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Rewiring Genesis

A Tribute To The Lamb Lies Down On Broadway

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A Tribute To The Lamb Lies Down On Broadway
A Tribute To The Lamb Lies Down On Broadway, ProgRock Records, 2008
Nick D'Virgilio Lead & Background Vocals, Drums, Percussion
Don Carr Electric & Acoustic Guitar, Electric Sitar, Banjo
Dave Martin Bass
Jeff Taylor Acoustic Piano, Accordion, Whistle, Rhodes, Wurlitzer
Kat Bowser, Carolyn Martin, Mike Lusk Background Vocals
Steve Patrick, Jeff Bailey Trumpet
John Hinchey, Prentiss Hobbs Trombone
Same Levine Saxophone, Clarinet, Flute
Doug Moffet Saxophone
Leigh Levine Clarinet
David Angell, Pam Sixfin, David Davidson Violin
Kristin Wilkinson Viola
Anthony Lamarchina Cello
Jimmy Blankenship Experiments with foreign sounds (The Waiting Room)
Produziert von: Mark Hornsby & Nick D'Virgilio Länge: 92 Min 06 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. The Lamb Lies Down On Broadway7. Back In N.Y.C.
2. Fly On A Windshield8. Hairless Heart
3. Broadway Melody Of 19749. Counting Out Time
4. Cuckoo Cocoon10. The Carpet Crawlers
5. In The Cage11. The Chamber Of 32 Doors
6. The Grand Parade Of Lifeless Packaging
CD 2:
1. Lilywhite Lilith7. The Colony Of Slippermen
2. The Waiting Room8. Ravine
3. Anyway9. The Light Dies Down On Broadway
4. Here Comes The Supernatural Anaesthetist 10. Riding The Scree
5. The Lamia11. In The Rapids
6. Silent Sorrow In Empty Boats12. It

"The Lamb Lies Down On Broadway" ist ein Konzeptalbum, welches 1974 von GENESIS herausgebracht wurde. Ich muss zugeben, dass ich nie das behandelnde Thema verstanden habe, jedoch handelt es sich laut Wikipedia um einen straffälligen, halb puertoricanischen Jugendlichen namens Rael, der sich in den Untergrund begibt um seinen Bruder John zu befreien und dabei bizarren Kreaturen sowie alptraumhaften Träumen begegnet. Des Weiteren steht dort zu lesen, dass Phil Collins in einem Interview gesagt haben soll, dass es sich bei der Story um eine gespaltene Persönlichkeit handele [Die Story ist schizo? Red.]. Interessant ist auch, dass die Musik ohne Gabriels Einfluss geschrieben wurde, denn die stammt von Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks, lediglich die Story stammt aus Feder von Peter Gabriel.

Es gibt viele Musiker, die sich diesem Konzeptalbum angenommen haben, immerhin genießt das Werk Kultstatus. Spontan fallen mir da THE FLOWER KINGS ein, die den Titeltrack auf "Alive On Planet Earth" gecovert haben. Erwähnenswert wären auch THE MUSICAL BOX, die "The Lamb Lies Down On Broadway" live auf die Bühne brachten, eins zu eins gecovert wohlgemerkt. Wollte man sich bisher das komplette Werk in heimischen Räumen anhören, musste man zum Original von GENESIS greifen, das für so manchen Fan als leicht angestaubt erklingen mag. Damals waren halt die technischen Möglichkeiten nicht so ausgereift wie heute, was deutlich am Sound zu hören ist. Ansonsten zählt das Original von GENESIS zu meinen Faves.
Dennoch darf man jubeln, denn seit 2008 gibt es eine Version, die jeden Fan von "The Lamb..." frohlocken lässt, dessen bin ich mir sicher. Und zwar geht es um REWIRING GENESIS mit "A Tribute To The Lamb Lies Down On Broadway". Jetzt kommt natürlich die Frage, wer verbirgt sich hinter REWIRING GENESIS? Nun, zum einen Mark Hornsby, ein mir unbekannter Tontechniker und zum anderen Nick D'Virgilio, den meisten bekannt von seiner Stammband SPOCK'S BEARD. Außerdem taucht er bei diversen Bands als Drummer auf, wie z.B. bei Martin Orfords letztem Output "The Old Road", um nur eines von vielen zu nennen.
Wie den Liner-Notes zu entnehmen ist, war es Mark Hornsbys Idee, sich des Klassikers von GENESIS anzunehmen und ihm ein moderneres Gewand zu verpassen, jedoch ohne die Grundstruktur der Musik zu verändern, denn dafür zollt er der Band GENESIS zuviel Respekt. Mark konnte sehr schnell Nick D'Virgilio, der ein bekennender Fan von "The Lamb Lies Down On Broadway" ist, für sein Vorhaben begeistern.
Dieser Plan ist den beiden auch vollends geglückt. Seit Wochen dreht sich nun "A Tribute To The Lamb Lies Down On Broadway" in meinem Player und mit jedem Hören wächst die Begeisterung für ihre Interpretation. Denn sie haben dieses Meisterwerk nicht einfach nur gecovert, sondern jede Menge eigene Ideen umgesetzt. So ist dieses musikalische Erlebnis "synthiefrei", dafür mit jeder Menge an Bläsern und Streichern versehen worden. Phasenweise wurde das Tempo leicht angezogen, so dass es nicht ganz so düster wie das Original erscheint und man sich grob zwischen Rock, Klassik und Jazz bewegt. Hat man die Musik damals schon als Musical bezeichnet, dann verdient es diese Fassung erst recht als solches bezeichnet zu werden. Die Instrumentalisten leisten wirklich vorzügliches, denn man muss auch bedenken, dass einige von ihnen nicht mit dem Material vertraut waren. Hier spürt man richtig die Spielfreude der Protagonisten! Übrigens, ich werde nicht einzelne Titel hervorheben, denn man kann und sollte sich das Ganze am Stück anhören. Selbst der zweite Rundling hält die Spannung, die in der originalen Version leicht abfällt. Ein dickes Lob muss ich auch für die Gesangsleistungen des Nick D'Virgilio aussprechen, er lässt mich zu keiner Zeit Peter Gabriel vermissen. Toll!

Bleibt mir abschließend nur noch zu sagen: Respekt für die perfekte Modernisierung eines Prog-Klassikers, bei der man natürlich Mark Hornsby mit seiner Produktion und seinem Mix ebenfalls große Ehrerbietung zollen muss. Ich liebe und achte beide Versionen. [Oha, Michelle ist verliebt. Red.]

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 21.01.2009

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