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The Vanilla Gorillas

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The Vanilla Gorillas
The Vanilla Gorillas, Crownn Records, 2008
Jesse Bailey Vocals
Jimmy Young Guitar
Lachlan Leckie Bass
Dan Briffa Drums
Länge: 31 Min 48 Sek Medium: CD
1. Jefferson Lane5. New Desire
2. Hang On6. Use Your Heart
3. Fire In The Well7. Chasing The Sun
4. In The Shade8. Into The Unknown

Ein gutes halbes Stündchen Tanzmusik aus Australien. Bei den Bands von da drüben hat man bekanntlich immer gute Chancen auf einen Volltreffer, egal in welcher Musikrichtung. Diese vier Burschen hier nennen sich ROGERTHAT und ihre zweite CD "The Vanilla Gorillas" und überzeugen damit schon mal lautmalerisch vollkommen. Live machen sie dem Vernehmen nach großen Spaß, dann sollte man ihnen wohl auch im heimischen Wohnzimmer einen kleinen Strand aufschütten und es sich mit einem Drink auf dem Badetuch bequem machen.

Schau an, da kommt leicht psychedelischer Reggae angewuppt und versetzt mindestens den dicken Zeh in Schwingung. Charmant, unaufdringlich, mit einer etwas wackligen Gitarre nett in Richtung Rock geschubst. Dieses Jefferson Lane ist ein Sommerhit der ganz angenehmen Sorte. Aber schon im zweiten Song gibt's die Kehrtwendung und die Veranstaltung dreht in Richtung Hendrix ab.
Ihr wisst, wo Hendrix liegt? Ortsausfahrt Seattle links ab Richtung London, zurück nach San Francisco und über Monterey und Woodstock gen Osten nach Fehmarn. Von dort… tja. Jimi hatte kein Navigationssystem. ROGERTHAT beenden den schönen Irrsinn nach vier Minuten und sind danach wieder brave Gold-Coast-Boys mit einer offenbar großen Sehnsucht nach diesem von vielen zu Unrecht verklärten Hippieleben. Später singen sie in diesem Zusammenhang noch von Into The Unknown.
Der Wandlungsfähigkeit ist nicht Schluss, jetzt kommt Ska. Der wird zwar relativ homöopathisch verabreicht, aber nicht jeder verträgt dieses Gehüpfe. Dass der Sänger neben dem Gitarrenschnedderedeng eher nach Blues UND Jamaika klingt, scheint bei ROGERTHAT kein Zufall zu sein.

Eine europäische Band wäre längst hoffnungslos in die düstere Indie-Alternative-Schublade verfrachtet worden, Australier sind dafür einfach zu sonnig und dürfen fast echten Roots-Reggae mit beinahe noch echteren Pop-Chören und einer mindestens 25 Jahre alten Schrammelgitarre mischen, ohne gruselig muffig zu klingen. Passend zum kruden Mix passt das soundtechnisch unterirdische Use Your Heart mit Rap, Flamenco zupfender Bluesgitarre und Mundharmonika. Jessas, so eine Zumutung. Aber Laune macht das mit seiner trotz allem leichtverdaulichen Fröhlichkeit. Und ja, dieser Jimmy Young hat auch die stilechte Carlos-Gitarre auf der Pfanne.

"The Vanilla Gorillas" ist nur deswegen keine absolute Kaufempfehlung, weil weder Rock-, noch Reggae-, noch Sonstwas-Fans von ROGERTHAT ausschließlich bedient werden. Man muss schon eine gewisse Toleranz an den Tag legen, aber dann groovt das Teil klasse.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 30.04.2008

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