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Matt O'Ree

Shelf Life & Live

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Shelf Life
Live
Shelf Life & Live, Eigenvertrieb, 2005 & 2008
Matt O'Ree Guitars & Vocals
Bob Pantella Drums & Percussion
Captain Hal B. Selzer Bass ("Shelf Life")
Lance Taylor Bass ("Live")
Länge: 60 Min 15 Sek ("Shelf Life"); 42 Min 36 Sek ("Live") & ca. 46 Min (DVD) Medium: CD & DVD
"Shelf Life":
1. Over8. Stay
2. Running Home9. Alibis
3. Marry You10. Think About That
4. Saints And Sinners11. Good Thang
5. Worth The Live12. Another Man
6. What You Got13. God Send
7. Back Home
"Live":
1. What You Got6. Theresa
2. Back Home7. Bringing The Blues
3. Saints And Sinners8. Song For Bernie
4. Running Home9. Over
5. It's A Crime

Hey, ist das etwa Saints And Sinners? Das Stück von WHITESNAKE? Nein, wohl nicht. Words and Music by Matt O'Ree, steht im Booklet, wenn ich die Mikro-Schrift durch die Lupe richtig entziffert habe. Da stehen sogar die Texte drin, aber niemand kann sie lesen. Ich werde die Musik gleich hören und sogar sehen, denn die zweite CD beinhaltet auch eine DVD.
Matt stammt aus New Jersey. New Jersey grenzt im Norden und Nordosten an New York, wo teilweise der Hudson eine natürliche Grenze bildet. Im Westen wird New Jersey vollständig durch den Grenzfluss Delaware von den Staaten Pennsylvania und Delaware getrennt. Im Süden, in der Delaware-Bucht, und Osten hat New Jersey schließlich Anteile am Atlantik. Der höchste Berg New Jerseys High Point, der mit 550 Metern die durchschnittliche Landeshöhe um mehr als das siebenfache übersteigt. Das erwähne ich nur, damit unser Fred aus Bayern was zu lachen hat. [der lacht aber nie!]
Matt O'Ree lernte mit 13 Jahren Gitarre spielen und das wesentlich schneller als ich. Mit 15 spielte er schon in allen möglichen örtlichen Kapellen. Dabei verbesserte er stetig seine Fähigkeiten, so dass er schon mit 17 zum Studiomusiker wurde. Matt studierte Musik und brachte Leuten das Gitarrespielen bei. 1997 begann er Stücke für seine erste CD zu schreiben. "88 Miles" erschien 1998 und machte die Band in Amerika bekannt. Sie supporteten daraufhin Bands wie KANSAS, Leslie West, THE OUTLAWS, GOV'T MULE, Robin Trower, Johnny Winter, Dickey Betts, THE SCREAMIN' CHEETAH WHEELIES, Chris Duarte, Walter Trout und andere. 2001 erschien die CD "Chalk It Up", 2005 kam "Shelf Life" und 2008 "Live".

Inzwischen hat Matt O'Ree ein paar Preise abgestaubt, darunter vier Asbury Music Awards und ein Guitarmageddon "King of the Blues". Dann wollen wir mal sehen, was der König des Blues so auf der Pfanne hat.
Over hat eine eingängige Gesangsmelodie und enthält einige "Over"-dubs, denn bei einer derartig dichten Gitarrenwand kann Matt nicht auch noch solieren. Running Home ist auch ein richtig schönes Stück. Sehr schön stehen die Gesangslinien über der Musik und das Bluesschema ist wenigstens in Anfängen erkennbar. Das Stück habe ich mir mehrfach angehört. Doch, gefällt mir.
Nach Marry You erfolgt der erste Kontakt mit Saints And Sinners. Nee, das Stück von WHITESNAKE isses nicht. Aber auch nicht schlecht. War 2006 das beste Stück des Jahres in New Jersey. Aber woher der Mann die Gitarrensoli nimmt, muss ich mir nachher mal ansehen.
Worth The Live ist eher ein Slow Blues. Und hier setzt die Rhythmguitar auch aus, wenn Matt ein Solo spielt.
Bei Stay beginnen die Stücke, die sich auf "Live" nicht wiederholen. Alibi gefällt mir besonders gut. "I long to hold you in my arms with all my might. Wrap your leg around me, tonight there won't be any more alibis." Das ist doch schön, oder?
God Send ist auch noch ein schönes Stück, ein Slow Blues. Mit 'God send' meint Matt übrigens einen wahren Freund, einen unter einer Million, und der muss von Gott gesandt sein. Na ja, das sieht halt jeder, wie er will.

Jetzt schau ich mir die DVD an. Es beginnt mit What You Got und hört mit Over auf. Wie man mit einem Stück namens Over anfangen kann (auf "Shelf Life") - abgesehen mal davon, was in dem Stück vorkommt - das ist mir sowieso nicht eingängig.
Wie ich mir das schon gedacht habe gibt's auf der Bühne keine Overdubs. Entweder Matt spielt ein Solo oder nicht. Das fällt mir besonders bei Saints And Sinners auf. Ganz merkwürdig finde ich auch den Bühnenaufbau. Ist doch logisch, dass sich die Band immer relativ dicht zum Schlagzeug aufbaut. Das ist auch bei Matt O'Ree so, nur wenn Matt singen will, muss er einige Schritte vom Schlagzeug weg machen. Vom Sound her kann ihm das doch egal sein, denn hinter ihm stehen mindestens vier Boxen mit jeweils einem Topteil in einer Reihe. Ganz schön schön. Außerdem hat Matt auf allen Covers eine Les Paul in der Hand spielt aber ebenso oft auf einer Strat und auf einem ganz ungewöhnlichen Brett, eine Art Firebird und sogar eine Country Gitarre, auf der er allerdings nur ein kurzes Solo spielt.
Theresa ist ein Midtempo Stück und dazu eine reine Instrumental-Nummer. Die zieht sich ganz schön, und dabei wird deutlich, dass dem mit mehreren Preisen ausgezeichneten Saitenquäler nicht viel einfällt. Da spielt er lieber noch einen schnellen Bluesrock hinterher und das Publikum ist zufrieden.
Überhaupt fällt mir auf, dass in der ersten Reihe, da, wo in Deutschland die kräftigen Jungs mit den Schwielen auf den Trommelfellen stehen, nur Mädchen sind, während die Jungs sich sonst wo aufhalten. So schön ist Matt doch nun auch nicht, oder? Na gut, ich kenn mich da sowieso nicht mehr aus. Ich bin ja sowieso aus dem Rennen.

So, insgesamt hat mir die "richtige" CD, "Shelf Life", besser gefallen als die DVD/CD. Bessere, ausgeglichenere Stücke auf insgesamt höherem Niveau und nicht so viel Show-Gefudel.
Bis Matt O'Ree einer von den ganz großen ist, dauert's wohl doch noch ein paar Jahre. Allerdings ist er auf einem guten Weg.

Manfred Hörstmann, (Artikelliste), 13.11.2008

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