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Midnight Scraper

Fast Side-Slow Side

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Fast Side-Slow Side
Fast Side-Slow Side, Popmate Music/ZYX Music, 2007
Tim Goren Vocals
Christopher Young Guitar
Sparkle Guitar
Adam Tonér Drums
Johan Salmonsson Bass
Gäste:
The Duke Of Honk Piano, Organ, Clavinet
Strings Guitar (Bye Bye Sweet Whiskey)
Magnus Jonsson Trumpet
Magic Gunnarsson Saxophone, Percussion
Roger Gustavsson Pedal Steel, Six String Bass
Stevie Klasson Guitar, Nashville Guitar, Mandolin
Benneth Fagerlund Piano (Baby Let Me Make Up Your Mind)
Brady Blade Drums (All About Gambling)
Lina Söderholtz Violin (All About Gambling)
Emeli Jeremias Cello (All About Gambling)
Conny Wall Contrabass (All About Gambling)
Janne Pettersson Organ (You Are Smiling Again)
Jenny Schyttberg & Monkan Larsson Backing Vocals
Länge: 38 Min 56 Sek Medium: CD
1. Tears Stop Falling7. Sparkle Has Had Too Many Drinks
2. Leave It Behind8. It's Wearing Me Down
3. Baby Let Me Make Up Your Mind9. Eldorado
4. Hold On To What You Got10. Bye Bye Sweet Whiskey
5. Prove Me Wrong11. You're Smiling Again
6. Champagne Blues12. All About Gambling

"Fast Side-Slow Side" enthält genau das - eine Seite mit schnellen Songs und eine mit langsamen (wenn man eine LP kaufen würde). Die schnellen Songs sind dabei die Tracks 1 bis 6, die langsamen diejenigen von 7 bis 12.
Beide Seiten sind fast gleich gut. Allerdings - früher, als ich noch LPs hörte - wäre die erste Seite schneller abgenudelt gewesen als die zweite, aber das ist wohl meine Schuld.

MIDNIGHT SCRAPER kommen aus Schweden, machen seit mehreren Jahren Musik und haben seit 2005 einen Plattendeal. RARE EARTH, Joe Jackson und die STONES standen bei diesem Album Pate, das ist mal sicher. Sie selbst nennen ihre Musik RockSoul, und genau das ist es.
Tim Goren, der Sänger, klingt bei den schnellen Songs wie der junge Joe Jackson, eine etwas kehlige Stimme, immer etwas hinter Atem her beim Singen, aber schon ein ganz professioneller. Bei den langsamen erinnert er mich an Phillip Michael Jagger, oder liegt das nur daran, dass diese Songs auf jedes Album der Mick Taylor Phase passen?
Christopher Young und Sparkle an den Gitarren sind nun noch keine Rory Gallaghers, machen ihre Arbeit aber gut und das eine oder andere richtig nette Solo ist durchaus vernehmbar. Adam Toner an den Drums treibt die Sache mit flottem Beat voran, ohne sich in komplizierten Drum-Patterns zu verlieren, und Johan Salmonsson am Bass ist genau der richtige für schnelle Soulnummern.

Tears Star Falling beginnt wunderbar, komplett mit Wah-Wah Gitarre, Bläser, Huhu-Chor und ins Ohr gehendem Refrain. Ums nicht zu soulig werden zu lassen, erinnert das Gitarrensolo an die Tatsache, dass hier Rockmusik gemacht wird.
Auf Leave It Behind gibt's ein funky E-Piano, Baby Let Me Make Up Your Mind könnte gut auf "Willie Remembers" von RARE EARTH passen, komplett mit rockigem Intro und Honky Tonk Klavier. Hold On To What You Got ist ein Shuffle, und der Champagne Blues hat soviel Champagner, dass er eigentlich "Champagne Rock'n'Roll" heißen müsste.
Sparkle Has Had Too Many Drinks gibt dem Gitarristen Gelegenheit, zu scheinen, als mitten im Song das Tempo zurück genommen und es etwas jammig-jazzig wird, komplett mit gestopfter Miles Davis Trompete - cool, das, und verdammt nochmal - alles in etwas mehr als drei Minuten.

Die Slow Side wurde eigentlich von den Glimmer Twins komponiert, aber die haben die Songs im Suff in verloren, und MIDNIGHT hat sie nun. Wearing Me Down ist aus der "Black and Blue"-Phase der STONES, Eldorado ist Country, komplett mit Country-Fiddle à la Country Honk. Bye Bye Sweet Whiskey versüßt den Abschied mit gutem Gitarrensolo. Und wenn es Angie nicht gegeben hätte, hieße der Song jetzt All About Gambling - wunderbar schmalzig.

Alles in allem ein wirklich gutes Album, das vielleicht auf der Fast Side einen Track zuviel hat und ein kleines bisschen mehr Abwechslung verdient hätte, aber für einen Erstling ist das hier allererste Sahne.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 18.10.2008

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