|
|
| Terminal Romance, Sonic Records, 2008 |
| Matt Mays |
Guitar, Piano, Organ, Oberheim, Moog, Bass, Vocoder, Slide, Singing, Shaker |
| Jay Smith |
Guitar, Singing |
| Andy Patil |
Bass, Guitars, Singing |
| Tim Jim Baker |
Drums, Percussion, Singing |
| Gäste: |
|
| Adam Baldwin |
Keyboards, Singing |
| Dale Murray |
Pedal Steel |
| Produziert von: Chris Tsangarides |
Länge: 46 Min 13 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Building A Boat | 7. Northern Bell |
| 2. Digital Eyes | 8. Stand And Deliver |
| 3. Tall Trees | 9. Laser-Guided Love |
| 4. Rock Ranger Record | 10. The Hunter, The Hunted |
| 5. Terminal Romance | 11. Long Since Gone |
| 6. Shining Eyes | |
 |
Beginnen wir zur Abwechslung mal mit dem Fazit: Matt Mays ist wohl eins der größten Talente seit Tom Petty. "Terminal Romance" sprüht vor Spielfreude, Pep und brummendem Telecaster-Hintergrundgeschrabbel. Der KaLeun und seine Torpedos lassen die Ahornblätter rieseln und servieren ein fulminantes Album voller ursprünglicher Rockmusik, verquirlt mit modernen Elementen. Ein Album für alle Lebenslagen also.
Canada rocks! Zu "Terminal Romance" lässt selbst der missmutigste Sasquatch fröhlich die behaarte Birne kreisen.
Nun für alle, die es genauer wissen wollen: MATT MAYS & EL TORPEDO sind in unseren Breiten leider viel zu unbekannt. Dabei veröffentlichen sie unter diesem Label bereits ihr drittes Album. Mit "Terminal Romance" ist das Werkt betitelt, was bestimmt auch das seltsame Coverartwork erklärt. Jeder mag darauf etwas anderes erkennen. Der hoffnungslose Romantiker hält dieses mit Nieten zusammengedengelte Ding, aus dem wilde Schläuche ragen, wohl für so etwas wie ein Herz aus Blech. Zirkuliert im Kreislauf des Betrachters hingegen Benzin, tendiert er vielleicht mehr zu einem Zweizylinder-(Ural)-Motor. Wobei die aus einigen Nahtstellen rinnende rote Flüssigkeit doch eher Blut darstellen soll denn Treibstoff.
[Wer nicht genau weiß, was ein Ural-Motor ist: Hier gucken]
Wie auch immer: Wieder mal ist der Kanadier Mays mit echtem Holzfällermut an seine Aufgabe gegangen. Elf Songs, die ein schönes Spektrum abdecken, werden geboten. Das Grundgerüst bildet natürlich bodenständiger Rock, ergänzt um einige wahre Jahrhundertsongs, die sehnsüchtig an einen Sonnenuntergang in den Rocky Mountains denken lassen. Als Beispiel dient der Titeltrack, der mit 7:39 Minuten dazu auch die längste Spielzeit aufweist. Zum gefühlvollen Piano-Intro intoniert Matt Mays eine derart ergreifende Gesangslinie, dass selbst ein unterkühlter Inuit dahin schmilzt. Danach wird's herrlich knackig. Schon jetzt ist klar: "Terminal Romance" erobert sich locker einen Platz unter den besten 50 Rocksongs aller bisheriger Zeiten.
Einen Rang in den Top 30 der Kategorie "Bester Rockriff" ist reserviert für Tall Trees. Mit unglaublicher Leichtigkeit rotzt Mays einen Riff als Innenskelett für einen Song heraus, der seine wahre Magie zwar erst nach dem dritten Durchlauf offenbart, dafür aber umso nachhaltiger.
Als typische Matt Mays-Komposition entpuppt sich das rockige Digital Eyes. Stramm drängt es unaufhaltsam nach vorn, wobei der Groove mal wieder von den bratenden Gitarren Matt Mays' und Jay Smiths generiert wird. Selbst die Pedal-Steel ist den Torpedos nicht fremd. Zum gefühlvollen Einsatz kommt dieses doch eher südliche Instrument bei Long Since Gone. Bedient wird es übrigens von Dale Murray [ein kanadischer "Hansdampf in allen Gassen"; Red.]. Dieses ruhige Stück beweist die songwriterischen Qualitäten Matt Mays noch einmal eindrucksvoll. Wer bei diesem Song nichts ins Träumen gerät, der sollte aufgrund eines latenten Herzfehlers vorsichtshalber den Kardiologen konsultieren.
Ein weitere Stärke der Band sind die gekonnten Backing-Vocals. Sie verleihen den Stücken an den richtigen Stellen den speziellen Nachdruck. Obwohl, das alles nützt dem Stück Rock Ranger Record herzlich wenig. Dankenswerter Weise nimmt es gerade mal 2:01 Minuten ein. Das sind zwar nur gute 4,3 Prozent der Gesamtspielzeit, sie quälen aber trotzdem. In fast schon punkiges Gewand gehüllt, dient diese Hauruck-Nummer bestenfalls als Lückenfüller und ist letztendlich nur für Leute zu empfehlen, die sich mit Canadian Club zu betäuben pflegen. Aber das ist auch die einzige Schwachstelle an "Terminal Romance".
Das Aushilfs-Fazit: Wer auf handgemachte Gitarrenmusik steht - davon soll es, Leo Fender und George Fullerton sei Dank, noch genug Leute geben - sollte sich mit einem Fächer EL TORPEDO ruhig mal auseinandersetzten. Der Sound, das Songwriting und die Umsetzung sprechen für "Terminal Romance".
An den Knöpfen drehte übrigens niemand geringeres als Chris Tsangarides.
[Noch ein Tipp für Freunde dieser Art Roots-Musik: Auf der MySpace Seite von Sonic Records ist eine kleine Auswahl ganz formidabler Acts zu hören. Red.]
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|