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No Man's Land
Myland
No Man's Land, Valery Records, 2008
Paolo Morbini Drums
Guido Priori Vocals
Stefano Andreasi Keyboards
Marco Andreasi Guitars
Claudio Corazzo Bass
Marzio Ker Guitars
Gäste:
Kee Marcello, Tommy Denander, Steve Angarthal Guitars
Alex Del Vecchio Keyboards
Länge: 52 Min 27 Sek Medium: CD
1. Anytime6. Age Of My Dreams
2. The Wind Of Late September7. Voices
3. (Someday) Love Leaves You Lonely8. One Step Closer
4. Heat Of Emotion9. Running In The Night
5. How Much Love10. Prisoner Of Love

Könnte sein, dass die italienische Melodic Rock-Formation MYLAND schon jetzt den AOR-Göttern von JOURNEY kräftig in die Suppe gespuckt hat. Warum? Wer um Gottes Willen braucht innerhalb kürzester Zeit zwei Alben eines Genres, dessen innovative Grenzen schnell gezogen sind? Da braucht es schon etwas ganz besonderes, und wenn ich mich an den letzten Output der Amerikaner mit dem Titel "Generations" aus 2005 erinnere, dann ist eine gewisse Skepsis für Anfang Juni, wenn "Revelation" erscheinen wird, durchaus angebracht. Wir wünschen JOURNEY, dass sie ihr Sängerproblem nun langfristig und gut gelöst haben. Das wird notwendig sein, vor allen Dingen dann, wenn man die ausgezeichnete und passende Stimme von Guido Priori hört.

Kopf von MYLAND ist Schlagzeuger Paolo Morbini (Ex-EVA, Ex-EXILILA, Ex-BRUNOROCK), der einfach eine Vorliebe für melodischen Rock (SURVIVOR, TOTO, JOURNEY) hat. Also gründete er zunächst eine AOR-Covergruppe und hob im Jahr 2006 MYLAND aus der Taufe. In der Folge erschien deren Debüt "The Time Is Over" und nun liegt uns mit "No Man's Land" der Nachfolger vor. Damit ja nichts in die Hose geht, haben einige Prominente aus dem genannten Metier zusätzlich mitgewirkt, als da wären: Gitarrist Kee Marcello (Ex-EUROPE), Saitenspezialist Tommy Denander (u. a. CHICAGO, Richard Marx, Paul Stanley), Alex Del Vecchio am Keyboard, der bereits mit Glenn Hughes erfolgreich zusammengearbeitet hat, und der italienische Gitarrero Steve Angarthal (FIRE TRAILS). Das alles zusammen ergibt eine illustre Schar an Musikern, die einiges erwarten lässt.

Von allen Verdächtigen sind es vor allen Dingen JOURNEY, die wir immer und immer wieder in den Kompositionen vorfinden. Dafür sorgt nicht nur der prägnante Gesang, sondern auch die gesamte Instrumentierung. Stücke wie Heat Of Emotion und/oder der Schmachtfetzen How Much Love sind so dicht am Original, dass es schon beängstigend ist. Ich stellte bereits eingangs fest und frage noch einmal: Wer braucht die neue JOURNEY-Scheibe? In den schnelleren und etwas härteren Nummern wie Age Of My Dreams und Prisoner Of Love sind es SURVIVOR, die wir im Songwriting vorfinden. Man könnte auch sagen, dass es Jim Peterik ist, der seine Spuren deutlich hinterlassen hat, denn diese Art von AOR, in genau dieser Perfektion, finden wir ansonsten nur noch bei dessen PRIDE OF LIONS vor, oder bei WORK OF ART, um mal einen ganz anderen Namen in die Runde zu werfen. Es macht jetzt keinen Sinn, einzelne Songs herauszugreifen, denn sie sind allesamt sehr gut gelungen.
Böse Zungen könnten auch behaupten, dass alles nur geklaut wurde. Hm… möglicherweise ja, dann aber sehr gut. Die Italiener MYLAND wandern auf den besten Pfaden der amerikanischen 80er-Jahre-Chartbreaker-Generation und protzen auf "No Man's Land" mit tadellosem und melodischem Hard Rock/AOR. Klarer und idealer Fall fürs Frühjahr!
[Zwei ketzerische Fragen: 1. Welches Frühjahr, 1984 oder 2008? 2. Gibt es eigentlich noch AOR-Platten, auf denen Tommy Denander nicht vertreten ist? Fred]

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 03.05.2008

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