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Red Rock
Red Rock, Retroactive Records, 2009
Bill Menchen Guitars
Ken Redding Vocals
Tony Franklin Bass
Robert Sweet Drums
Produziert von: Bill Menchen Länge: 37 Min 51 Sek Medium: CD
1. Train Crossing6. Shifting Sand
2. Noon Sun7. Time To Ride
3. A Salt Mine8. Snowy Plain
4. Ashes And Dust9. Wild Wind Blows
5. Forty10. Desert Rain

Darf ich zu Beginn gleich einen Flachwitz loswerden? [Just do it!] Manche Menchen können kein ch/ceha aussprechen. Okay, ich gebe zu, der wirkt nur gesprochen. Das war aber das erste, was mir zu dem Bandnamen eingefallen ist. Dabei sollte ich Bill Menchen doch kennen, als Kenner der hartrockenden frommen Szene. Immerhin hat der Mann in den 80er Jahren schon bei TITANIC, FINAL AXE und schlussendlich auch bei THE SEVENTH POWER gespielt. Zwar war die Halbwertzeit dieser Bands nie lang, aber unter christlichen Metalfans haben diese Bands Legendenstatus, zumal es mehr als schwierig ist, an die Originalscheiben der Bands zu kommen.
Nun kommt er also mit seinem ersten Soloalbum um die Ecke und… es schaudert mich. Textlich ist "Red Rock" nicht mit zweifelhaften Floskeln versehen, sondern mit eindeutigen (bei einem Text wie "Jesus is the One in the noon sun" rollen sich selbst mir die Fußnägel auf!). Schön, dass er aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, aber das ist zu abgegriffen. Damit schockt man lyrisch eher, als dass man aufbaut.

Musikalisch kann man dieser Scheibe allerdings eine ganze Menge abgewinnen, wenn man noch einen Funken Freude an gutem 80er/90er-Jahre-Metal hat. Bill Menchen ist ein Meister seines Fachs an der Gitarre. Mit Tony Franklin hat er sich an die vier dicken Saiten auch nicht unbedingt einen Anfänger geholt, immerhin hat der mal bei WHITESNAKE, QUIET RIOT oder THE FIRM die dicken Saiten schwingen lassen. Mit Robert Sweet hat er das perfekt timende Drumtier von STRYPER an die Felle gesetzt, dessen Sound allerdings zu wünschen übrig lässt. Das klingt manchmal eher nach ARIEL 20-Kilo-Waschmitteltonne als nach erdigen Drums. Was mir richtig übel aufstößt ist Ken Redding. Der mag zwar vor mehr als zwanzig Jahren mal den Szenenvertretern HIS WITNESS seine Stimme geliehen haben, aber hier liefert er meiner Meinung nach eher eine mittelmäßige Leistung ab. Kein richtiger Druck, keine richtige Power - da gibt es überzeugendere Stimmen. Deswegen fällt es mir auch schwer auf irgendeinen Song besonders hinzuweisen. Ich kann mir das auf Dauer nicht geben und mit einem einzigen beachtenswerten Song wie Wild Wind Blows liefert Mr. Menchen zu wenig Stoff ab, obwohl es nicht an seiner Saitenarbeit liegt, die ist schon gut.

Tja, alles in allem eine Scheibe, die man getrost auch stehen lassen kann. Bei mir wird sie zumindest, trotz aller Liebe zur christlichen Rockmusik, keine weiteren Runden drehen. Früher hätte man mich mit so was kriegen können, aber da gab's auch noch keine DISCIPLEs, THOUSAND FOOT KRUTCHs, FIREFLIGHTs oder so…

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 19.07.2009

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