, und Rollin Wheels und Merry Go Round sind wieder Z-Blues-Stücke, Shine ist ein ausgewachsener Rocker.
Alles kompetent gespielt, gut produziert und anyplace, anytime, anywhere hörbar. Der Bass kommt schön fett, die Vocals und Hooklines sind im Übermaß enthalten. Man erhält hier eine gar köstliche Melange, die stärkt und die grauen Tage überwinden hilft, und eigentlich ist jeder Song eine kleine Perle, keine Durchhänger. Und schon ist man im Net, um zu sehen, wie viele CDs die noch gemacht haben - das sind insgesamt wohl drei. Na, da ist ja noch Potential vorhanden, wenn man sich zum Zydecker entwickeln will - und das will man nach dieser CD.
... und schnappte sich die Bande, band sie aneinander, stöpselte die in der Ecke stehenden Lautsprecher ein und ein monotones 'One... two... one... two... one-one... two' erfüllte den Raum, dazu tanzte Karl ihnen den 'Roadrunner Two Step' und machte Sprungseilübungen mit seinen allgegenwärtigen Kabeln. Don't mess with the roadie!
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