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| Rebel On The Run, Blistering Records/Edel, 2009 |
| James Christian, Glenn Hughes & Robin Beck |
Vocals |
| Matt Filippini |
Guitar |
| Alessandro Del Vecchio |
Keyboards |
| Ken Hensley |
Keyboards & Evil Noises |
| Ian Paice, Clive Bunker & Fancesco Jovino |
Drums |
| Nik Mazzucconi |
Bass |
| Produziert von: Matt Filippini & Alessandro Del Vecchio |
Länge: 52 Min 13 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Sinner, Sinner | 6. Closer Than You Think |
| 2. Moonster Booster | 7. Hey Mama |
| 3. Cosmic Blues | 8. Shooting Star |
| 4. From Another Time | 9. Madman |
| 5. Rebel On The Run | 10. Halfway To Heaven |
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Projektarbeit ist bekanntlich die Pest des Büroalltags. Die Teilnehmer arbeiten gewöhnlich mit großer Verantwortung, ohne die geringsten Kompetenzen verliehen zu bekommen. Der Sinn des Projektes besteht darin, Sündenböcke fürs letztendliche, aber obligatorische Scheitern zu bestimmen.
Anders in der Musikwelt. Dort können Projekte ihren Namen noch alle Ehre machen, wie beispielsweise im vorliegenden Fall. Das MOONSTONE PROJECT findet sich unter dem Namen "Rebel On The Run" zu seiner zweiten Sitzung ein. Das Budget - immer ein Knackpunkt bei Projekten - stellte sich als ausreichend heraus, wodurch das Projektziel locker erreicht wurde - nämlich ein gutes, zeitloses Produkt zu entwickeln und abzuliefern.
Die Besserwisser verbuchen unter dem Begriff Moonstone sicherlich zuallererst die Begriffe Regoltih, Marebasalte und Hochlandbasalte. Aus diesem Zeugs besteht Moonstone nun mal üblicherweise. Die hiesigen Projektteilnehmer warten vielleicht nicht mit ähnlich romantischen, dafür aber umso legendäreren Namen auf. Allen Hard-Rock-Fans werden die Haare vor Begeisterung zu Berge stehen. Da lesen wir von der Beteiligung Glenn Hughes' - wir ersparen uns und dem Leser die Aufzählung, wo dieser Kerl schon überall rumbasste und/oder sang. Auch sein DEEP PURPLE-Kumpel Ian Paice sitzt mit im Projektbüro. Den nostalgischen Musikfreunden wird der Name Ken Hensley gefallen - aus bekannten Gründen verzichten wir auch bei ihm auf Einblicke in dessen Vita - der mit "Rebel On The Run" wieder auf dem Pfad der Tugend wandelt, nachdem er noch vor ein paar Jährchen in unsäglicher Manier alte HEEP-Songs zerdudelte.
All diese Leute und noch ein paar mehr, wie Vocalist James Christian, fanden sich unter der Ägide des Projektleiters Matt Filippini zusammen und bescheren nun ein handwerklich verdammt gut gemachtes Stück Hard Rock mit kleinen Funk- und vereinzelten Progressive-Einflüssen. Ab und an kommen sogar eine Slideguitar und die Bluesharp zum Einsatz.
Insgesamt sind auf der Platte 10 Meilensteine eingebrannt, die von kraftvollen Hardrockern - höre Moonster Booster - bis zu gefühlvollen, aber niemals banalen Softrockern wie Closer Than You Think reichen. Genau für letzteres Ding zeichnet Glenn Hughes verantwortlich, der beweist, wie unverbraucht sich ein Altrocker auch nach Jahrzehnten im Business anhören kann.
Auch der Opener Sinner Sinner hat seine Qualitäten. Mit diesem Song nimmt eine Band endlich mal wieder Teil an der Suche nach den besten Riffs der Welt. Es folgen abwechslungsreiche Passagen, die von spacigen Keysounds begleitet werden. Gut, vielleicht wirkt der eine oder andere Break beim ersten Lauschen zu bemüht; das gibt sich aber, ich schwöre.
Was sich nicht gibt, ist die Empörung über Hey Mama. Ihr Kinners vom Moonstone-Projekt: In einem Song mit einem so dämlichen Titel auch noch Fire auf Desire zu reimen, ist wohl der Gipfel der Einfallslosigkeit. Ansonsten ist aber auch dieses Stück eine frische Hard-Rock-Nummer, bei der die schon erwähnte Bluesharp Akzente setzt.
Zusammengefasst beinhaltet "Rebel On The Run" sämtlich Zutaten einer reinrassigen modernen Hard-Rock-Scheibe, die sich ihrer Wurzel, dem 70er-Jahre-Sound, nicht schämt. Druckvoller Sound gesellt sich zu ordentlicher Soloarbeit, spacige Keysounds zu gekonnten Backingvocals, in die auch mal Robin Beck eingreift. Sehr zu bedauern, dass im Booklet kein Bildchen der Dame abgedruckt ist. Vielleicht kann dem bei der nächsten Projektsitzung abgeholfen werden - das hoffen wir alle!
Natürlich würde diese Scheibe am besten in einem hellblauen Brasilienkäfer mit angeklemmten Zusatzscheinwerfern kommen. Wenn so eine Karre gerade nicht zur Hand ist, kann "Rebel On The Run" ruhig mal auf der nächsten 40+ Geburtstagsparty ausprobiert werden. Angegraute Gäste mit Augen so groß wie Cappuccinotassen, ungläubige Nachfragen und ein formidabler Mobilat-Verbrauch - wegen der Nackenverspannungen am nächsten Tag - sind gewiss.
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