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Marc Reece

Let It Burn

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Let It Burn
Let It Burn, in-akustik, 2009
Marc Reece Guitars, Vocals
Guido Ludwig & Mike Holland Bass
Denis Sarp Drums, Percussion
Produziert von: Marc Reece Länge: 58 Min 15 Sek Medium: CD
1. Let It Burn7. Little Guy
2. Fighting For The Innocence8. Circling
3. No Way Turning Back9. Can't Handle It
4. Crossing The Zeppelin10. No Time To Breathe
5. Long Way11. Blue Colours
6. Dream Or Reality

Ein ganzer Kerl dank..., nein, damit hat Marc Reece sicher nichts zu tun, der Typ ist eher gut gerächert durch etliche Jahre in gemeinhin schlecht belüfteten Blues-Clubs. Wer ihn früher schon mal gehört hat, wird sicher von der ziemlich rockigen Ausrichtung des aktuellen Albums "Let It Burn" überrascht sein, waren die Vorgänger doch eher im klassischen Bluesrock angesiedelt. Keine schlechte Entwicklung, die der Mann mit seiner insgesamt vierten Platte in 12 Jahren gemacht hat.
Stimme und Gitarre passen bestens ins Klischee, alles sehr bodenständig, glaubwürdig, angemessen rau und allzeit fingerfertig, nur beim Songwriting möchte man Reece ab und an ein wenig mehr Mut wünschen, einige der 11 Songs drehen sich letztlich doch ein klein wenig zu sehr um reichlich oft gehörte Standardnotationen. Aber gut, als Vorbilder benennt Reece schließlich auch die üblichen Kandidaten, die bei 95% aller jüngeren Bluesrocker als Heroes auftauchen.

Die Kritikpunkte, neben dem partiell zu konservativen Songwriting, sind schnell aufgezält. Etliche Solohudeleien sind verzichtbar, die stehen Angebern wie Steve Vai oder Malmsteen "besser" zu Gesicht, das braucht ein Bluesrocker nicht. Und dem Schlagzeug fehlt bisweilen Dynamik und Groove, das klatscht etwas steif durch die Boxen (Ausnahme: Circling; prima Percussion und cooles Riffing). Ansonsten ist in der Tat wenig an "Let It Burn" zu bemeckern, sogar der rein akustische Schlusspunkt Blue Colours ist erfreulich frei von Kitsch und Aufdringlichkeiten. Schöne kleine Nummer.
Los geht's mit dem Titelsong, der nolens volens mächtig Gummi gibt. Das Solo beißt sich in Windeseile im Ohr fest und Reece spielt in einer Liga mit beispielsweise Michael Vdelli. Danach gleich auf die Bremse und ein erstes Instrumental namens Fighting For The Innocence. Über sieben Minuten lang gibt es ein feines Arrangement zu bestaunen. Toller Bass auch.
Die nächste Auffälligkeit heißt Crossing The Zeppelin und schrammt für Momente tatsächlich nahe am großen bleiernen Luftschiff vorbei, ist aber eigentlich doch eher ein stoischer Jam mit beinahe hypnotischer Wirkung - wenn nicht das merkwürdig unpassende Schlusssolo wäre. Wie oben schon erwähnt geht Marc Reece manchmal den zu komplizierten Weg für diesen eigentlich ganz unkomplizierten Bluesrock. Nicht immer, er kann auch den "simplen" Vaughan und verpackt ihn sogar in eine liebliche Melodei (Long Way). Hört man da etwa Rob Tognoni zwischen den Zeilen? Hm, der hat mehr Boogie im Blut, aber ansonsten sind die beiden gar nicht weit voneinander entfernt, Marc Reece macht es sich nur ein paar Mal öfter im Psychedelic-Blues bequem, als der australische Kollege das tut.
Can't Handle It erschreckt mit einem schwermetallischen Eingangsriff, metamorphosiert aber sogleich in einen schiebenden Texas-Stampfer mit ZZ TOP-Gitarre. Ein Hinhörer! Genau wie die Gitarre/Bass-Fingerübung No Time To Breathe.

Gute Platte, guter Musiker. Es fehlt nur ein Quentchen zum großen Wurf (und die vom Duden vorgegebene Schreibweise 'Quäntchen' ist falsch, denn es handelt sich um die Verkleinerungsform von 'Quent', einer altdeutschen Maßeinheit).

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 02.07.2009

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